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5 Gründe für einen Kurztrip nach Amsterdam

5 Gründe für einen Kurztrip nach Amsterdam

Wer spontan für ein verlängertes Wochenende noch eine geeignete Stadt sucht, der ist mit Amsterdam bestens beraten: Zum einen lässt sich die seit 1983 offizielle Hauptstadt der Niederlande sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, zum anderen ist die 800.000-Einwohner-Stadt recht überschaubar und gut in drei bis vier Tagen zu erkunden. Hier sind fünf Gründe, warum gerade Amsterdam ein Besuch wert ist.

#1 Eine bunte Stadt – Tristesse adé!

Dass Amsterdam eine bunte Stadt ist, sieht man auf dem ersten Blick. Bereits beim Eintreffen am Hauptbahnhof (es empfiehlt sich eine unkomplizierte Anreise via Bahn), erwartet einen die einzigartige Architektur der Stadt. Die Häuser, die an den Grachten – so heißen die Wasserkanäle hier – stehen, sind bunt und selten breit (durchschnittlich acht Meter). Der Grund: historisch wurden die Gebäude nach ihrer Breite besteuert; je mehr Hausfront an einer Gracht lag, desto teurer. Deswegen wurden aus Kostengründen bevorzugt schmale Fronten gebaut.

Zudem sind die verzierten Giebel und Fassaden von Haus zu Haus verschieden. Es lohnt sich, ab und zu den Kopf in den Nacken zu legen, um einen Blick auf die architektonische Formenvielfalt zu werfen. Zwischen den bunten Häusern schmücken die kleinen Buden mit Tulpen im Frühjahr und Tulpenzwiebeln ab Sommer die Straßen.

Auch abends wird es nicht langweilig in der überschaubaren Großstadt: Das Rotlichtviertel De Wallen erleuchtet im warmen Rot und Street-Art-Liebhaber können während des Abendessens in der Spuistraat das Ambiente genießen. Für Liebhaber der Farbe Grün empfiehlt sich ein Spaziergang oder ein gemütliches Picknick durch den 47 Hektar großen Vondelpark, aber Vorsicht: Hier sind weitaus mehr Fahrräder unterwegs als der Deutsche gewohnt ist.

bunte Grachten bunte Häuser Grachtenhäuser Amsterdam Niederlande
©Manuel Zänger

#2 Das Auto mal stehen lassen

Fahrrad fahren in Amsterdam Niederlande
©Manuel Zänger
Amsterdam Nacht Fahrräder
©Manuel Zänger

Das Hollandrad zählt zu den robustesten Fahrrädern. Kein Wunder, wenn man mal in Amsterdam deren Einsatz sieht: Denn hier fährt so gut wie jeder Fahrrad – und das bei Regen, Schnee oder Sonnenschein und auf jedem Untergrund! Für den ein oder anderen ist das Aufgebot an Rädern schon mal ungewohnt, mit der Zeit lernt man jedoch schnell ihnen aus dem Weg zu gehen.

Der typische Amsterdamer lässt sein Auto seit den 70ern auch lieber stehen. Aufgrund der erhöhten Verkehrsunfälle, formierten sich Gruppen, die sich für weniger motorisierte Verkehrsmittel in der Stadt einsetzten. Guerilla-Aktionen wie das nächtliche Aufmalen von Radwegen führten zu einem Umdenken in der Gesellschaft und erreichten dadurch auch die Politiker. Der Weg zu einer Fahrrad-Stadt war geebnet.

Heute können sich Touristen an jeder Ecke ein Fahrrad ausleihen. E-Roller hingegen sieht man in der Fahrradstadt nicht. Übrigens: der schöne Nebeneffekt einer solchen Fahrradstadt: Die Luft ist merklich besser und der Straßenlärm hält sich für eine Großstadt auch in Grenzen.

#3 Amsterdams kuriose Museen

viele Bücher Bibliothek in Amsterdamer Rijksmuseum
©Manuel Zänger

Zu jedem längeren Städtetrip gehört mindestens ein Museumsbesuch – es empfiehlt sich das Rijksmuseum mit Rembrandts Nachtwache und der gigantischen Forschungsbibliothek. Dafür sollte man sich jedoch Zeit nehmen, denn das Museum mit seinen 80 Galerien hat eine beträchtliche Größe von 10.000 Quadratmetern reiner Ausstellungsfläche. Da kommen schnell mal 1,5 Kilometer Strecke zusammen. Die Anstrengung wird jedoch belohnt: es gibt 8.000 Ausstellungsstücke.

