Leben » Schlittenfahren: Schneequalität und Zugtiere
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Schlittenfahren: Schneequalität und Zugtiere

Schlittenfahren: Schneequalität und Zugtiere

Wie zauberhaft, wenn die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen. Schneit es genug und es bildet sich eine Schicht, kommt es auf das Wetter und die Temperaturen an, was für ein Schnee daraus wird.

Neuschnee

Gibt es etwas Schöneres, als wenn weiße Flocken friedlich zu Boden schweben? Schnee entsteht, wenn bei Kälte kleine Wassertröpfchen gefrieren. Zuerst lagern sie sich an einen Staubpartikel an. Drumherum bilden sich dann Eiskristalle. Bei Neuschnee lassen sich die Kristalle noch erkennen – er ist nicht älter als 24 Stunden. Ist er sehr trocken, sodass er unter Druck nicht zusammenschmilzt, heißt er Pulverschnee, ist er feucht und schwer, spricht man von Pappschnee – perfekt zum Schneemannbauen.

Rodelqualität: Egal! Wenn Schnee fällt, hält es Schlitten-Fans kaum in der Wohnung und sie müssen raus auf die Piste – auch wenn noch gar nicht genug Schnee liegt.

Altschnee

Wie der Name ahnen lässt, handelt es sich hierbei um Schnee, der schon länger liegt – die normale Schneequalität in Kältephasen. Gefriert er über Nacht und taut tagsüber leicht an, hat er eine harte Kruste und wird Harsch genannt (nicht zu verwechseln mit Firn, siehe unten). Ist die oberste Schicht angeschmolzen, was oft im Frühling vorkommt, wenn die Sonne schon wärmt, wird es schwieriger zu rodeln.

Rodelqualität: Auf Altschnee lässt es sich gut fahren, es sei denn, er beginnt feucht zu werden oder hat eine Harschschicht, in der die Kufen dann tief einsinken. Ist der Schnee sehr kalt, kompakt und trocken, wird der Schlitten schneller.

Firn

Hat der Schnee schon mindestens einen Sommer überstanden, wird er als Firn bezeichnet. Er liegt ausschließlich auf permanenten Schneefeldern wie etwa in schattigen Berglagen oder in Gletschergegenden. Firn entsteht, wenn die Schneekristalle durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren zu gröberen Gebilden verschmelzen, und er ist stark verdichtet: Aus rund acht Meter Neuschnee entsteht etwa ein Meter Firn – und der wiederum kann durch Druck zu Gletschereis werden.

Rodelqualität: Auf echtem Firn wird man in den seltensten Fällen rodeln. Durch seine Konsistenz macht er den Schlitten sehr schnell und sollte nur von Profis befahren werden.

Schneeschmelze

Steigen die Temperaturen, beginnt der Schnee zu schmelzen. Eine kurze Zeit ist er dann mit etwas Glück pappig, sodass noch ein Schneemann gebaut werden kann. Er bekommt aber nach kurzer Zeit Schlagseite und verabschiedet sich. Wird der Schnee noch feuchter und rinnt Wasser heraus, wenn man ihn zusammendrückt, heißt er Sulzschnee, ist er noch schwerer und feuchter, ist es Nassschnee. Dann heißt es vorerst Abschied nehmen von der weißen Pracht und sich auf die nächste Kältewelle freuen!

Rodelqualität: Sehr bescheiden, weil die Kufen Kontakt zum Boden bekommen können und stumpf werden. Deshalb den Schlitten am besten pausieren lassen

Schlittenhunde – Zugtiere auf vier Pfoten

Huskys, die einen Schlitten durch eine winterliche, mit Schnee bedeckte Berglandschaft ziehen
©Colourbox
Jaulen, Bellen und hektisches Hecheln liegen in der Luft, die Ungeduld der Hunde ist greifbar, sie wollen los. Und endlich werden sie von ihrem Musher, so nennt sich der Schlittenhundeführer, mit einem “Go!” erlöst. Die Tiere rennen los, und alle Aufregung ist vergessen, weil sie in ihrem Element sind. Ausdauernd und zäh folgen die Hunde den Kommandos des Mushers. Inuit und nordische Nomaden nutzen ihre Hundegespanne nicht nur zum Transport, sondern auch für Rennen – ein Sport, der auch hier immer mehr Freunde findet. Überall in Deutschland gibt es Hundeschlittensportler, die ihren Gespannen in der schneefreien Zeit auf Trainingswagen folgen. Schlittenhunde wurden über Jahrtausende auf ihre Eigenschaften hin gezüchtet und haben neben ihrer Leistungsbereitschaft ein extrem ausgeprägtes Sozialverhalten im Rudel. Diese Hunde brauchen sehr viel Bewegung und sind nichts für kleine Wohnungen! Infos und Termine beim Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine unter: www.vdsv.de

Anerkannte Schlittenhunderassen

Offiziell anerkannt sind vier Schlittenhunderassen:

  • Grönlandhund: Mut und Beharrlichkeit zeichnen die Hunde der Eskimos aus.
  • Alaskan Malamute: Das eigenwillige Tier will gut ausgelastet sein, dann ist es sehr umgänglich.
  • Samojede: Der arktische Spitz ist charmant, ausdauernd, freundlich und gesellig. Kein Wachhund!
  • Siberian Husky: Der intelligente Arbeitshund ist sanftmütig, sehr eifrig und lernt schnell.

Pferdeschlitten: Touristenattraktion und Entlastung

Zugpferd, das an einen schwarzen Schlitten gespannt ist, steht im Schnee. Darum herum sind Hasen
©Colourbox

Hufkraft: In vielen Wintersportregionen gehört eine Pferdeschlittenfahrt zu den romantischsten Erlebnissen für Touristen. Die Pferde werden zudem in einigen Bergorten auch heute noch vor den Arbeitsschlitten gespannt.

| Land & Leute Redaktion | 31. Januar 2020