Reisen & Entdecken » Sicher in die Ferne – Reisen in Zeiten von Corona
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Sicher in die Ferne – Reisen in Zeiten von Corona

Sicher in die Ferne – Reisen in Zeiten von Corona

Nach Monaten im Lockdown wächst die Reiselust. Die Branche legt umfangreiche Sicherheitskonzepte vor, die das Risiko einer Covid-19-Infektion gering halten – sei es unterwegs oder im Quartier.

Corona-Sorgen über Bord werfen

Eine Seefahrt, die ist lustig. Doch in Corona-Zeiten scheuen viele Menschen die räumliche Enge, die an Bord eines Ozeanriesen unvermeidlich ist. Die Anbieter von Kreuzfahrten nehmen diese Sorgen ernst. Noch während des ersten Lockdowns im Jahr 2020 habe man begonnen, ein umfangreiches Infektionsmanagement zu erarbeiten, sagt Dr. Kurt Machens, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kreuzfahrtmedizin.

So weit möglich, wurden risikobehaftete Abläufe umgestellt. Die Schutzmaßnahmen beginnen schon im Hafen: Um Menschenansammlungen zu vermeiden, bekommen Passagiere für die Ankunft auf dem Schiff eigene Zeitfenster zugewiesen. An Bord ersetzt Bedienservice die Selbstbedienung. Auch die Digitalisierung vieler analoger Prozesse soll unnötige Kontakte vermeiden helfen. Zudem sind stichprobenartige Covid-Tests vorgesehen. Und: Reinlichkeit ist oberstes Gebot. “Vom Kapitän bis zum Tellerwäscher wird das Personal geschult, die Hygienevorschriften einzuhalten”, so der Mediziner Kurt Machens.

Erholung muss sein

Auch wer mit dem Flugzeug verreist, durchläuft vom Check-in bis zum Abflug ein aufwendiges Sicherheitsprogramm, das neben Testmöglichkeiten abgesperrte Sitzbereiche in den Terminals und Maskenpflicht am Boden wie in der Luft einschließt. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt gibt es zusätzlich eine fachärztliche Beratung.

Die Corona-Maßnahmen setzen sich am Reiseziel fort: In Hotels gelten für alle öffentlichen Bereiche Abstandsregeln und eine begrenzte Personenzahl – etwa im Speisesaal oder am Pool. Ohnehin geht der Trend zum Ferienhaus oder zur Ferienwohnung, wo man unter sich ist. Trotz aller Vorsicht: Die Erholung sollte nicht zu kurz kommen. Sonst sieht der zukünftige Urlaub etwa so aus wie im ersten angeblich Corona-sicheren Hotel, das in Singapur eröffnet hat. Die Gäste essen im Zimmer, kaufen in hoteleigenen Shops ein und kommunizieren per Gegensprechanlage hinter Glasscheiben. Virengeschützt mag ein solcher Aufenthalt sein. Aber entspannend? Das sei dahingestellt.

| Florian Büttner | 9. März 2021