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Frühjahrsputz: Mit Marie Kondo gegen das Chaos

Frühjahrsputz: Mit Marie Kondo gegen das Chaos

Die japanische Bestsellerautorin Marie Kondo ist mit Ratgebern und ihrer Show “Aufräumen mit Marie Kondo” zur weltweiten Kultfigur avanciert. Wir erklären, was hinter dem Hype steckt, und was die im Grunde so einfache KonMari-Methode so beliebt macht.

Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen. Das besagt zumindest ein japanisches Sprichwort. Tatsächlich gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass Aufräumen gut für unser seelisches Wohlbefinden ist. Die äußere Ordnung unserer Umstände bewirkt ein inneres Ruhegefühl. Wer seine Wohnung ausmistet und sich von materiellem Ballast befreit, erleichtert auch seine Seele.

Kein Wunder also, dass Entrümpeln, Aufräumen und “Decluttering” (der englische Begriff für das Aussortieren überflüssiger Dinge) in unserer Überflussgesellschaft angesagter sind als je zuvor. Davon zeugen auch zahllose TV-Sendungen und Ratgeber zum Thema.

Die unbestrittene Königin dieses Trends ist die japanische Ordnungs-Expertin und Autorin Marie Kondo. Ihre Bücher rund ums perfekte Organisieren vom Kleiderschrank über Küche, Bad und Kinderzimmer bis hin zum gesamten Leben sind weltweite Bestseller, ihre Kurse und Seminare regelmäßig ausverkauft. Und spätestens, seit beim Streaming-Anbieter Netflix die mehrfach Emmy-nominierte Doku-Soap “Aufräumen mit Marie Kondo” Premiere feierte, ist sie auch in Deutschland ein Star.

Aufräum-Koryphäe aus Fernost

©kostikovanata/AdobeStock

Wer sich unter einer Aufräum-Expertin eine gestrenge Matrone mit gouvernantenhafter Contenance vorstellt, liegt bei Kondo weit daneben: Wie ein kleiner Sonnenstrahl wirbelt die elfenhafte Japanerin in das Leben ihrer Auftraggeber, hilft mit sanfter Stimme beim Aussortieren, Um- und Einräumen. Sie unterstützt, ermutigt und lobt mit einem beschwingten Lächeln, immer geleitet von einem wichtigen Grundsatz:

Was bringt mir Freude?

Diese Frage ist das Kernstück der KonMari-Methode, Kondos Aufräum-Lehre, bei der alle Dinge, die es zu ordnen gilt, zunächst auf einem Haufen gesammelt werden. Dann wird jedes einzelne Stück in die Hand genommen, um zu entscheiden, ob es aussortiert wird oder bleiben darf. Erfüllt mich der betreffende Gegenstand mit einem Funken der Freude, wenn ich ihn festhalte? Kondo vergleicht dieses “Sparking Joy” mit der “warmen Emotion, die man empfindet, wenn man ein Hundebaby knuddelt”.

Ist das bei einem Gegenstand nicht der Fall, sollte man sich von ihm trennen. Allerdings nicht, ohne sich in Gedanken kurz bei Kleid, Briefbeschwerer oder Kochlöffel für die gemeinsame Zeit zu bedanken. Aufgeräumt wird bei der KonMari-Methode übrigens nicht Raum für Raum, sondern nach fünf Kategorien: Kleidung, Bücher, Unterlagen, Fotos und Andenken sowie “Komono”, was soviel bedeutet wie “alles weitere”.

Jedes Objekt bekommt einen festen Platz im Haushalt zugewiesen. Für den Kleiderschrank hat Kondo sogar eine eigene Methode entwickelt, um Wäsche effizient zusammenzulegen und ebenso platzsparend wie übersichtlich zu verstauen. Von Jeans über Pullover bis zur Unterwäsche – Kondos Falt-Methode verwandelt selbst den größten Wust in eine organisierte Augenweide.

So wird der Anblick perfekt gefalteter, sich in Reih und Glied aneinanderschmiegender T-Shirts zum seelischen Balsam, der den Aufräumer mit einem Gefühl der Vollendung erfüllt. Und durch das “Gehen lassen” überflüssiger Artikel, befreien wir uns von jenen Dingen, die uns auch innerlich einengen und erdrücken. So wird, ganz in Kondos Sinne, das Aufräumen und Organisieren zu einer fast schon meditativen und spirituellen Erfahrung. Die dadurch gewonnene Befriedigung und Ruhe soll sich auch in den Alltag übertragen.

Die KonMari-Faltmethode

Falttechnik der KonMarie-Methode
©Colourbox

1) Der Pullover-Trick

Den Rumpf des Pullovers rechts und links um etwa ein Drittel nach innen falten. Die Ärmel schräg nach unten auf die jeweils gegenüberliegende Seite umschlagen, sodass die Ärmelenden am Bund des Pullovers abschließen, glatt streichen.

2) Kompakt verpackt


Das so entstandene Rechteck der Breite nach von unten um etwa ein Drittel oder ein Viertel nach oben umschlagen. So lange erneut umschlagen, bis ein kompaktes “Wäschepäckchen” entstanden ist. Jedes Päckchen hat ein Plätzchen Die zusammengelegten Pullover-Pakete können nun nach Farbe oder Marke beliebig sortiert angeordnet werden.

3) Ab in die Schublade

Nach dem Sortieren werden die Kleidungsstücke in den Schrank oder die Kommode eingeräumt. Leichte Teile wie Socken und Unterwäsche kommen in die oberen Schubladen, schwerere Stücke wie Pullover und Jeans in die unteren.

4) Aufgehängt und ausgestellt

Schwere oder knitteranfällige Kleidung wie Mäntel, Kleider oder Blusen sollten auf Kleiderbügeln hängen. Von links nach rechts zuerst die schweren, längeren Stücke, dann die leichteren, luftigen aufhängen. Zuletzt Schuhen und Accessoires wie Taschen einen festen, gut sichtbaren Platz zuweisen.

Viel Spaß beim Nachmachen!

| Kristin Lenk | 26. März 2020