Leben » Tomaten selbst vorziehen
Leben » Tomaten selbst vorziehen

Tomaten selbst vorziehen

Tomaten selbst vorziehen

Klein, faustgroß, kugelrund, oval, süß, herb oder würzig, hellrot, gestreift oder auch fast schwarz – Tomaten gibt es in den ungewöhnlichsten Variationen. Wer sie im frühen Frühling selbst aussät, kann viele Sorten erproben.

Als “goldene Äpfel” kamen die Tomaten einst aus dem fernen Mittelamerika zu uns. Ob es Kolumbus war, der sie bei den Ureinwohnern kennengelernt hatte und nach Europa brachte, ist nicht sicher. Wohl aber, dass um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Pflanze und ihre Früchte als Pomi d’oro, als Goldäpfel, beschrieben wurden.

Noch heute erinnert der italienische Name Pomodoro daran, den wir von den Tomatendosen her kennen. So günstig diese auch zu haben sind: Einst war die Tomate eine kostbare exotische Frucht. Damals zeigte sie sich weit weniger rot als heutzutage – und auch viel kleiner. Die ursprünglichen Formen sind eher unscheinbar, denn den Maya und Azteken war der Geschmack vermutlich wichtiger als die Farbe.

Wiederentdeckte Vielfalt

©Colourbox

Bei Tomaten zählt das Aroma, und man kann sowohl zuckersüße als auch herb-fruchtige Varianten schmecken. Das liegt an der ungeheuren Vielfalt von Sorten, die heute wieder zu haben sind. Alte, wie etwa ‘Harzfeuer’, ‘Black Zebra’, ‘Blue Beauty’ und ‘Rote Murmel’, haben nicht nur wohlklingende Namen, sie schmecken auch sehr aromatisch. Allerdings sind sie nur selten im Gemüsehandel erhältlich.

Der beschränkt sich auf Sorten, die festfleischig sind und sich ohne Schaden auch über weite Wege transportieren lassen. Von Sonnengelb über Orange, Rot und Rosa bis zu Grün, Blau und Streifenmustern reicht aber auch hier die Farbpalette. Doch um des guten Geschmacks Willen lohnt es sich, im Garten oder auf dem Balkon immer neue und vor allem alte Sorten auszuprobieren.

Tomaten lieben Wärme

©Colourbox

Als Kinder der wohltemperierten Zone brauchen Tomaten aber auch nach fast 500 Jahren Züchtung in Europa noch immer viel Wärme, um beste Ergebnisse in Geschmack und Ertrag zu liefern. Vor allem kühle und regenreiche Sommer verderben ihnen die Lust am Wachsen gründlich. Darum ist ein Regenschutz aus Folie oder die Kultur im Kleingewächshaus besonders vorteilhaft. Und: Vorkultur ist ein Muss!

Tomaten vorziehen: Schritt für Schritt

Zeitplan

Ab Mitte März: Sortenwahl und Aussaat

Ab Mitte April: Auspflanzen, umtopfen

Ab Mitte Mai: Ins Freiland auspflanzen

©Colourbox

1. AUSSÄEN

Tomatensamen sind hellbeige bis weißlich und flach. Zur Aussaat benötigen Sie flache Schalen, die mit Anzuchterde gefüllt sind. Anzuchterde enthält keinen Dünger.

2. PIKIEREN

Wenn beide Keimblätter vollständig entfaltet sind oder die ersten Laubblätter sprießen, werden die Pflanzen vorsichtig vereinzelt und in Pikier- oder Gemüseerde gesetzt.

3. UMTOPFEN

Sind die jungen Tomatenpflanzen ca. 10 bis 15 cm hoch, topft man sie in Pflanztöpfe um. Wichtig bei mehreren Sorten sind hier die Etiketten.

4. AUSPFLANZEN

Die Jungpflanzen dürfen erst dann ins Freiland umziehen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

5. ANBINDEN

Ein stabiler Bambusstab oder ein gewundener Tomatenstab sorgt in den nächsten Wochen für Standfestigkeit.

6. AUSGEIZEN

Je weniger Seitentriebe eine Pflanze hat, desto mehr Kraft hat sie für Tomaten. Deshalb vorsichtig die kleinen Triebe in den Blattachseln herausknipsen oder -schneiden

So gibt es eine reiche Ernte

Alle Tomaten wollen gut mit Nährstoffen versorgt sein, damit sie reichlich Früchte tragen. Bewährt haben sich regelmäßige Gaben eines handelsüblichen Tomatendüngers.

Kaufen oder säen

Ob im Freiland, auf dem Balkon oder im Gewächshaus: Tomaten müssen vorgezogen werden. Kaufen Sie im Fachhandel oder auf dem Markt entweder vorgezogene Pflanzen oder ziehen Sie rechtzeitig selber vor. Das erleichtert den Start ungemein. Tomatensamen finden Sie z.B. unter: www.scharfundlecker.de, www.bingenheimersaatgut.de oder www.irinas-shop.de

©Colourbox

Im Kleingewächshaus

Ideale Standorte für Kleingewächshäuser sind sonnig und geschützt. Windexponierte Lagen sorgen im Sommer bei offenen Türen für ein schnelles Austrocknen der Pflanzen – man muss deutlich mehr wässern.

An den ersten heißen Tagen werden junge Pflanzen durch eine Schattierung vor Überhitzung und Verbrennungen geschützt. Regelmäßiges Lüften ist unerlässlich, denn eine gute Luftzirkulation beugt Krankheiten vor. Ständige Versorgung mit Wasser ist natürlich ein Muss.

Im Garten

Wer kein Gewächshaus hat, kann Tomaten auch ins Beet pflanzen. Allerdings sollten sie vor Regen geschützt sein: Also entweder einen überdachten Platz aussuchen, z.B. im großen Topf auf der Terrasse, oder der Pflanze eine Haube aus Folie spendieren, die sich immer wieder verwenden lässt. Es gibt sie im Blumenmarkt. Auch im Garten müssen die Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgt werden – vor allem an heißen Tagen.

Noch mehr Frühling im Garten

Land & Leute Redaktion | 18. März 2021