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Die Kino-Tipps im Oktober

Die Kino-Tipps im Oktober

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Die Kinos werden endlich wieder mit guten Filmen versorgt. Diesen Monat u.a. mit dem Horror-Film “Halloween Kills”, dem Disney-Spaß “Ron läuft schief” und Wes Andersons “The French Dispatch”. Alle Highlights des Monats finden Sie hier.

Die Schule der magischen Tiere, 7. Oktober

©Leonine

Mit “Die Schule der magischen Tiere” startet Anfang Oktober die Verfilmung von Margit Auers bekannter gleichnamiger Kinderbuchreihe. Bislang erschienen in der Hauptreihe 11 Bände, sowie 6 Bände innerhalb der Spin-Off-Reihe. Für verfilmbaren Nachschub ist also gesorgt. In Teil 1 der Filmreihe über die magischen Tiere der Wintersteinschule tut sich Ida in ihrer neuen Klasse recht schwer. Doch dann bekommt sie, wie alle anderen Schüler*innen ein magisches Tier an ihre Seite. Der Fuchs Rabbat soll ihr ein Freund fürs Leben werden. Rabbat kann nicht nur sprechen, er hat auch einen ganz eigenen Charakter. Als in der Schule ein Dieb sein Unwesen treibt, beginnt die spannende Suche nach dem Täter. 

Einschätzung

Ob “Die Schule der magischen Tiere” auch für Ältere funktoiniert? Schwer einzuschätzen. Für jüngere Schulkinder sollte der Fantasyfilm aber genau richtig sein. Wer das Titellied erträgt, wird mit einer netten Geschichte über magische Tiere belohnt, die sich immer dann in Kuscheltiere verwandeln, wenn Menschen anwesend sind, die “nicht zum magischen Kreis” gehören. Alltagsgeschichten treffen auf Fantasy. In den Hauptrollen: Nadja Uhl, Milan Peschel, Emilia Maier und Leonard Conrads. 

Halloween Kills, 14. Oktober

©Universal/Blumhouse/Miramax

“Halloween Kills” ist die direkte Fortsetzung zu dem 2018 erschienenen “Reboot”-Sequel “Halloween” von David Gordon Green. Spoiler: Killer Michael Myers hat das Feuer überlebt. Die Feuerwehr war einfach zu schnell vor Ort, um den Brand zu löschen. Dumm gelaufen! Im Sequel hinterlässt Myers also auf dem Weg durch Haddonfield erneut eine blutige Spur. In der Kleinstadt gehen die Menschen derweil auf die Straße, um gegen die dilletantischen Behörden zu protestieren, die Myers immer noch nicht aus dem Verkehr ziehen konnten. Laurie Strodes Enkeltochter Allyson wird dabei zur führenden Stimme der wütenden Bevölkerung! Sie möchte Rache!

Einschätzung

Ein Slasher-Horrorfilm, in dem die Rolle des Jägers und der Gejagten im Laufe des Films vertauscht wird, scheint erstmal eine gute Idee. Dass David Gordon Green handwerklich die richtigen Mittel findet, um seinem Film die nötige Intensivität zu verleihen, das hat er mit dem Vorgängerfilm bereits bewiesen. Ob “Halloween Kills” aber über die Tatsache hinaus, dass der “Bodycount” extrem hoch sein soll, überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Der Trailer macht Horrorfans Lust auf den Film. Aber “Halloween Kills” ist der Mittelteil einer Trilogie. Und die hatten es – zumindest im Horrorbereich – ja immer nochmal ein ganz schönes Stück schwerer …

The French Dispatch, 21. Oktober

©Searchlight Pictures

Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray) ist der Erfinder der Zeitschrift “The French Dispatch”. Ein Magazin das mit kurzen Reiseberichten gefüllt ist. Wöchentlich berichtet er in diesem eng gesteckten Rahmen über Politik, Kunst & Co. Sein Autor*innen-Team ist ähnlich abwechslungsreich, wie die Geschichten, die sie ihm Woche für Woche liefern. In drei Kurzgeschichten erwachen die Figuren der “Short Stories” zum Leben. Die Zuschauer*innen tauchen ein in eine Welt von Kunsthändler*innen, Aktivist*innen und Kochkünstler*innen. 

Einschätzung

“The French Dispatch” ist ein wahrhaftiger Wes-Anderson-Film. Wir erwarten eine etwas schräge, aber bildgewaltige Komödie mit Einstellungen, die mal wieder zahlreiche Bilder voller optischer Brillanz mit sich bringen. Der Film wirkt auf den ersten Blick wie eine Art Best of Wes Anderson. Wer also “Grand Budapest Hotel”, “Moonrise Kingdom” oder “Darjeeling Limited” mochte, macht hier sicher nichts verkehrt. Zumal die Starbesetzung sogar “Dune” toppt: Timothy Chalamet, Lea Seydoux, Adrien Brody, Willem Dafoe, Saoirse Ronan, Elisabeth Moss, Tilda Swinton, Edward Norton, Jeffrey Wright, Owen Wilson, Christoph Waltz, Benicio del Toro, Frances McDormand, Bill Murray, Liev Schreiber, Anjelica Huston. Das reicht normalerweise für 3 Filme, Sie verstehen?!

Ron läuft schief, 21. Oktober

©Walt Disney Pictures

Im neuen Disney-Film “Ron läuft schief” geht es um den schüchternen Schüler Barney, der zum Geburtstag den Roboter Ron geschenkt bekommt. Während alle seine Mitschüler*innen aber richtig coole Roboter-Modelle bekommen, hat Barney ein Gerät mit Macken erhalten. Der “beste Freund von Anfang an” macht mehr Quatsch als er eigentlich sollte. Und so erlebt Barney mit seinem neuen Freund zahlreiche Abenteuer, in denen beide den Wert einer wahren Freundschaft kennenlernen. 

