Neues aus Film und Fernsehen » ESC-Finale 2022 im Ersten
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ESC-Finale 2022 im Ersten

ESC-Finale 2022 im Ersten

Malik Harris ist unser Mann beim “Eurovision Song Contest” (am 14. Mai aus Turin, live im Ersten) und will Deutschland in den Favoritenkreis bringen. Ein Ausblick, auch auf die starke Konkurrenz.

Die “Big Five” beim ESC heißen bekanntlich nicht so, weil sie so oft gewinnen: Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien sind schlicht als größte Geldgeber fürs Finale gesetzt. Eigentlich unglaublich, dass zum Beispiel die Musik nation Italien lange nur zwei Triumphe vorweisen konnte, bis 2021 die Retrorocker “Måneskin” Rotterdam eroberten. In Turin darf Italien nun also zum dritten Mal gastgeben. Nehmen wir das als gutes Omen, dass auch Deutschland noch ein dritter Sieg gelingen könnte.

Ein Mann, drei Instrumente

Der beste Grund für Optimismus im Jahr 2022 heißt Malik Harris. Der 24-jährige Landsberger legte beim Vorentscheid einen berührenden Auftritt hin; übrigens unter den Augen seines sichtbar stolzen Papas Ricky, der in den 90ern als Talkmaster bei Sat.1 bekannt wurde. Maliks Song “Rockstars” ist eine Ode an glückliche Kindheitstage. Sie erinnert phasenweise an die Ballade “You Let Me Walk Alone”, den letzten gut platzierten deutschen Beitrag. Michael Schulte katapultierte sich damit auf einen großartigen vierten Platz, die mit Abstand beste Platzierung eines deutschen Interpreten nach Lenas Erfolg vor über zehn Jahren.

Mit kunstvoll gerappten Parts hat “Rockstars” eine ganz eigene Handschrift. In Turin wird Malik Harris ausschließlich auf seine eigene Bühnenpräsenz setzen, er begleitet sich selbst mit Gitarre, Keyboard und Drumpad – so, wie es der Vollblutmusiker seit Jahren gewohnt ist. 

Aber, so viel Ehrlichkeit muss sein: Bei den Buchmachern stehen andere ganz oben. Wie die Ukraine, und das nicht nur wegen erwartbarer Solidaritätspunkte. Denn das Kalush Orchestra bringt einen tollen Ohrwurm auf die Bühne, “Stefania” mischt eingängigen Ethno- Sound mit schnellem Rap. 

Auch dem “Big Five”-Vertreter Großbritannien wird ausnahmsweise Großes zugetraut. Sam Ryder singt “Space Man”, seine Stimme erobert höchste Sphären und verbreitet sofort gute Laune. In tieferen Tönen bittet die Schwedin Cornelia Jakobs “Hold Me Closer” – eine Ballade mit tollem Groove. Sollte die Frau mit der herrlich rauchigen Stimme ihrer Favoritenrolle gerecht werden, wäre es schon der siebte Sieg für Schweden, womit man zum Rekordhalter Irland aufschließen würde. Sehr reduziert geht für die Niederlande Stien den Hollander alias S10 an den Start, ihr Trennungssong “De Diepte” verzaubert mit eleganter Melancholie. 

Zuletzt werden auch die Italiener Mahmood & Blanko hoch gehandelt mit der gleichgeschlechtlichen Liebeskummernummer “Brividi”. Gegen die beiden spricht die Statistik: Eine direkte Titel verteidigung gab es beim ESC noch nie.

Party auf der Reeperbahn

Was es aber gab, ist ein Sänger, der zweimal gewann: Der Ire Johnny Logan ist zu Gast bei “Miss ESC” Barbara Schöneberger, die sich um 20.15 Uhr aus St. Pauli zum Countdown und um 0.50 Uhr zur Aftershow meldet. Neben dem zweifachen ESC-Champion ist auch ESC-Fachmann Thomas Hermanns zu Gast, und Max Giesinger wird als TV-Premiere den Song “Taxi” von seinem “neuen” Album “VIER EINHALB” präsentieren.

Sendetermine zum ESC-Finale in Turin

  • Samstag, 14. Mai 2022, 21 Uhr in der ARD
  • ab 20:15 Uhr startet bereits der Countdown
| Oliver Kinser | 12. Mai 2022