Leben » Pelargonien: Blatt & Blüte in Vollendung
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Pelargonien: Blatt & Blüte in Vollendung

Pelargonien: Blatt & Blüte in Vollendung

Noch heute werden sie in liebevoller Erinnerung an Omas feuerrot blühende Pflanzenlieblinge Geranien genannt: Pelargonien. Zwei Generationen später sind edle Pelargonien begehrte Sammelobjekte.

Sie werden als Geranien verkauft, aber eigentlich müssten sie korrekt Pelargonien genannt werden. Botaniker befanden einst, dass das Verwirrspiel mit den Stauden der Gattung Geranium allzu groß sei. Deshalb nenne man die frostempfindlichen Halbsträucher der Gattung Pelargonium besser Pelargonien.

Und die winterharten Stauden Storchschnäbel – nein, nicht Geranien oder nach dem griechischen geranos (Kranich) Kranichschnäbel. Verrückte Botanikerwelt! Sowohl Pelargonien als auch Storchschnäbel gehören zu den Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae), eine Bezeichnung, die durch die schnabelförmigen Samenkapseln gerechtfertigt wird.

Eine Lieblingspflanze

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Wer heute unter Pelargonienfreunden wie Matthias Alter (Foto) mit dem entzückten Ausruf “Was für eine hübsche Geranie!” punkten will, erntet nur ein müdes Lächeln des Wissenden. Alter betreut die anerkannte Pelargoniensammlung im Kloster Maria Laach, und er weiß: Wenig haben die durch ambitionierte Züchtungsversuche entstandenen Sorten mit der früher bekannten Form zu tun.

Großartige Blattzeichnungen, aromatisch duftendes Laub, Blüten wie Rosenknospen oder Spinnen, und das in Farben, die außer Gelb und Blau alles zu bieten haben. Vor allem die blühenden Sorten und jene mit attraktivem Laub haben es den meisten Sammlern angetan.

Sie haben gegenüber den meisten Duftpelargonien den Vorteil, nicht binnen weniger Monate meterhohe Ausmaße zu erreichen. Besonders die mit spinnenartigen Einzelblüten bizarr wirkenden Stellar-Pelargonien sieht man jetzt immer häufiger. Sie sind extravagante Hauptdarsteller für Kübel und Kästen.

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In Balkonkästen war die Pelargonie, allen voran die hängenden Sorten der Pelargonium-peltatum-Gruppe, jahrzehntelang ungekrönte Königin. Sie blühen von Mitte Mai bis zu den ersten Nachtfrösten, um dann im dunklen Keller verstaut zu werden.

Eine solche Behandlung vertragen die neueren Sorten nicht so recht. Sie mögen lieber hell und kühl überwintern. Ein Treppenhaus ist da besser. Freilich wird es auch hier zu Laubfall und dem Eintrocknen einiger Zweigpartien kommen, aber die Pflanzen regenerieren sich nach Rückschnitt und Düngung im Frühjahr rasch.

Gefährlicher sind Pilzkrankheiten, die von zu viel Feuchtigkeit im Winterquartier profitieren. Hier hilft häufig ein Pflanzenstärkungsmittel, um prachtvolle Exemplare vor dem Untergang zu bewahren.

Orchideengleiche Blüten

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Mit den größten und farblich auffallendsten Blüten warten die wahrhaft königlichen Regal-Pelargonien auf. Sie werden auch als Zimmerpflanzen angeboten, fühlen sich an einem sonnigen und regengeschützten Platz im Freien aber ausgesprochen wohl. Besonders die schwarzrote und magentagesäumte ‘Lord Bute’ sorgt für Furore auf Märkten und Gartenfestivals.

Pelargonien sind mit Ausnahme weniger sukkulenter Wildarten keine Hungerkünstler. Sie brauchen während der Saison eine regelmäßige Düngung, um ununterbrochen zu blühen. Abgeblühtes sollte entfernt, zu lange Triebe eingekürzt werden.

Die Spitzen kann man dann als Stecklinge verwenden und verschenken. Sie wurzeln sogar in Wasser, besser aber in kleinen Töpfen mit durchlässigem Substrat. Zudem ist es sicherer, von besonderen Sorten mehrere Exemplare zu haben, falls es zu Ausfällen kommt. Mehr über die Pelargoniensammlung im Kloster unter: www.maria-laach.de

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Land & Leute Redaktion | 12. Mai 2021