Einschätzung

Das wird lustig! Ein Roboter auf Abwegen. Eine Geschichte über Freundschaft, den Umgang mit Fehlern, sozialem Druck, das aus-der-Reihe-tanzen und wie es ist, wenn man glaubt, dass man anders ist als die anderen. Wir erwarten einen modernen Film mit dem Herz am rechten Fleck. Der Trailer ist witzig. Was soll bei einem Disney-Film schon schief gehen? Yay!

Contra, 28. Oktober

©Constantin Film

Sönke Wortmanns neuester Film “Contra”, ein Remake der französischen Komödie “Die brillante Mademoiselle Neila” erzählt von Professor Pohl, der seine Studentin Naima mit rassistischen Bemerkungen demütigt. Weil der Vorfall nicht nur genügend Zeugen hatte, sondern auch noch als Video im Internet landet, schaltet sich Universitätspräsident Lambrecht ein. Der schlägt vor, dass Pohl seine Studentin auf einen wichtigen Debattierwettstreit vorbereiten soll, und dabei Frieden mit ihr schließen soll. Kann das gut gehen?

Einschätzung

Eine Culture-Clash-Komödie mit französischer Vorlage. Das ging in der Vergangenheit in Deutschland schon oft gut auf. Mit Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst stehen auch zwei starke Darsteller*innen parat. Wir sind trotzdem skeptisch, ob es dem Film gelingt, aus dem Konflikt zwischen einem rassistischen Zyniker und einer jungen Studentin, einen überzeugenden Debattenbeitrag liefern. Es geht immerhin um die Frage, wie in diesem Land mit Vorurteilen und Stereotypen umgegangen werden sollte. Könnte kluge Unterhaltung werden. Oder ein platter Griff in die Klischeekiste. Wir werden sehen …

Außerdem starten:

14. Oktober: “Supernova”

  • “Ich will in Erinnerung bleiben, als der Mensch, der ich war. Und nicht als der, zu dem ich werde”. Ausgezeichnetes Demenz-Drama mit Colin Firth und Stanley Tucci. Sam und Tusker lieben sich seit 20 Jahren. Doch seit bei Tusker eine frühzeitige Demenz diagnostiziert wurde, hat sich ihr Leben verändert. Sam hat seine Karriere als Pianist aufgegeben. Gemeinsam wollen sie die Zeit nutzen, die ihnen bleibt. In ihrem alten Wohnmobil brechen sie zu einer Reise auf, um Freunde, Familie und wichtige Orte ihrer Vergangenheit zu besuchen. Doch die Reise wirft Fragen auf, bei deren Antwort sich die beiden Liebenden nicht immer einig sind. Beeindruckend! 

14. Oktober: “Es ist nur eine Phase, Hase”

  • Und nochmal Christoph Maria Herbst. In der Tragikomödie “Es ist nur eine Phase, Hase” spielt er den dreimaligen Familienvater Paul, der mit Ende 40 am Ende seiner Beziehung angekommen zu sein scheint. Seine Frau Emilia (Christiane Paul) hat ihn betrogen. Jetzt möchte sie eine Beziehungspause. Während sie sich ins neue Leben stürzt, beginnt Paul zu Verzweifeln. Selbst die Affäre mit der jungen Lehrerin seiner Tochter bringt ihm nicht zurück, was er vermisst. Da trifft er Emilia auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin wieder. Doch die Situation eskaliert … Typische deutsche Dramödie über ein Ehepaar in der Midlife-Crisis.

21. Oktober: “Cry Macho”

  • Regie und Hauptrolle: Clint Eastwood. Mit 91 Jahren schaltet der ehemalige “Dirty Harry” keinen Gang runter. In seinem Film “Cry Macho” erzählt er von einem ehemaligen Rodeo-Star und gescheiterten Pferdezüchter, der den Auftrag seines Ex-Bosses annimmt, dessen kleinen Sohn aus Mexiko nach Hause zu bringen. Ein Film über die Definition von Männlichkeit, Lebenswegen und Überlebenswille. Für Eastwood ein Herzensprojekt, das er schon seit über 30 Jahren vor sich her schiebt. 

21. Oktober: “Walchensee Forever”

  • Die Dokumentation “Walchensee Forever” erzählt aus weiblicher Perspektive die über 100 Jahre umspannende Geschichte einer deutschen Familie. Von Lebenswegen, Familienstrukturen, einem Krieg, der Familien auseinanderiss. Was macht Familie aus? Und was bedeutet Heimat? Ein Familienepos, das mittels jeder Menge Archivmaterial ein Psychogramm der deutschen Gesellschaft der letzten hundert Jahre zeichnet. Und zeigt, wie die Frauen der Familie immer wieder den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit trotzen. 

28. Oktober: “Borga”

  • “Borga”: So nennen die Ghanaer diejenigen unter ihnen, die es im Ausland zu Wohlstand bringen. Doch der Wohlstand ist oft nur vorgetäuscht. Den aus Ghana stammenden Kojo (Eugene Boateng) verschlägt es nach Mannheim. Dort lernt er die Notfallsnaitäterin Lina (Christiane Paul) kennen. Doch auch ihr kann er nicht sein wahres Ich zeigen. Er ist und bleibt ein Borga. Getrieben von der Angst, ein bestimmtes Bild erfüllen zu müssen, verschweigt er ihr zahlreiche Geheimnisse. Doch die Lügen drohen bald alles zu zerstören, was Kojo am Herzen liegt. 
| Sebastian Zapf | 1. Oktober 2021