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Mittelmeerparadies Malta: Kultur und Natur

Mittelmeerparadies Malta: Kultur und Natur

Steile Klippen, megalithische Tempel und prachtvolle Kathedralen, umrahmt von türkisfarbenem Meer: Malta, Gozo und Comino bieten den perfekten Mix aus landschaftlichem und kulturellem Erlebnis.

Wer den Sommer noch etwas verlängern und die letzten Sonnenstrahlen genießen will, der ist mit einer Reise nach Malta und seinen Schwesterinseln Gozo und Comino gut beraten. Im September und Oktober ist es dort angenehm warm und sogar ein Bad im Meer ist mit etwas Glück noch möglich.

Europas kleinste Hauptstadt: Valletta

Die St. John's Co-Cathedral in Valletta, Malta, von innen
©Sabine Storch

Die 7.000-Einwohnerstadt Valletta (Titelbild) ist immer voller Leben. Die Stadt ist nicht nur der Arbeitsort für viele Malteser, sondern lockt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch zahlreiche Besucher an. Zu besichtigen gibt es etwa den Großmeisterpalast, die Nationalbibliothek (kostenlos), Fort St. Elmo inklusive Kriegsmuseum sowie sage und schreibe 25 Kirchen – darunter ist die eindrucksvolle St. John’s Co-Cathedral. Ihre schlichte Außengestaltung lässt nicht auf ihr prachtvolles Inneres (Foto oben) schließen.

Sowohl der Upper als auch der Lower Barrakka Garden sind Ruheoasen mit einem schönen Blick auf die Three Cities, die ebenfalls einen Besuch wert sind. Abends richtig was los ist in der Strait Street, dem früheren Rotlichtviertel der Stadt. Hier reihen sich Bars an Restaurants und Kneipen – da ist für jeden etwas dabei. Die toll illuminierte Bridge Bar lädt zudem jeden Freitagabend zum Jazz-Konzert unter freiem Himmel ein.

Ausflugsziele: Tempel, Grotten, Städte

Von Valletta aus lässt sich die gesamte Insel gut erkunden. Einen Ausflug wert ist auf jeden Fall die Altstadt der früheren Hauptstadt Mdina und des angrenzenden Rabats. In letzterem sollten Sie die St. Pauls Catacombs besichtigen. Für nur sechs Euro können sowohl die jahrhundertealten Katakomben, die Weltkriegsbunker, die St. Pauls Church sowie das Wignacourt Museum besichtigt werden. Auch die St. Agatha Catacombs und die Roman Villa lohnen einen Besuch.

Mdinas Altstadt ist ein einziges Highlight an sich. Besonders sehenswert ist der Palazzo Falson – ein mittelalterliche Palast im sizilianisch-normannischen Stil, in dem die abwechslungsreiche Sammlung verschiedenster antiker Gegenstände des letzten Bewohners, Olaf Gollcher, ausgestellt ist. Die Führung per Audio Guide ist hervorragend aufbereitet. Den besten Kuchen der Insel gibt es wohl im Fontanella Tea Garden, der von seiner Terrasse einen ganz besonderen Weitblick über Malta bietet.

Blick vom Palazzo Falson aus über die Altstadt von Mdina, Malta.
©Sabine Storch

Ein weiteres Höhepunkt: Eine Bootstour (8 Euro für 25 Min) zur Blue Grotto mit anschließender Wanderung zu den megalithischen Tempeln von Ħaġar Qim und Mnajdra. Diese entstanden circa 3800 bis 2500 Jahre vor Christus. Der Euro für einen Audio Guide lohnt sich.

Wer eine gute Kondition auch bei steil bergauf gehenden Routen hat, wandert von den Tempeln weiter die Küste entlang, vorbei an einsamen Buchten, nach Għar Lapsi. Dort geht es weiter über die Dingli Cliffs bis nach Dingli.

Den berühmten St. Peter’s Pool erreicht man in 30 Minuten zu Fuß vom Fischerörtchen Marsaxlokk aus. Dort gibt es übrigens auch die besten Fischrestaurants der Insel. Wer noch Zeit hat, kann die Delimara-Halbinsel, auf der der St. Peter’s Pool liegt, weiter entlang wandern zum Fort und dem Leuchtturm. Ein Abstecher nach Birżebbuġa lohnt sich vor allem für die Höhle Għar Dalam.

