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Die Wohlfühl-Filme und Serien der Redaktion

Die Wohlfühl-Filme und Serien der Redaktion

Unsere Medien gegen Herbstdepressionen. Die rtv-Redaktion verrät, welche Filme und Serien ihre trüben Herbstgedanken vertreiben. Von Klassikern wie “Noch einmal mit Gefühl” mit Bette Middler über die “Schwarzwaldklinik” bis zum heimeligen Horror “Ben & Mickey vs the Dead”.

Sebastian H. empfiehlt ...

“Ein süßer Fratz” (1957)

An grauen Herbsttagen sehnt man sich oft nach etwas Farbe. Davon gibt es in „Ein süßer Fratz“ überreichlich. Das Musical stammt von dem in diesem Genre versierten Stanley Donen („Singin’ in the Rain“) und ist der einzige gemeinsame Film von Audrey Hepburn und Fred Astaire. Hepburn spielt die schöngeistige Jo, die es zufällig in die glamouröse, von ihr aber als oberflächlich abgelehnte Welt der Modemagazine verschlägt. 

Der von Astaire verkörperte Fotograf Dick soll für die exzentrische Magazinchefin Maggie (fabulös energetisch: Kay Thompson) in Paris aus der unscheinbaren Jo einen Star machen. Dabei kommt es, wie es kommen muss: Jo und Dick verlieben sich, müssen vor dem Happy End aber noch einige philosophische und handfestere Differenzen aus dem Weg räumen. 

Alles in „Ein süßer Fratz“ sieht künstlich aus, vom Buchladen in Greenwich Village über das Hauptquartier der Modezeitschrift bis hin zum Existenzialistenviertel in Paris. Doch das ist pure Absicht: Donen erschafft eine farbenfrohe Musical-Parallelwelt, durch die die wunderbaren Hauptdarsteller gleiten, tanzen und Evergreens der Gershwins singen.

Fazit: Keines der berühmtesten Hollywood-Musicals der 50er, aber eines der schönsten. Wenn man Audrey Hepburn und Fred Astaire beim Tanzen, Singen, Lieben und Streiten zusieht, können gar keine grauen Herbstgedanken aufkommen! “Ein süßer Fratz” ist bei Amazon Prime zu sehen.  

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©Universal Pictures

Kristin empfiehlt ...

“Noch einmal mit Gefühl” (1997)

Molly (Paula Marshall) steht kurz vor der Hochzeit mit Keith, dem Spross einer konservativen Politiker-Dynastie. Es soll eine Traumhochzeit werden – und für Keiths bevorstehende Wahl-Ambitionen die perfekte Publicity abgeben. Dumm nur, dass Keith die Rechnung ohne Mollys Eltern gemacht hat: Seit Jahren sind die Schauspielerin Lily (Bette Midler) und der Krimi-Autor Dan (herrlich: Dennis Farina) geschieden – und längst mit neuen Partnern verheiratet. 

Die Scheidung war hässlich und man hasst einander abgrundtief. Das Zusammentreffen bei der Hochzeit ihrer Tochter verläuft allerdings völlig anders als erwartet: Zwischen Dan und Lily funkt es erneut – und das Paar brennt noch in Mollys Hochzeitsnacht durch. Um einen Skandal zu verhindern macht sich die schockierte Molly mit dem Klatschreporter Joey auf die Jagd nach ihren durch New York turtelnden Eltern – mit unerwarteten Ergebnissen. 

Fazit: Manchmal braucht man einfach einen schönen Schuss Nostalgie, Humor und Romantik. All das gibt es bei Carl Reiners Komödien-Klassiker „Noch einmal mit Gefühl“. Meinem “go-to-movie”, wenn ich einfach mal abschalten muss und ein emotionales “pick-me-up” brauche. Denn dem bissigen Spaß mit Filmdiva Bette Midler in Hochform kann keine düstere Stimmung standhalten – fast so als würde man von Midler selbst fest umarmt werden. “Noch einmal mit Gefühl” ist bislang noch nicht auf DVD oder Blu-ray erschienen. Profis greifen auf die VHS-Kassette zurück oder schauen ins Ausland. 

©Universal Pictures

Martina empfiehlt ...

“Death in Paradise” (seit 2011)

Was hilft am besten gegen Dunkelheit und Herbstblues? Klar: Karibik-Sonne und Reggae. Das merken auch die diversen britischen Ermittler, die auf der Insel Saint-Marie landen und dort mit Hitze, Sand, einer tropischen Mentalität und zahllosen Mördern zu kämpfen haben.

