rtv empfiehlt » Die Kino-Tipps im Juli
rtv empfiehlt » Die Kino-Tipps im Juli

Die Kino-Tipps im Juli

Die Kino-Tipps im Juli

Endlich haben die Kinosäle wieder offen. Der Juli wartet mit einer geballten Ladung Unterhaltung auf. Wir freuen uns auf Kino-Highlights wie “Undine”, “Marie Curie” und den irren “Guns Akimbo”

"Guns Akimbo", läuft bereits

©Leonine

Der erfolglose Videospiel-Entwickler Miles (Daniel Radcliffe) verbringt seine Freizeit damit, im Internet die Klappe aufzureißen. Das wird ihm zum Verhängnis, als er Spieler des tödlichen Online-Death-Match “Skizm” beleidigt. Miles wacht am nächsten Tag auf. An seine Hände wurden automatische Waffen geschraubt. Sein Ziel: Kampfmaschine Nix umbringen. Oder nichts tun, und sterben! Online-Schluffi Miles ist völlig überfordert. Doch als seine Ex-Freundin Nova mit ins Spiel gebracht wird, stellt er sich dem Kampf auf Leben und Tod. 

Einschätzung

“Guns Akimbo” ist ein irrer Actionspaß für die Comic-Fraktion. Der Mix aus schnell geschnittener Action à la “Crank” und schrägem Horror-Humor à la “Die Killerhand” ist brutal, hektisch und nichts für sanfte Gemüter. Daniel Radcliffe (“Harry Potter”) überzeugt dabei genauso wie seine Gegenspielerin Samara Weaving (“Ready or Not”). Fun Fact: Der abgedrehte Partyfilm ist u.a. mit Mitteln des FilmFernsehFonds Bayern und des DFFF Deutscher Filmförderfonds gedreht worden. Hut ab!

"Undine", 02. Juli

©Piffl Medien

Die Stadthistorikerin Undine lebt in einem kleinen Appartement am Berliner Alexanderplatz. Die Trennung von ihrem Freund wirbelt ihr Leben durcheinander. Der Zauber wird zerstört. Denn: Wenn ihre Liebe verraten wird, so heißt es in den alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten, und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist. Doch Undine wehrt sich gegen ihr Schicksal und verliebt sich einfach neu. In den Industrietaucher Christoph. Die beiden sind fasziniert von einander. Doch Christoph merkt schnell, dass Undine vor etwas davonläuft. Wenn sie ihre neue Liebe nicht verlieren will, muss sich Undine dem Fluch stellen …

Einschätzung

“Transit”-Regisseur Christian Petzold versucht sich an einer faszinierenden Neuinterpretation des Mythos der mysteriösen Wasserfrau Undine. Nur durch die Liebe eines Menschen konnte sie ein irdisches Leben führen. Das moderne Märchen begeistert mit langsamen, aber virtuosen Bildern. Und zwei Hauptdarstellern (Paula Beer, Franz Rogowski), die genau wissen, was sie tun. Schon in “Transit” spielten die beiden atemberaubend. Damals blieb ihnen die Liebesgeschichte noch verwehrt. Sehenswert!

"Unhinged – Außer Kontrolle", 16. Juli

©Leonine

Ein Stau wird Rachel (Caren Pistorius) zum Verhängnis. Weil sich die genervte Mutter auf dem Weg zur Schule ihres Sohnes nicht sonderlich diplomatisch verhält, gerät sie mit einem Unbekannten aneinander. Das Problem: Der Unbekannte (Russel Crowe) ist wütend, hat nichts mehr zu verlieren und möchte Caren eine Lektion in Sachen Demut erteilen. Es folgt ein gefährliches Katz- und Maus-Spiel, bei dem beide an ihre Grenzen kommen. 

Einschätzung

Der in Deutschland geborene Regisseur Derrick Borte legt mit “Unhinged” einen spannungsgeladenen Thriller hin, der u.a. auf den Spuren von Stephen Spielbergs Regie-Debüt “Duell” und dem Michael-Douglas-Klassiker “Falling Down” wandelt. “Unhinged” ist damit der erste größere Kinostart nach dem Corona-Lockdown. Sieht so aus, als ob sich für diesen Thriller der Kinobesuch auf jeden Fall lohnen könnte. Russell Crowe als durchdrehender Psychopath/Stalker macht dabei eine richtig bedrohliche Figur. 

