Reisen & Entdecken » Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
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Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Die naturnahe Region hat viel zu bieten: Zu Fuß kann sie auf stillen Wegen erwandert werden, die Schönheiten der Natur lassen sich aber auch prima mit dem Rad erkunden. Oder wie wäre es mit einem Bummel durch eines der hübschen Fachwerkstädtchen?

Der Hektik und dem Termindruck des Alltags entfliehen, zur Ruhe finden: Wo kann man das besser als abseits der großen, lauten Städte, in naturnahen, grünen Gegenden?

©Archiv BRV

Die sich über den nur sehr dünn besiedelten Landkreis Lüchow-Dannenberg und Teile des Landkreises Lüneburg erstreckende Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland mit dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue im östlichen Niedersachsen ist so eine Region, eine ursprüngliche Stromlandschaft – genau richtig für Naturverbundene.

Mensch und Natur leben hier noch harmonisch in Einklang. Und auch Besucher sind gerne willkommen, die stille Region auf ganz unterschiedliche Art zu erleben (www.elbtalaue.niedersachsen.de).

Landschaft und Fauna erkunden

©Tobias Keienburg

Wanderfreunde können auf einsamen und langen Waldwegen die Landschaft und Tierwelt entdecken. Der Staatsforst Göhrde verströmt den frischen Duft von Kiefern, Fichten, Eichen und Buchen. Interessant ist im Amt Neuhaus eine Wanderung zur Stixer Wanderdüne (Foto). Verschüttete Kiefern zeugen davon, dass sie noch immer aktiv ist.

Bei trockenem Wind zieht ihr Sand gen Osten. Wer mehr über den Biber wissen möchte, der seit den 1990er-Jahren die Elbufer und Elbe-Nebenflüsse zurückerobert, ist in Gartow richtig. Auf einem Biber-Rundwanderweg (6,5 Kilometer) und einem Biberpfad (2,6 Kilometer) erfahren große und kleine Liebhaber von Deutschlands größtem Nagetier, wie der geschickte “Meister Bockert” lebt.

Für Hobby-Ornithologen bieten sich Streifzüge durch die Sudewiesen im Amt Neuhaus an. Im Frühjahr und Frühsommer finden sich hier neben Störchen auch Kiebitze, der Wachtelkönig oder die Knäkente ein. Heckrinder und auch Konik-Pferde treffen Wanderer auf Touren ebenfalls häufig an – die robusten Landschaftshelfer verbringen das ganze Jahr im Freien.

Natur und Kultur verbinden

©Franz Höchtl

Bei etlichen Wanderungen kommen auch Kulturinteressierte auf ihre Kosten. So kann man in den Wäldern auf Großsteingräber stoßen. Die Zeugen aus der Jungsteinzeit (etwa 3500 bis 2800 vor Christus) finden sich etwa im Schieringer Forst, der zum Bleckeder Stadtteil Barskamp gehört. Drei Grabanlagen können hier bestaunt werden.

An zahlreichen Wegen befinden sich zudem Deiche, Aussichtstürme und Wassermühlen. Eine Wind- und zwölf Wassermühlen zählt allein der Landkreis Lüchow-Dannenberg, die am Wegesrand plätschernder Mühlenbäche liegen und Teil der Niedersächsischen Mühlenstraße sind.

Am Deutschen Mühlentag, der jährlich am Pfingstmontag stattfindet, öffnen einige der historischen Gebäude ihre Pforten. Interessierte Besucher dürfen dann einen Blick auf die beeindruckenden Mahlwerke und Kornkammern werfen und erfahren, wie das alte Handwerk funktionierte.

Mit dem Rad unterwegs

Begeisterte Radfahrer sind in der Biosphärenregion Elbtalaue- Wendland ebenfalls genau richtig. Viele Gäste kommen über den beliebten Elberadweg gleich auf dem Drahtesel direkt in die Region geradelt, die auch zahlreiche Tagestouren zu bieten hat.

Auf einem von Dannenberg ausgehenden Radrundweg tauchen Naturfreunde in “Amphibische Welten” ein und lernen dabei einiges über den Lebensraum von Laubfrosch, Erdkröte, Kammmolch und Co.