Augenblicklich erlebt der britisch-französische Krimidauerbrenner den vierten Ermittler in der neunten Staffel. Und als Zuschauer kann man sich kaum entscheiden, wen man am liebsten mag:

Den brillant-pedantischen Richard Poole (Ben Miller, Staffel 1 und 2), der besonders unter den französischen Gepflogenheiten auf der Insel leidet und sich mit seiner ortsansässigen Kollegin Camille Bordey (Sara Martins) freundschaftliche und bisweilen gemeine Schlagabtausche liefert.

Den tollpatschigen Humphrey Goodman (Kris Marshall, Staffel 3 – 6), der der Insel und vor allem Camille einiges abgewinnen kann. 

Den glücklichen Iren Jack Mooney (Ardal O’Hanlon, Staffel 6 – 9), der mit der lockeren, familiären Lebensart der Insel am besten zurechtkommt und sogar im gestrengen Commissioner Selwyn Patterson (Don Warrington) so etwas wie freundschaftliche Gefühle weckt. 

Oder den zwangsneurotischen Neville Parker (Ralf Little, Staffel 9 -), für den die gesamte tropische Vegetation lebensgefährlich ist, der jedem seiner Kollegen sofort gehörig auf den Keks geht, und der dennoch dank der Insel ganz neue Seiten an sich entdeckt.

Gestrickt sind die Fälle meist nach dem Muster des „Locked Room-Mysteries“ und stellen für Kenner typisch britischer Krimis wirklich keine Herausforderung dar. Dafür sind die Typen klasse und das Wetter gut – abgesehen von ein paar tropischen Stürmen

Fazit: „Death in Paradise“ macht einfach Spaß, und zwar spätestens wenn nach dem Fund der ersten Leiche der Vorspann startet und der großartige Ska-Hit „You’re Wondering Now“ einsetzt. „Death in Paradise“ ist unregelmäßig in der ZDF Mediathek kostenfrei streambar. Bei Amazon gibt es alle Staffeln zu leihen/kaufen und via BBC Player.

©BBC

Susanne empfiehlt ...

“Die Schwarzwaldklinik” (1985 – 1989)

Ach ja, die Achtziger. Die Zeit der gemütlichen Familien-Fernsehabende mit „Wetten, dass..?“, „Dingsda“ & Co. und deutscher Serien, die sich zu echten Straßenfegern entwickelten. Damals war ich noch klein und mein Vertrauen noch groß. Besonders in die Ärzte der „Schwarzwaldklinik“, der wohl größten aller deutschen 80er-Jahre-Serien, einer Art Bewegtbild-Version kitschiger Hochglanz-Groschenromane.

Seit einigen Jahren wiederholt ZDFneo jedes Jahr um diese Zeit alle Folgen, und jedes Jahr ertappe ich mich dabei, wie ich beim Durchzappen daran hängenbleibe, obwohl ich sie natürlich längst auswendig kenne (und die DVD-Box im Regal steht). Ich liebe diese Serie einfach. Nicht obwohl sie oft allzu dick aufgetragen und pathetisch ist, sondern gerade deswegen. Sie gibt mir ein wohliges Gefühl und beamt mich zurück ins elterliche Wohnzimmer der Achtzigerjahre, als meine Welt noch kindlich und in Ordnung war. Mit Problemen sollen sich lieber die „Halbgötter in Weiß“ aus dem Glottertal auseinandersetzen. 

Sei es Professor Brinkmann (Klausjürgen Wussow), der mit salbungsvoller Stimme eine Patientin tröstet oder die dauerkeifende Oberschwester Hildegard auf den Arm nimmt. Oder Brinkmanns Frau Christa (Gaby Dohm), die sich wahlweise nicht zwischen einer Karriere als Chirurgin und Forscherin oder zwischen ihrem Mann und dem ölig-charmanten Prof. Vollmers (Christian Kohlund) entscheiden kann. Oder auch die süße Schwester Elke (Barbara Wussow), die ihren Stuntman-Gatten Harry (Manfred Zapatka) bei einem Unfall verliert und schließlich in den Armen des ebenfalls vom Schicksal gebeutelten Udo Brinkmann (Sascha Hehn) lande

Fazit: Bis heute kann ich bei der „Schwarzwaldklinik“ mein Hirn ausschalten und alles ignorieren, was ich bei jeder anderen Serie heftigst kritisieren würde – wobei ja durchaus ernste Themen behandelt werden, so ist es nicht. Außerdem hatte so ziemlicher jede namhafte Schauspielerin und jeder namhafte Schauspieler einen Gastauftritt in der Serie, sogar der große Gert Fröbe! „Die Schwarzwaldklinik“ ist mein „guilty pleasure“, meine Feelgood-Serie, und die kann mir keiner madig machen! Ab dem 22.11. zeigt ZDFneo erneut alle Folgen von vorne. Ich freu‘ mich schon. 

