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Sukkulenten: Arten & Pflege

Sukkulenten: Arten & Pflege

Sie sind klein und pummelig oder groß und schlank, kommen aus den heißesten Gegenden der Erde und brauchen wenig Wasser: Sukkulenten gelten als Hungerkünstler unter den Pflanzen. Gut für faule Gärtner!

Manche Zimmerpflanzen machen es uns leicht: Auch wer keinen grünen Daumen hat, kann mit ihnen das Fensterbrett schmücken. Denn man muss nicht viel für ihre Pflege tun. Bei vielen ist weniger sogar mehr. Dickblattgewächse, die botanisch zu den Sukkulenten zählen, gehören zu diesen dankbaren Pflanzen.

Das wussten schon Generationen vor uns. Der Geldbaum (Crassula arborescens), die Aloe (Aloe vera), der Bitterbauch (Gasteria) und der Bogenhanf (Sansevieria) mit seinen schwertförmigen Blättern zählen seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Zimmerpflanzen.

Anpassungsfähig und schön

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Dazu kam es, weil sie sich ideal für Wohnungen eigneten, die damals weder Thermopanescheiben noch Zentralheizung hatten. Da war es im Winter auf dem Fensterbrett kühl, und das schätzen die meisten Sukkulenten sehr. Allerdings benötigen sie in der Zeit noch weniger Wasser als ohnehin, damit ihre Wurzeln nicht faulen.

Der Begriff Sukkulente kommt übrigens vom lateinischen Wort sucus, was so viel wie Saft bedeutet. Und der ist in diesen Gewächsen reichlich vorhanden. Sie haben nämlich Blätter, Stamm oder sogar Wurzeln zu Wasserspeichern umgebildet. Damit haben sich Sukkulenten an ihre Heimat in regenarmen Regionen wie Steppen, Wüsten oder Halbwüsten angepasst.

So gedeihen sie aber auch an besonderen Standorten, wie etwa in Felsspalten, wo sich kaum Wasser sammelt und die Pflanze das wenige lebenswichtige Nass für lange Dürreperioden speichern muss. Genau genommen zählen auch die Kakteen zu den sukkulenten Gewächsen, und auch einige winterharte Gartenstauden wie die rosettenbildenden Hauswurzen der Gattung Sempervivum.

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Sie stammen aus der Alpenregion und wachsen traditionell auch auf den Firsten der norddeutschen Reetdächer, wo sie das Gebäude vor Blitzeinschlag schützen sollen. Auch die Fetthenne (Sedum) gehört zu den Sukkulenten, die im Garten gedeihen. Dort wachsen sie vor allem auf sandigen Böden gut und blühen dann reicher als auf nährstoffreichen Lehmböden.

Alle Arten von Freiland-Sukkulenten stehen gern an Trockenmauern oder auf den Kronen von Bruchsteinmauern, wie man sie an alten Gehöften oft noch sieht. Die Vorliebe für einen sandigen und mineralischen Boden haben auch ihre Zimmergenossen: Je magerer und sonniger man sie aufstellt, desto typischer ist ihre Wuchsform. Bei zu wenig Licht nimmt das Längenwachstum der Triebe unschön zu. Zu viel Wasser lässt die Wurzel verfaulen und die Pflanze eingehen.

Sukkulenten: unverwüstlich

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Seit einiger Zeit haben die Sukkulenten sich ihren Stammplatz im Zimmer wieder zurückerobert. Findige Gärtner haben die unempfindlichen Zimmerpflanzen wiederentdeckt und dabei neben alten Bekannten auch zahlreiche neue Spielarten gefunden.

Egal ob rosettenbildende Echeverien, ihre strauchig verzweigten Verwandten der Gattung Aeonium, Aloes oder all die anderen Sukkulenten – ihre kleineren Varianten lassen sich auch gut zusammen in Pflanzgefäßen wirkungsvoll in Szene setzen, weil sie alle nicht viel Erde benötigen. Probieren Sie es doch einfach aus!

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Land & Leute Redaktion | 27. Januar 2021