Wer sich für die klassischen Museen nicht begeistern kann, wird in Amsterdam bildungstechnisch trotzdem fündig. Bei über 70 Museen ist für jeden etwas dabei. Bei Regenwetter findet so jeder seine passende Unterhaltung. Hier sind unsere Top 5:

  1. Cannabis-Museum

    • mit mehr als 1.200 Exponaten und vielen Infos vom Anbau bis zum Verzehr

    • Eintritt: 10 Euro

    • Damstraat 6, 1012 JM Amsterdam, täglich: 10-22 Uhr

  2. KattenKabinet

    • Alles mit Katzen: Bilder, Zeichnungen, Skulpturen

    • Eintritt: 7 Euro

    • Herengracht 497, 1017 BT Amsterdam, täglich: 10-17 Uhr

  3. Electric Ladyland

    • Das erste Museum für Schwarzlicht-Kunst geführt von einem Ehepaar

    • Eintritt: 5 Euro

    • Tweede Leliedwarsstraat 5, 1015 TB Amsterdam, Mittwoch – Samstag: 14-18 Uhr

  4. Tassenmuseum

    • Hat die größte Sammlung von Taschen und erzählt die 500-jährige Geschichte der Taschen-Mode

    • Eintritt: 13 Euro

    • Herengracht 573, 1017 CD Amsterdam, täglich: 10-17 Uhr

  5. Ripley’s Believe It or Not!

    • Auf fünf Ebenen überraschen Kuriositäten aus aller Welt

    • Eintritt: 19,50 Euro

    • Dam 21, 1012 JS Amsterdam, täglich 8-22 Uhr

#4 Old Amsterdam oder Rendang?

Old Amsterdam in Käseladen
©Manuel Zänger

Beim Spaziergang durch die Stadt wird keinem entgehen: Alles Käse hier! Die Niederlande sind zwar nicht für ihre Gourmet-Landesküche bekannt, dafür aber Amsterdam umso mehr für seinen Old Amsterdam. Der mittelalte Gouda reift acht Monate und bildet kleine Salzkristalle. Sein Markenzeichen ist die orangene Farbe und die schwarze Rinde. In der Innenstadt stapeln sich die Käselaiber in großen Käseboutiquen. Unbedingt Backwaren wie Kaastengels (Käse frittiert im Blätterteig) und Kaassoufflé (panierter Käse) probieren!

Wer mit Käse nichts anfangen kann, der möge sich auf die vielen indonesischen Imbisse stürzen. Als ehemaliges Kolonialland der Niederlande, hat sich die indonesische Küche vor allem in den Großstädten etabliert. Insider-Tipp: Lieber die Restaurants überspringen und sich in einem Imbiss günstig und lecker einen Teller zusammenstellen lassen. Scheuen Sie nicht, sich dabei beraten zu lassen. Folgende Gerichte sind zu empfehlen: Rendang (scharfes Curry klassisch mit Rind), Kipsaté (gegrillter Fleischspieß mit Erdnusssoße), Loempia (die indonesische Interpretation von Frühlingsrollen) und Bami Goreng (scharf gebratene Nudeln).

Imbiss in Amsterdam mit indonesischem Essen
©Manuel Zänger

#5 Das Shoppingerlebnis abseits vom Mainstream

Aus den Deutschen Großstädten kaum noch wegzudenken, sind die Modeketten und Fast-Food-Restaurants. Auch Amsterdam ist damit überflutet, nichtsdestotrotz konnten sich da noch süße kleine Läden über Wasser halten, die man in Deutschland oft vermisst. Da gibt es zum Beispiel den Amsterdam Duck Store für Fans der Badewannen-Ente oder den Socks We Love mit Socken für jeden Anlass. Wer schon immer durch eine Glasscheibe ins Untergeschoss auf Platten gucken wollte, der besucht den Zap Records-Laden. Für Modebegeisterte, die schon immer eine Zeitreise machen wollten, gibt es den Rumors Vintage & Design. Für den Bummel im Freien empfiehlt sich ein Schlenker zum Albert-Cuyp-Markt, auf dem man Käse, Kleidung und Kitsch findet.

Fahrradfahrer im Regen in Amsterdam
©Manuel Zänger

Am Ende des Trips fühlt man sich dann wie ein richtiger Amsterdamer, wenn man, ohne von einem Fahrrad überfahren zu werden, die Straße überqueren kann.

| Anh Phi | 25. Oktober 2019