Im Norden der Insel lockt neben den Sandstränden Mellieha mit seinen drei Kirchen, der alten Tunnara und dem Weltkriegsbunker. Auch das Popeye Village, Drehort des Popeye-Films aus den 80ern, ist ein Hingucker (wer keine 15 Euro Eintritt zahlen will, genießt nur den Blick von der anderen Seite der Anchor Bay).r

Gozo: Wanderparadies & tolle Buchten

Klippen im Süden Gozos, der Schwesterinsel von Malta
©Sabine Storch

Gozo ist wesentlich dünner besiedelt als seine große Schwester und bietet eine vielfältigere Natur. Diese lädt zu ausgiebigen Wanderungen entlang der imposanten Klippen ein – inklusive Badestopps in malerischen Buchten wie Mgarr ix-Xini, wo Angelina Jolie und Brad Pitt ihr Ehedrama “By the Sea” drehten. Auch tauchen lohnt sich! Wandert man von hier aus weiter in Richtung des kleinen Urlaubsorts Xlendi, passiert man die spektakulären Sanap Cliffs.

Einen Besuch abstatten sollten Sie unbedingt auch der Dwejra Bay. Hier stand das berühmte Azure Window, das sich 2017 bei einem Sturm ins Meer verabschiedete. Die Bucht, die gut mit dem Bus zu erreichen ist, ist aber immer noch reizvoll – besonders in den frühen Abendstunden, wenn die meisten Touristen und mit ihnen die Verkäufer und Tourenanbieter abziehen: Das Licht lässt die Klippen und das von Salzwasser durchlöcherte Gestein ganz anders wirken. Ein Bad im Inland Sea (Foto unten), einem mit Meerwasser gefüllten See, der durch eine Höhle mit dem Meer verbunden ist, ist dann umso erholsamer.

Inland Sea in der Dwejra Bay, Gozo
©Sabine Storch

Neben Victoria mit seiner Zitadelle ist auch Xagħra einen Besuch wert: Nach einem Frühstück im Café Reale – am besten die köstlichen Nutella-Pancakes oder ein Stück Kuchen – direkt vor der Parish Church, besichtigt man das Windmühlenmuseum und die Ġgantija-Tempel (Kombiticket für 13 Euro, inkl. Museen der Zitadelle in Victoria). Ein Spaziergang zur Calypso Cave (Eintritt wegen Einsturzgefahr verboten) lohnt sich für den tollen Blick und ein anschließendes Bad in der Ramla Bay.

Għarb ist wiederum ein guter Startpunkt für eine Rundwanderung über die kleine (und meist verschlossene) San Dimitri Church und das spektakuläre Wied il-Mielaħ Window bis zur überdimensionalen Wallfahrtsbasilika ta’ Pinu.

Comino: Baden in flüssigem Licht

Boote in der Blue Lagoon, Comino (Malta)
©Sabine Storch

Comino ist nur 3,5 Quadratkilometer groß und hat zwei Einwohner. Tagsüber ist es jedoch überfüllt von Touristen, die in der Blue Lagoon oder der Santa Maria Bay im glasklaren Meer baden. Die Insel kann innerhalb von zwei Stunden gut zu Fuß umrundet werden, die Wanderung ist nicht anstrengend. Wirkliche Ruhe findet man auf der beschaulichen Insel aber nirgends, viel zu viele Touristen sind auf ihr unterwegs. Spannend ist aber sowohl das alte Quarantäne-Hospital als auch die verlassene Schweinefarm. Bei der Vorstellung des früheren Lebens in den Gebäuden beschleichen einen glatt unheimliche Gefühle.

Reisevorschläge und allgemeine Tipps

Wer alles entspannt besichtigen möchte, sollte gut zehn bis 14 Tage Zeit einplanen: So ist es nicht nur möglich, Malta genauer zu begutachten, sondern auch Gozo einen ausführlichen Besuch abzustatten. Comino lässt sich gut an einem Tag erkunden.

Da auf Malta Linksverkehr herrscht, ist von einem Mietwagen eher abzuraten. Das Busnetz ist aber gut ausgebaut und billig: Mit der Tallinja Explore Card, die vor Ort oder vorab im Internet erstanden werden kann, können Besucher für 21 Euro sieben Tage lang sämtliche Busse auf Malta und Gozo nutzen. Auf der Website des Malta Public Transport gibt es weitere Hinweise und den Online-Shop.

Von Maltas Hauptstadt Valletta aus lässt sich die Hauptinsel gut besichtigen: Nahezu alle Busse starten oder enden hier. Auf Gozo bietet sich Victoria als Standpunkt an. Hier verkehren die Busse jedoch wesentlich seltener als auf Malta, das sollte bei der Routenplanung berücksichtigt werden.

Comino ist als Tagesausflug von beiden Inseln aus erreichbar. Die Fähren zwischen den drei Inseln verkehren etwa alle 30 bis 60 Minuten. Informationen zu Anbietern und Abfahrtszeiten gibt es auf visitmalta.de.

| Sabine Storch | 11. Oktober 2019