©Skyimage21

Für Kulturinteressierte lohnen sich Touren zu Rundlingsdörfern wie Güstritz oder Lübeln (Foto). Rundlingsdörfer sind eine besondere Siedlungsform: Die hübschen Fachwerkhäuser der zum Weltkulturerbe zählenden Dörfer reihen sich um einen runden oder ovalen Platz, ihre Giebel weisen in Richtung der Ortsmitte.

In Lübeln erinnert ein Heimatmuseum an die Vergangenheit: Sie erfahren, wie die Dörfler im 19. Jahrhundert lebten. Infos unter: www.rundlingsmuseum.de

In Lüchow-Dannenberg gibt es noch über 200 Dörfer mit Rundlingsgeschichte – ein Dorftyp, der im Übrigen einzig hier im Wendland zu finden ist. Oftmals führt nur eine Straße in die Siedlungen, die nicht selten lediglich drei bis zwölf Höfe zählen. Touren unter: www.elbtalaue-wendland.de.

Entlang der Fachwerkstraße

©Marketingbüro Wendland Elbe

Wer Lust auf noch mehr Fachwerk hat, bummelt durch eines der idyllischen Städtchen, die wie die Rundlinge an der Deutschen Fachwerkstraße liegen. In Bleckede mit seinen Häusern aus dem 17. Jahrhundert informiert im Schloss das “Biosphaerium” über die Elbtalaue. Es beherbergt auch eine Biberanlage und eine Aquarienlandschaft (www.biosphaerium.de).

Ebenfalls ein Schloss gibt es in Gartow. In seinem Barocksaal verzaubern Kammerkonzerte Kulturliebhaber. Stilelemente der frühen Biedermeierzeit finden sich in der Altstadt von Lüchow.  Von der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter ist aber nur noch ein Turm erhalten.

©Marketingbüro Wendland Elbe

Die schlimmste Katastrophe traf Lüchow im Jahr 1811: Beinahe der ganze Ort, auch das Rathaus und das prächtige Schloss, fielen einem verheerenden Feuer zum Opfer. In der idyllischen Altstadt Lüchows lassen sich Elemente aus der frühen Biedermeierzeit entdecken.

Sie sind ein Hinweis auf den Wiederaufbau des Ortes in der Zeit nach dem fatalen Brand. Heute können Besucher der Kreisstadt Natur, Kunst und Kultur gleichermaßen erleben.

Und im Kurort Hitzacker lässt es sich hervorragend durch die bezaubernden Gassen der Altstadtinsel schlendern, während in Dannenberg die vielen Cafés einladen, einfach die Schönheit des Ortes auf sich wirken zu lassen.

Tierische Bewohner der Region

©Anne Spiegel

Störche

Im Auengrünland erschallt das Klappern der Störche vom Frühjahr bis in den Herbst. Im Feuchtgebiet finden sie ein großes Nahrungsangebot.

Heckrinder

Die dem ausgestorbenen Auerochsen ähnelnden, mächtigen Tiere sind perfekte Landschaftspfleger. Friedlich weidend, halten sie Gras und Büsche kurz.

©Archiv BRV

Kibitze

Im Frühling und im Frühsommer erschallt der Ruf der Kibitze. Die Chancen stehen gut, beim Wandern auf den Wiesenvogel zu stoßen.

Biber

Anfang der 1990er-Jahre ist das große Nagetier an die Elbe zurückgekehrt. Es leben geschätzt über 500 Tiere im Biosphärenreservat.

©Archiv BRV

Koniks

Der Name Konik ist Polnisch und bedeutet Pferdchen. Wie die Heckrinder sind die kleinen Pferde ganz hervorragende Landschaftspfleger.

Amphibien

Wie leben Frosch und Co.? Auf einer rund 25 km langen Radtour kann auf den Spuren der Amphibien gewandelt werden. An zehn Stationen informiert der Weg, der durch die Dannenberger Marsch führt, über das faszinierende Leben der kleinen Landwirbeltiere, die sich nur im Wasser fortpflanzen können.

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Land & Leute Redaktion | 30. Juni 2021