Leben » Nostalgischer Baumschmuck: Nachhaltig und schön
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Nostalgischer Baumschmuck: Nachhaltig und schön

Nostalgischer Baumschmuck: Nachhaltig und schön

Weihnachten ist die Zeit der Nostalgie. Gerüche und Klänge bringen an diesen Festtagen ein Stück der Kindheit zurück. Und wenn der Weihnachtsbaum mit Familienschätzen und Erinnerungsstücken geschmückt ist, wird’s uns gleich ganz warm ums Herz. Ganz nebenbei schont das auch die Umwelt.

Der Duft von frischen Tannenzweigen zieht durch das Haus. Brennende Wachskerzen spiegeln sich in Glaskugeln und tauchen den Raum in ein behagliches Licht. Im Kerzenschein zaubern hölzerne Figürchen tanzende Schatten an die Wände. Der Baum ist geschmückt – Weihnachten kann kommen!

Seit Jahrhunderten gehört ein Nadelbaum zum Christfest. Der wohl älteste schriftliche Hinweis auf eine dekorierte Tanne findet sich in einer Zunftchronik aus dem Jahr 1597. Johann Wolfgang von Goethe schilderte 1774 in seinem Briefroman “Die Leiden des jungen Werthers”, wie ein mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln “aufgeputzter Baum” bei seinem Betrachter “paradiesisches Entzücken” auslöste. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Den Baum mit Bedacht wählen

©Colourbox

Schließlich versetzt es einen schon in Festtagsstimmung, den Tannenbaum mit klammen Fingern nach Hause zu tragen. Damit man viel Freude an seinem Nadelholz hat, sollte man darauf achten, dass der Baum aus ökologisch nachhaltigen Mischkulturen stammt. Denn solche Bio-Bäume werden nicht mit Herbiziden bespritzt. Überprüft werden sollte auch die Herkunft: Nordmann-Tannen stammen häufig aus Polen oder Schweden und müssen aufwendig importiert werden.

Greifen Sie also lieber zu regionalen Gewächsen wie Fichte, Kiefer oder Tanne. Damit wird nicht nur die heimische Forstwirtschaft unterstützt – die Bäume duften auch viel besser. Und wer ein besonders nachhaltiges Fest feiern will, besorgt sich einfach ein Bäumchen im Topf, am besten eine heimische Fichte. Die wird nach den Festtagen behutsam nach draußen gepflanzt – und darf dann wieder nur Baum sein. Ganz unaufgeputzt.

Nachhaltiger Baumschmuck

Nostalgischer Weihnachtsbaumschmuck
©Colourbox/Dieter Meyer

Nachhaltigkeit bedeutet auch, nicht jedes Jahr kistenweise Baumschmuck in den Trendfarben zu kaufen. Weihnachten ist schließlich die Zeit der Nostalgie, das darf auch der Baum zeigen: Erst Omas antike Glasengel, selbst gebastelte Strohsterne und Girlanden, behäkelte Christbaumkugeln und die unidentifizierbare Kindergartenbastelei der Kleinen verleihen unserem Wunderbaum den individuellen Charme.

So weckt jedes Schmuckstück die Erinnerung an einen schönen Augenblick oder einen lieben Menschen. Wer dann noch freie Fleckchen an den Zweigen entdeckt, kann wie Goethes “Werther” Zuckerwerk und Äpfel aufhängen. Nikolausäpfel etwa sind recht klein und eignen sich gut für diesen Zweck. Reibt man sie dünn mit Fett ein, glänzen sie kräftig rot und schrumpeln nicht so schnell.

Essbarer Baumschmuck in Form von Lebkuchen, Zimtplätzchen und Baiserkringeln lässt sich leicht selbst backen. Er sieht hübsch aus und schmeckt obendrein gut – birgt allerdings auch die Gefahr, dass Leckermäulchen schon am ersten Feiertag über den Weihnachtsbaum herfallen. Da sieht man dann zwar einige Lücken in der Dekoration, aber auch glückliche Gesichter. Und die sind an Weihnachten doch der schönste Schmuck.

©Colourbox/Alfred Nesswetha

Ideen für DIY-Christbaumschmuck

Federleichte Engelchen

Die hübschen Himmelsboten bestehen aus Tortenspitze: Papierkreis halbieren, zum Fächer falten und zurechtschneiden. Für Köpfchen und Heiligenschein feine Papierstreifen aufrollen.

Anhänger aus Garn

Sterne kann man mit etwas Geschick häkeln oder klöppeln. Anleitungen dazu gibt es für jeden Schwierigkeitsgrad im Internet. Wichtig: Die Häkelarbeit muss am Ende gestärkt werden.

Baum und Stern im Duett

Dieses Anhängerduo wird aus Pappe oder Filz ausgeschnitten. Als Schablone eignen sich Plätzchenausstecher.

Musikalische Girlande

Sehr hübsch sieht eine Girlande aus, die aus einzelnen Papierringen gebastelt wird. Statt Goldpapier ruhig einmal die Noten eines Weihnachtsliedes ausdrucken. O du Fröhliche!

©Colourbox

Für Resteverwerter

Reste vom Geschenkpapier nicht wegwerfen, sondern auf Pappe kleben und zu lustigen Anhängern ausschneiden.

Für Waldläufer

Zapfen gehören an den Baum. Verziert mit Sternen und mit weißer Farbe betupft, sind solche Waldfunde ein festlicher Schmuck. Und mit einem Nusskopf und einem Filzhut ausgestattet, wird aus ihnen im Handumdrehen ein Weihnachtswichtel.

©Colourbox

Für Fingerfertige

Eine prima Beschäftigung für lange Winterabende: Christbaumkugeln behäkeln! Das ist einfacher als gedacht, zahlreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet man auf YouTube.

Für Anspruchsvolle

Filz und Weihnachten – das passt einfach zusammen. Für die zauberhaften Anhänger werden die Filzformen bestickt, mit Watte gefüllt und zusammengenäht.

Noch mehr Weihnachtliches

Land & Leute Redaktion | 27. November 2020