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60 Jahre rtv: Diese Filme liefen 1961 im Kino

60 Jahre rtv: Diese Filme liefen 1961 im Kino

1961 war für uns ein besonderes Jahr! Die erste rtv erscheint und es beginnt eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte. Ein guter Grund für uns, das Jahr 1961 mal ein wenig genauer zu betrachten und Ihnen in einer Artikelserie verschiedenste Highlights aus unserem Gründungsjahr zu präsentieren – auch abseits der üblichen Themen. Diesmal werfen wir einen Blick auf die Kino-Höhepunkte des Jahres 1961!

Während in den 50er Jahren der Kinoboom ganz Deutschland erfasste, standen die 60er Jahre im Schatten der Krise. Die Filmwirtschaft wurde zu Beginn der 60er Jahre von spektakulären Firmenzusammenbrüchen geplagt. 1961 hielt die Jury des Deutschen Filmpreises keinen deutschen Film der höchsten Auszeichnung für würdig. Schon ein Jahr später setzte in Deutschland das landesweite Kinosterben ein. 1959 gab es knapp 7.000 Filmtheater in Deutschland. Zehn Jahre später sollten es grade mal noch die Hälfte sein. 

Trotzdem kamen im rtv-Gründungsjahr 1961 zahlreiche sehenswerte Filmproduktionen in die Kinos. Wir stellen ihnen die zehn spannendsten Filme mit einem Kinostart im Jahr 1961 vor.

Alamo - 26.1.1961

Der bereits 1960 gedrehte Western “Alamo” über die gleichnamige Schlacht um ein Fort, war die einzige (Solo-)Regiearbeit John Waynes. Der Westernheld musste sich verschulden, um die mit 12 Millionen US-Dollar taxierte Produktion überhaupt stemmen zu können. Als Belohnung gab es immerhin sieben Oscarnominierungen, von denen “Alamo” am Ende nur den Oscar für den “Besten Ton” einheimsen konnte. Der in seiner gekürzten Fassung immer noch 167 Minuten lange Western ist ein Epos über die Geburt Texas’. Eine historische Schlacht, mehr Kriegsfilm als klassischer Westernfilm. Bildgewaltig, patriotisch, mitreißend. Kein Wunder, dass der erzkonservative John Wayne hier alles auf eine Karte setzte. Der Film startete in Deutschland im Januar 1961.

Frankie und seine Spießgesellen - 17.2.1961

Der im Februar 1961 startetende Gangsterstreifen “Frankie und seine Spießgesellen” hieß in den USA “Ocean’s 11” und war die Vorlage für das erfolgreiche Remake von 2001 mit George Clooney und Brad Pitt. Im Original wird der smarte Bankräuber Danny (zu deutsch: Frankie) Ocean von Starsänger Frank Sinatra gespielt. Mit seinen “Ratpack”-Mitstreitern Dean Martin und Sammy Davis Jr. sowie acht anderen Kollegen will er in der Neujahrsnacht die fünf größten Casinos Las Vegas gleichzeitig ausrauben. Der etwas aus der Zeit gefallene, und dennoch sehenswerte Klassiker macht auch heute noch Spaß. 

Augen der Angst - 17.2.1961

Mit “Augen der Angst” hat es auch ein Film in unsere Liste geschafft, der 1961 für Verstörung sorgte. “Krankhaft, abwegig und peinlich geschmacklos” urteilte damals der Katholische Filmdienst. Heute gilt der Film als Meisterwerk. Für “Sissi”-Star Karlheinz Böhm, der die Hauptrolle des an Norman Bates erinnernden Kameramanns Mark Lewis spielt und Regisseur Michael Powell war der Film gleichbedeutend mit einem harten Karriereknick. In Deutschland musste der Film im Kino um zwei Szenen entschärft werden. Die Geschichte eines psychisch labilen Mannes, der Frauen vor laufender Kamera ermordet ist ein zeitloser Psychothriller, der auch 2021 noch schockt. Es dauerte bis in die 80er Jahre, bis die Zuschauer die Qualitäten des Films neu entdeckten …

Die glorreichen Sieben - 24.2.1961

Der 1960 entstandene Westernklassiker “Die glorreichen Sieben” wurde 2016 neu verfilmt. Doch das Remake konnte dem Original in keinster Weise das Wasser reichen. Der Western, der selbst auf Akira Kurosawas “Die sieben Samurai” basiert, gilt bis heute als einer der besten Western aller Zeiten. Neben Yul Brynner wurden die Hauptfiguren von Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz, Robert Vaughn, Brad Dexter und James Coburn gespielt. Der Film erzählt die packende Geschichte eines Dorfes, das jedes Jahr von einer Räuberbande überfallen wird. In ihrer Verzweiflung beschließen die Dorfbewohner, sieben Revolverhelden anzuheuern, die das Dorf beschützen sollen. In den folgenden Jahren entstanden drei Fortsetzungen und eine TV-Serie. Das Original ist – neben Kurosawas Werk – die beste der existierenden Versionen.

