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Schattiger Garten: Diese Pflanzen passen

Schattiger Garten: Diese Pflanzen passen

Licht in schattige Plätze zu zaubern, ist keine Hexerei. Mit buntlaubigen Stauden und Schattenblühern bringen Sie Leben in die Pflanzengemeinschaften.

Schattenstauden haben dort ihren großen Auftritt, wo die Sonne nur stundenweise Licht ins Dunkel bringt. Gottlob schmücken sich ihre Blätter aber nicht nur in schlichten Grüntönen, sondern auch mit bunten Zeichnungen. Mit solchen Pflanzen wird es im Beet nie langweilig!

Zu den bekanntesten und wegen ihrer Unverwüstlichkeit und Langlebigkeit geschätzten Stauden für halbschattige und schattige Standorte zählen natürlich die Funkien (Hosta). Von kaum zehn Zentimeter hohen Bodendeckern bis zu meterhohen Solitären reicht die Palette der ursprünglich aus Asien stammenden Schönheiten.

Zart und grob kombinieren

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Besonders wirkungsvoll sind sie, wenn man sie mit Pflanzen von zarter Struktur kombiniert. Klassiker sind Farne, aber auch schattenverträgliche Ziergräser wie Seggen (Carex) oder Waldschmiele (Deschampsia), die man am besten in kleinen oder größeren Gruppen anordnet, damit ihr zartes Blattgewebe sich optisch gegen großblättrige Gewächse durchsetzen kann.

Für Farbe sorgen auch die in vielen Sorten erhältlichen Purpurglöckchen (Heuchera). Sie haben in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug in Beete und auch Pflanzgefäße angetreten. Kein Wunder, denn ihr bis handtellergroßes Laub kann braunrot, sonnengelb, bernstein- und purpurfarben oder silbern gezeichnet sein.

Einige Sorten machen auch als blattschmückende Begleiter von Fuchsien oder Knollenbegonien im schattigen Balkonkasten eine gute Figur – und überbrücken Blühpausen der Partner mit ihrer Farbe. Es gibt auch erstaunlich viele weitere Blühpflanzen, die weniger Licht benötigen und oft durch ihre filigrane Form bestechen.

Was ist Schatten?

In der Gartenwelt definiert sich ein schattiger Standort ganz unterschiedlich. Offene Nord-, Nordost- oder Ostlagen sind halbschattig bis schattig zu nennen, auch wenn dort einige Stunden am Tag die Sonne scheint. Wenn große Bäume oder Gebäude die Sonneneinstrahlung vollständig verhindern, spricht man eher von einem lichtarmen Standort.

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Hier ist die Auswahl der Pflanzen deutlich geringer, aber einige Farne wie Wurmfarn (Dryopteris) oder Hirschzunge (Phyllitis) gedeihen hier ebenso wie die robusteren unter den Funkien. Weil Schattenstauden Gleichmaß lieben, fühlen sie sich im lichten Schatten, etwa unter locker wachsenden Großsträuchern wie Magnolien, am wohlsten. Hier ist die Luft feuchter als an offenen Standorten, und an heißen Tagen kann direkte Sonne den empfindlichen Blättern nichts anhaben.

Ansprechende Gartengestaltung

Karl Foerster, Gartenphilosoph und Staudengärtner, empfiehlt Kontraste zwischen feinem und grobem Laub. Harfe nannte Karl Foerster die filigranen Strukturen von Farnen und Gräsern, die so gut zum üppigen, großen Laub der Blattschmuckstauden passen. Selbst bei Pflanzenkombinationen in verschiedenen Grüntönen sorgt das für spannende Effekte. 

Für die “lauten” Töne in Ihrer Beet-Sinfonie sorgt das eher grob strukturierte Laub der Blattschmuckpflanzen. Funkien, Schaublatt (Rodgersia) und andere Schattenstauden vermitteln einen Eindruck von Ruhe, wenn man sie in größeren Gruppen anordnet. Mischen Sie filigranes Laub dann als Kontrapunkt darunter.

Blühende Schattenpflanzen

Die bringen Farbe in schattige Beete:

  • Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) setzt mit seiner leuchtenden Farbe und dem hohen Wuchs Akzente.
  • Mit den Großen Sterndolden (Astrantia major) locken Sie auch Insekten wie Bienen und Hummeln in Ihren Garten.
  • Herbst-Anemonen, etwa die Unterart Anemone japonica, blühen von August bis Mitte Oktober.
  • Bergenien (Bergenia) sind nicht nur pflegeleicht und winterhart, sie begeistern auch mit ihrem schönen Laub und den rosaroten Blüten im Frühjahr.
  • Bereits im 19. Jahrhundert wurden Prachtspieren (Astilbe) als Zierpflanzen eingesetzt. Je nach Sorte wird sie zwischen 10 und 100 Zentimeter hoch und bietet ein Farbspektrum von Weiß über Rosa bis zu Violett.
  • Die Blüten der Breitblättrigen Glockenblume (Campanula latifolia) gibt es in Weiß und vielen Violetttönen.
  • Sie sind wahre Prachtexemplare im Garten: Hortensien (Hydrangea). Der botanische Name bedeutet nicht umsonst “Wasserkanne”, denn die Sträucher brauchen viel Feuchtigkeit.
  • Begonien (Begonia) gibt es in so gut wie allen Farben bis hin zu Blau. Sie sind auch sehr dekorative Kübel- und Balkonpflanzen.

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| Land & Leute Redaktion | 7. Mai 2020