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Sommerbeeren: So gelingt der Anbau

Sommerbeeren: So gelingt der Anbau

Im Sommer freuen wir uns auf frische Himbeeren zum Vanilleeis, auf süße Stachelbeertorte und erfrischenden Johannisbeersaft. Holen Sie sich die beliebten Obststräucher doch auch in Ihren Garten. Der Anbau ist gar nicht schwer und Erntespaß garantiert!

Frische Himbeeren, Stachelbeeren oder Johannisbeeren direkt vom Strauch naschen – das ist für viele eine der schönsten Erinnerungen an die unbeschwerten Sommertage in Omas Garten, zu denen auch die Holunderbeerernte im Spätsommer gehört.

Obststräucher richtig pflegen

©Colourbox/Erwin Wodicka

Stachel- und Johannisbeersträucher wachsen recht kompakt, passen auch in kleinere Gärten und eignen sich sogar als Topfpflanzen. Nährstoffreicher Boden und zwei- bis dreimaliges Düngen pro Jahr lassen die Sträucher gut wachsen. Wer sie als Hochstämmchen pflanzt, darf einen Stützstab nicht vergessen.

Je nach Geschmacksvorlieben können unterschiedliche Sorten gepflanzt werden: Rote Johannisbeeren haben ein säuerliches Aroma und werden zwischen Juni und August gepflückt. ‘Heinemanns Rote Spätlese’ ist, wie der Name schon verrät, zum Beispiel eine sehr späte Sorte, die ab August erntereif ist. Wohingegen die Früchte von ‘Stanza’ oder ‘Detvan’ bereits ab Ende Juni/Anfang Juli gepflückt werden können. ‘Rovada’ ist eine späte Sorte, wohingegen ‘Ribest® Babette®’ schon ab Mitte Juni gepflückt werden kann.

Wer den Geschmack von Johannisbeeren mag, aber diesen lieber in einer milderen Variante genießen möchte, der holt sich Schwarze oder Weiße Johannisbeeren in den Garten. Eine reichliche Ernte versprechen die “Ribest”-Sorten der Weißen Johannisbeere. ‘Blanchette’ kann bereits ab Ende Juni geerntet werden. ‘Glasperle’ wird ab Mitte Juli erntereif. Beide Sorten haben einen sehr angenehm milden Geschmack und tragen extrem lange Traubenrispen..

gooseberry branch

Auch bei Stachelbeeren lohnt es sich, die Sorte mit Bedacht auszuwählen. Zum einen, weil sie resistent gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau, eine Pilzkrankheit, sein sollte, und zum anderen, weil es lohnt, eine (fast) dornenlose Sorte auszusuchen – ohne gepikst zu werden, macht die Ernte einfach mehr Spaß!

Empfehlenswerte Stachelbeersorten sind ‘Captivator’, ‘Larell’ und ‘Spinefree’ mit roten Beeren oder die Sorten ‘Mucurines’ und ‘Invicta’ mit grünen Beeren. Wichtig: Stachelbeersträucher bei Trockenheit unbedingt wässern.

Hilfe bei Trockenheit

©Colourbox

Damit Johannis- und Stachelbeeren, aber auch Himbeeren und Brombeeren nicht zu sehr unter sommerlicher Trockenheit leiden, können Sie den Boden darunter mit Mulch, wie etwa Rasenschnitt, abdecken.’.

Die beiden letzteren Beerensträucher, also Himbeeren und Brombeeren, werden im Garten an sonnige Plätze in Reihen gepflanzt und die langen Ruten durch aufgespannte Drähte gestützt. Das erleichtert Ernte und Schnitt. Unser Tipp: Ist der Gartenboden sehr schwer oder verdichtet, pflanzt man sie auf circa 40 cm hohe Erdwälle. Tolle Himbeersorten dafür sind beispielsweise ‘Ruby Beauty’ oder ‘Lowberry® Baby Dwarf .

Stachelbeeren benötigen keinen Pflanzwall, wollen aber nicht allzu sonnig stehen – sie können tatsächlich Sonnenbrand bekommen. Pflanzen Sie diese Sträucher lieber an einen halbschattigen Platz.

©Colourbox/Silke Kitscha Frederiksen

Holunder gedeiht, wenn der Boden feucht ist, fast überall, sogar im Schatten. Die Früchte des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) werden ab etwa September geerntet. Gute ertragreiche Gartensorten sind ‘Sampo’ oder ‘Haschberg’. Roh sind Holunderbeeren unverträglich, aber eingekocht als Gelee oder Saft umso leckerer.

Holunderbeeren halten sich nach der Ernte nicht lange. Deshalb sollten sie schnell verarbeitet und dabei immer erhitzt werden. Tipp: Beim Ernten der reifen Beeren Handschuhe tragen. Holunderbeergelee lässt sich mit Zitrone, Apfelsaft, Nektarinen oder Zimt verfeinern.

Leckere Marmeladen und Gelees

Das Einkochen von Marmeladen und Gelees ist ganz einfach, und man weiß, was drin ist.

Die richtige Basis

Nur die besten Beeren sind gut genug zum Marmelade- oder Geleekochen. Achten Sie beim Pflücken darauf, nur reife Beeren und solche ohne Schadstellen zu nehmen. Gläser gut reinigen, am besten in der Spülmaschine. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, spült sie noch einmal mit Alkohol aus.

Kochen und gelieren

©Colourbox

Aus stark kernhaltigen Früchten, wie etwa Johannisbeeren, am besten erst Saft zubereiten. Bewährt hat sich dafür der Dampfentsafter- Kochtopf. Marmelade lässt sich am einfachsten mit Gelierzucker kochen. Es gibt ihn in den verschiedensten Varianten im Handel.

Auch geeignet: Pektin, ein natürliches Geliermittel, und Agar-Agar, das rein pflanzlich ist. Bei beiden können Sie Süßungsmittel nach Wahl benutzen. Außer Zucker könnten das auch Honig oder Agavendicksaft sein.

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Land & Leute Redaktion | 2. Juni 2021