"Marie Curie – Elemente des Lebens", 16. Juli

©StudioCanal

Paris, Ende des 19. Jahrhunderts: Marie Skłodowska hat es nicht leicht an der Akademie der Universität Sorbonne. Doch es gibt einen, der an sie glaubt: den Wissenschaftler Pierre Curie. Curie wird Maries Partner, in der Forschung und im Leben. Das Ehepaar feiert zahlreiche wissenschaftliche Erfolge. Für ihre bahnbrechenden Entdeckungen erhält Marie Curie 1903 als erste Frau den Nobelpreis für Physik. Marie Curie nimmt das zum Ansporn um die folgenden 30 Jahre weiter zu forschen. Sie entdeckt die chemischen Elemente Polonium und Radium und entwickelte u.a. einen Röntgenwagen. Nicht ahnend, dass ihre Entdeckungen später einmal zum Bau von Atomwaffen benutzt werden. 

Einschätzung

Die Biografie der bedeutenden Wissenschaftlerin Marie Curie setzt mit Rosamund Pike auf eine starke Hauptdarstellerin. Die iranisch-französische Regisseurin Marjane Satrapi (“Persepolis”) lebt mittlerweile selbst in Paris. Hat mit “The Voices” und “Huhn mit Pflaumen” bereits bewiesen, dass sie eine bildstarke Erzählerin ist. Und inszeniert das historische Drama mit dem Fokus auf die Nachwirkungen des Schaffens von Marie Curie. In der männlichen Hauptrolle ist Sam Riley (“Control”) zu sehen. 

"Berlin Alexanderplatz", 16. Juli

©BetaCinema

Francis ist der einzige Überlebende eines gekenterten Flüchtlingsboots. Von einem Strand in Europa gelangt er nach Berlin. Arbeit findet er dort auf einer Großbaustelle. Über das Flüchtlingsheim, in dem er unterkommt, knüpft er Kontakt zur Berliner Unterwelt. Francis beginnt Drogen zu verkaufen, wird verraten und sucht sein Glück bei der Prostituierten Mieze. Doch sein Weg scheint nur eine Richtung zu kennen: bergab!

Einschätzung

Die moderne Neuverfilmung von Alfred Döblins Jahrhundertroman ist mit Jella Haase, Albrecht Schuch und Joachim Król stark besetzt. Die eigentliche Hauptrolle spielt der in Guinea-Bissau geborene Welket Bungué in mindestens ebenso beeindruckender Art und Weise. Der erfahrene Bungué drehte mit “Berlin Alexanderplatz” das erste Mal in Deutschland. Der Film dauert knapp über 3 Stunden. Und ist trotzdem eine recht kurzweilige Neuverfilmung geworden, die vor allem mit beeindruckenden Bildern und einer soghaften Story punkten kann. 

Außerdem starten

2. Juli: “Suicide Tourist”

  • “Game of Thrones”-Star Nicolaj Coster-Waldau spielt im bildgewaltigen “Suicide Tourist” einen todgeweihten Mann, der beschließt aktiv sterben zu wollen. Doch ist der Vertrag einmal unterschrieben, gibt es kein Zurück mehr. Ausgerechnet jetzt findet Max mehr als nur einen Grund, weiterleben zu wollen … 

9. Juli: “Eine größere Welt”

  • Cécile de France spielt in dieser stimmungsvoll inszenierten Selbstfindungsgeschichte eine Frau, die kurz nach dem Tod ihres Mannes dem Ruf in die Wildnis folgt. In der Mongolei glaubt sie einen Weg zu finden, wie sie ihrem verstorbenen Mann ganz nahe sein kann. In einer Nebenrolle: Ludivine Sagnier. 

23. Juli: “The Vigil”

  • Klassischer Horrorthriller im ungewöhnlichen Setting. Der junge Yakov hat seinen Glauben verloren. Aus finanziellen Gründen übernimmt er für eine Nacht trotzdem den Job der Totenwache als “Shomer”. Der soll dafür sorgen, dass die Seele des Toten in Ruhe den Weg ins Jenseits finden kann. Doch ein böser Geist hat etwas dagegen …

23. Juli: “Out of Play”

  • Mit “Out of Play” arbeitet sich Ben Affleck an seinem eigenen Alkoholproblem ab. “Warrior”-Regisseur Gavin O’Connor schickt Affleck als Basketball-Coach Jack zurück an die Uni. Dort übernimmt er ein Team, deren glorreiche Tage vorbei sind. Gemeinsam schaffen sie es zurück in die Spur. Doch reicht das aus, um Jack auf den Weg der Erlösung zu bringen?

30. Juli: “Spongebob Schwammkopf – Eine schwammtastische Rettung”

  • Die Fortsetzung des “Spongebob”-Kinofilms von 1999 ist eigentlich ein Prequel, erzählt es doch die Vorgeschichte der TV-Serie und zeigt, wie Spongebob auf dem Trip nach Kamp Koral seinen neuen besten Freund Patrick kennenlernt. Und Gary aus den Fängen Poseidons zurückerobert. Witzig. Für Kids wie für Erwachsene. 
| Sebastian Zapf | 1. Juli 2020