Letztes Jahr in Marienbad - 25.6.1961

Mit dem in Schwarz-Weiß gehaltenen Drama “Letztes Jahr in Marienbad” des französischen Künstlers Alain Resnais, startete im Juni 1961 ein außergewöhnlicher Film in den deutschen Kinos, der auch 60 Jahre später noch nachhallt. Nach “Hiroshima Mon Amour” war es für Resnais bereits der zweite Versuch, die neue französische Literatur ins Kino zu bringen. Das Ergebnis ist gleichermaßen verwirrend wie beeindruckend. Dass die Zuschauer über den Schluss hinaus nicht sicher sein können, was sie hier eigentlich sehen, liegt daran, dass es Resnais oft bei Andeutungen belässt. Die Geschichte eines Paares und deren spannende Reflexion über die Wahrnehmung. Echte Filmkunst!

Wilde Erdbeeren - 21.7.1961

Mit “Wilde Erdbeeren” startete 1961 auch ein Filmdrama von Ingmar Bergman in den deutschen Kinos. Der Film stammt eigentlich bereits aus dem Jahr 1957 und erhielt 1960 den Golden Globe für den Besten fremdsprachigen Film. “Wilde Erdbeeren” zählt bis heute zu den wichtigsten Filmen des schwedischen Regie-Exzentrikers Bergman. Der Film landet regelmäßig in Top-Listen der 100 besten Filme aller Zeiten. Das gleichermaßen komplexe wie bewegende Drama erzählt in schwarz-weißen Bildern von einem älteren Medizinprofessor, der auf der Reise von Stockholm in die Studentenstadt Lund auf unterschiedlichste Weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Und schließlich feststellen muss, dass es in seinem Leben nicht nur an der Liebe gefehlt hat.

Mariandl - 25.8.1961

Der österreichische Heimatfilm “Mariandl” mit der Schlagersängerin Conny Froboess ist eigentlich eine Neuverfilmung des Bühnenstücks “Der Hofrat Geiger”. Unter diesem Titel wurde es auch 1947 schon einmal verfilmt. Die Neufassung des umtriebigen Werner Jacobs (“Freddy und das Lied der Südsee”) erzählt von der Hotelbesitzerin Marianne Mühlhuber, deren uneheliches Kind Mariandl persönlich von Berlin nach Wien reist, um die Gründe für die Absage eines Musik-Stipendiums zu erfahren. Das seichte Verwechslungsspiel, bei dem sich der Hofrat schließlich als Vater von Mariandl herausstellt, erhielt bereits ein Jahr später eine Fortsetzung. Aus heutiger Sicht ist der Film wohl vorrangig für Nostalgiker interessant. 

Haie der Großstadt - 25.9.1961

Mit dem Sportfilm “Haie der Großstadt”, in dem Paul Newman den jungen Poolbillardspieler Eddie “Fast Eddie” Felson spielt, gelang Regisseur Robert Rossen eine faszinierende Milieustudie. Ein beeindruckender Film über Spielsucht, Alkoholsucht und die weiteren Abhängigkeiten, die damit einhergehen. Wenn die Jagd nach Ruhm auf die Verschwendung von Talent trifft, dann stellen sich meistens auch moralische Fragen. Ein grandioser Film, mit einem wunderbaren Paul Newman, der 1986 nochmal in die Rolle des gealterten Eddie Felson schlüpfte. In der Fortsetzung “Die Farbe des Geldes”, unter der Regie von Martin Scorsese, nimmt er einen jungen, von Tom Cruise gespielten Spieler, unter seine Fittiche. Auch stark!

Gefährliche Liebschaften - 6.10.1961

Wer an “Gefährliche Liebschaften” denkt, hat meistens das Drama von 1988 mit Glenn Close, John Malkovich und Michelle Pfeiffer vor Augen. Jüngere bekamen die Geschichte 1999 auch nochmal in “Eiskalte Engel” serviert. Dabei wurde der 1782 entstandene Briefroman von Choderlos de Laclos bereits 1959 verfilmt. Die Geschichte über Liebeleien und Intrigen im Paris der 50er Jahre endet tragisch. Das wahre Leben hielt leider Schritt. Neun Wochen nach der Uraufführung 1959 in Frankreich starb Hauptdarsteller Gérard Philipe mit nur 36 Jahren an Leberkrebs. Für Jeanne Moreau (“Mädchenjahre”) brachte der Film den Durchbruch in Frankreich. In Deutschland lief der Film im Oktober 1961 in den Kinos.

Das Urteil von Nürnberg - 14.12.1961

Das Jahr endet mit einem US-amerikanischen Gerichtsfilm über den Prozess gegen vier führende deutsche Juristen des NS-Staates. Die Handlung ist an die Nürnberger Prozesse angelehnt, die zwischen 1945 und 1949 stattfanden. Die Verhandlung wird in Stanley Kramers starbesetztem Justizdrama mit Marlene Dietrich noch einmal neu aufgerollt. Als “Advocatus Diaboli” stellt Verteidiger Rolfe (Maximilian Schell) die Frage, inwiefern die Angeklagten als schuldig verurteilt werden können, wenn sie nur dem damals geltenden Recht gefolgt sind. Das war 1961 ein viel diskutierter und neun mal für den Oscar nominierter Genrebeitrag. Heute gilt der Film als Klassiker des Gerichtsfilms, auch wenn es mittlerweile deutlich unterhaltsamere Beiträge zu diesem Thema gibt.

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| Sebastian Zapf | 13. September 2021