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Netflix: Unsere Highlights im November

Netflix: Unsere Highlights im November

Zwei Geschichten aus dem englischen Königshaus sowie ein hoch gehandelter Scorsese-Film: Das sind unsere Empfehlungen bei Netflix im November.

"The King", ab 1. November

Timothée Chalamet im Netflix-Film "The King"
©Netflix

David Michôds mittelalterliches Historienepos feierte bei den Filmfestspielen von Venedig Weltpremiere. Und auch wenn “The King” außerhalb des Wettbewerbs zu sehen war, hätte der Film den einen oder anderen Preis schon durchaus verdient. Timothée Chalamets behauptet sich als melancholisch-resignierter Titelheld eindrucksvoll gegen Charaktermimen wie Sean Harris und Joel Edgerton. Außerdem gibt sich Robert Pattinson als verrückt-derangierter französischer Dauphin die Ehre.

Im Mittelpunkt des von Shakespeares Lancaster-Trilogie inspirierten Films steht der rebellische Prinz Hal. Der lebt im Zwist mit seinem tyrannischen Vater, liefert sich Trinkgelage mit seinem Mentor, dem Ritter Falstaff, und hat absolut keine Ambitionen im Hinblick auf die Thronfolge. Trotzdem geht die Krone an ihn, als sein Vater und sein inkompetenter Bruder kurz nacheinander das Zeitliche segnen. Hal besteigt als Henry V. den englischen Thron und versucht, das zerrissene Land, das sein Vater hinterließ, zu einen.

"H", Staffel 1 ab 1. November

Szene aus der Netflix-Serie "H"
©Netflix

Barcelona in den 1960er Jahren: Der Heroinkartellboss Malpica (Javier Rey) verliebt sich in die Prostituierte Helena, gespielt von Adriana Ugarte („Verliebt in meine Frau“). Diese nutzt seine Liebe, um sich an die Spitze seines Imperiums zu katapultieren. Bald kontrolliert sie den Heroinschmuggel von Barcelona aus nach Afrika und in die USA.

Die Serie von Drehbuchautorin und Produzentin Verónica Fernández basiert auf wahren Geschehnissen: Fernández recherchierte über den italienischen Drogendealer Lucky Luciano, der mit Heroin gefüllte Puppen nutzte, um Heroin zu schmuggeln. Der Dreh- und Wendepunkt in allen acht Episoden ist der Club Albatros.

"American Son", ab 1. November

©Netflix

Rassismus, Sexismus und der Generationenkonflikt: All das trifft im Kammerspiel “American Son” aufeinander. Die dunkelhäutige Kendra Ellis-Connor, gespielt von Kerry Washington, meldet ihren Sohn Jamal in einer Polizeistation Südfloridas als vermisst. Im Lauf der regnerischen Nacht gerät sie zunehmend mit dem diensthabenden Officer Paul Larkin (Jeremy Jordan) aneinander, da dieser sich immer wieder offen rassistisch oder sexistisch zeigt. Ihr hinzustoßender Ex-Mann, der weiße FBI-Agent Scott Connor (Steven Pasquale), lässt die Situation weiter eskalieren.

“American Son” basiert auf dem gleichnamigen Broadway-Stück von Christopher Demos-Brown. Bei beiden führte Kenny Leon (“Hairspray Live”) Regie. Das Drama wirft die interessante Frage auf, inwieweit sexistische und rassistische Vorurteile die Arbeit der US-amerikanischen Polizei beeinflussen.

"Atypical", Staffel 3 ab 1. November

Keir Gilchrist in der Serie "Atypical"
©Netflix

Toll geschrieben, sensibel inszeniert und großartig gespielt: Die Serie “Atypical” ist eine Dramedy im besten Sinne. Vieles hat sich getan seit dem Finale der zweiten Staffel, in dem der Autist Sam (Keir Gilchrist) über sich hinauswuchs und vor der versammelten Schule die Abschlussrede seines Jahrgangs hielt. Staffel drei setzt nahtlos dort an.

Während Sam mit dem Wechsel aufs College einen weiteren Schritt in Richtung Erwachsenwerden und Selbstständigkeit wagt, geht es bei den anderen Charakteren vor allem zwischenmenschlich drunter und drüber. Sams jüngere Schwester Casey (Brigette Lundy-Paine) findet sich in einem emotionalen Chaos wieder, als sie, obwohl sie ihren Freund Evan liebt, romantische Gefühle für ihre Freundin Izzie entwickelt. Auch die Eltern der beiden, Elsa (Jennifer Jason Leigh) und Doug (Michael Rapaport), stecken nach wie vor in der Krise, und sogar Sams scheinbar unerschütterliche Freundschaft zu seinem Berater in allen Lebensfragen, Zahid (Nik Dodani), gerät durch eine Frau ins Wanken. Langweilig wird es also auch in den zehn neuen Folgen von “Atypical” nicht!

"The End of the F***ing World", Staffel 2 ab 5. November

Jessica Barden in "The End of the F***ing World"
©Netflix

Die britische Comicadaption war 2017 ein echter Überraschungs-Hit. Die schräg-morbide Coming-of-Age-Serie erzählt die Geschichte des 17-jährigen James (Alex Lawther), der sich selbst für einen waschechten Psychopathen hält. Gerade als er einen ersten Mord an einem Menschen in Angriff nehmen will, lernt er seine depressive Mitschülerin Alyssa (Jessica Barden) kennen. Eigentlich wäre sie das perfekte Opfer. Doch Alyssa hat andere Pläne und nimmt James mit auf einen chaotischen Roadtrip, um ihren Vater zu suchen. Bald muss James seinen Plan überdenken, denn er hat sich Hals über Kopf in Alyssa verknallt …

Die erste Staffel kombinierte schrägen Humor, blutige Thrillerelemente und ernsthafte Fragen des Erwachsenwerdens auf originelle Weise. Wie es in Staffel 2 weitergeht? Die entscheidende Frage ist zunächst: Lebt James noch? Die erste Staffel endete 2017 mit einem Cliffhanger: James und Alyssa waren auf der Flucht vor der Polizei, das Bild wurde schwarz – und dann fiel ein Schuss. Die Comicvorlage von Charles S. Forsman endet mit James’ Tod. Für Staffel 2 hatten die Drehbuchautoren freie Hand. Sicher ist vor allem eins: In zahllosen Promo-Fotos sieht man Alyssa in einem Brautkleid. Man darf also gespannt sein.

"The Crown", Staffel 3 ab 17. November

©Netflix

Lange mussten Fans auf neue Folgen warten, doch nun ist es endlich soweit: Zur dritten Staffel steht in Peter Morgans gefeierter Serie über das Leben der britischen Monarchin Elizabeth II. und ihrer Familie ein Generationswechsel an. Da die neuen zehn Folgen in den 60er-und 70er-Jahren spielen, löst Oscarpreisträgerin Olivia Colman ihre Kollegin Claire Foy ab. Erfahrung mit gekrönten Häuptern bringt Colman mit, spielte sie doch im preisgekrönten “The Favourite” kürzlich erst Queen Anne. Ihr zur Seite steht “Outlander”-Star Tobias Menzies als Prinz Philip, während Helena Bonham Carter in die Rolle von Prinzessin Margaret schlüpft.

Neben den politischen Ereignissen der Zeit wird sich die dritte Staffel natürlich auch wieder um die privaten Turbulenzen des Königshauses gehen. Den Produzenten zufolge wird nicht nur Prinzessin Margarets skandalöse Scheidung von Lord Snowdon einen Teil der Handlung ausmachen. Auch der Beginn der Beziehung von Prinz Charles und der jungen Camilla wird im Fokus stehen. Auf den Auftritt von Prinzessin Diana müssen sich die Zuschauer wohl allerdings bis Staffel vier gedulden. Dann wird auch Gillian Anderson zum Cast stoßen. Sie wird Margaret Thatcher verkörpern.

"Dolly Parton's Heartstrings", Staffel 1 ab 22. November

Dolly Parton in ihrer eigenen Serie "Dolly Parton's Heartstrings"
©Netflix

Aufgetürmtes, blond gefärbtes Haar, jede Menge Makeup und ein vom Schönheitschirurgen geformter Körper: Dolly Parton ist ein lebendes Kunstwerk – und steht dazu. Die 73-jährige Amerikanerin (und Patentante von Skandalnudel Miley Cyrus) zählt zu den erfolgreichsten und berühmtesten Countrysängerinnen der Welt. Zu ihren größten Hits zählen die oft gecoverten Songs  “Jolene”, “9 to 5” und “I Will Always Love You”. Auch als Schauspielerin tritt Parton gelegentlich in Aktion, darunter in “Magnolien aus Stahl” und “Miss Undercover 2”.

Ganz und gar auf Dolly eingestellt ist die Netflix-Serie “Dolly Parton’s Heartstrings”. Sie behandelt in jeder ihrer acht Episoden einen Song der Country-Ikone (um “Jolene” geht es in Folge vier). Dolly Parton selbst leitet jede der Geschichten ein und erläutert, worum es geht und was sie einst zum Schreiben des Liedes inspiriert hat. Neben der Liebe und Familie stehen vor allem die Themen Glaube und Vergebung im Fokus. Neben Parton selbst wurden unter anderen Kathleen Turner, Ginnifer Goodwin, Julianne Hough und Kimberly Williams-Paisley verpflichtet.

"The Irishman", ab 27. November

Szene aus dem Netflix-Film "The Irishman"
©Netflix

Über zehn Jahre arbeitete Oscarpreisträger Martin Scorsese (“The Departed”) an seinem ehrgeizigen Projekt über den Mafia-Killer Frank “The Irishman” Sheeran und seine Rolle im bis heute ungeklärten Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Trotz hochkarätiger Besetzung mit Hollywood-Urgesteinen wie Robert De Niro, Al Pacino, Harvey Keitel und Joe Pesci, den Scorsese für diesen Film gar aus dem Ruhestand lockte, sprang Paramount 2015 als Finanzier des Films ab.

Auch kein anderes Hollywood-Studio wollte das Risiko der wachsenden Produktionskosten tragen. Am Ende sprang Netflix ein – und ließ sich die Filmrechte an Scorseses Herzensprojekt stolze 105 Millionen Dollar kosten. Die Investition hat sich gelohnt: Nach der Premiere von „The Irishman“ schwärmten Kritiker von der detailreichen Inszenierung der über 3 Stunden langen  Gangsterballade.

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| Kristin Lenk | 5. November 2019