©ZDFneo

Sebastian Z. empfiehlt ...

“OSS 117: Der Spion, der sich liebte” (2006)

Es gibt eine handvoll Filme, die mich immer zum Lachen bringen. Und ganz oben auf der Liste steht die Agentenfilmparodie “OSS 117: Der Spion, der sich liebte”. Als Kind war ich “James Bond”-Fan. Die Absurdität der Agentenfilme erschloss sich mir erst nach und nach. Was für uns James Bond war, war den Franzosen der Geheimagent “OSS 117”. Ein Held im Kampf gegen das Böse. 

Das “The Artist”-Team Michel Hazanavicius und Jean Dujardin zieht diesen Helden einmal komplett durch den Kakao. In seiner politisch unkorrekten Farce wird das gesamte Genre aufs Korn genommen. Das Synchronbuch verfasste Oliver Kalkofe. Das Ergebnis ist zum Schreien komisch und schwankt zwischen infantilem Humor ala “Die nackte Kanone” und einen feinen Klinge. Das macht den Film zum echten Spalter. 

Fazit: Geheimagent Hubert Bonisseur de la Bath mischt ganz Kairo auf. Der Film ist teils Satire, teils Parodie. Arbeitet mit ungewöhnlichem Humor, unkonventionellem Timing und stößt den Zuschauer bei der Erstsichtung durchaus vor den Kopf. Ein Film zum Lieben oder Hassen. Ich liebe ihn. Auch das nicht weniger gelungene Sequel, bei dem es OSS 117 nach Rio verschlägt. “OSS 117: Der Spion, der sich liebte” ist auf Amazon Prime Video zu sehen. 

©Koch Media

Anh empfiehlt ...

“Ben & Mickey vs the Dead” (2012) 

Gegen die Herbstdepression hilft bei mir eigentlich nur eins: ein bunter Horrorfilm-Marathon! Allein die Vorstellung es sich auf dem Sofa oder im Bett mit Decken und Kissen kuschelig zu machen und dann die komplette Palette an düsteren Gruselfilmen abzuarbeiten, bereitet mir wohlig warme Gefühle. Ein Film, der in den letzten Jahren immer auf der Liste stand: „Ben & Mickey vs the Dead“. 

Das ist ein wirklicher Feelgood-Horror, denn die beiden Männer (Achtung Bromance-Faktor enorm hoch!) machen während der Zombieapokalypse einen schönen Roadtrip durch die Natur Amerikas … und dabei passiert nicht wirklich viel. Die Gespräche über Baseball und Musik werden zwar ab und zu unterbrochen von stöhnenden Zombies, aber das stört kaum. Fast schon entschleunigend dieser Film. Und bei Amazon Prime mit im Paket enthalten. 

Bonus-Tipp: Eine Serie, die ich jedem ans Herz lege, der im Herbst schlechte Laune bekommt: „Willkommen in Gravity Falls!“ Die Kinderserie steckt voller lustiger Überraschungen und bietet für Erwachsene einige Easter Eggs aus der Popkultur.

©Alive!

Sabine empfiehlt ...

“Liebe um jeden Preis” (2006)

Französisch elegant und mit viel Charme bezaubert Regisseur Pierre Salvadori mit seiner französischen Version von „Frühstück bei Tiffany“: „Liebe um jeden Preis“ punktet nicht nur als Feel-Good-Movie, sondern auch noch mit seiner spektakulären Kulisse vor der Côte d’Azur, bei der man direkt Fernweh bekommt. Als Audrey-Tatou-Fan muss ich nicht erwähnen, dass Audrey alias Irène mit ihrer frechen Art den ganzen Film trägt – dazu Gad Elmaleh, der als Jean recht unbeholfen, aber gewitzt um Irènes Herz kämpft. 

Die hat es jedoch nur auf Millionäre abgesehen und dank eines Missverständnisses wegen Jean ihren aussichtsreichen Heiratskandidaten verloren. Das sind keine guten Voraussetzungen für den Hotelangestellten mit schmalem Geldbeutel. 

Fazit: Alles in allem ist „Liebe um jeden Preis“ eine prickelnde Liebeskomödie mit feinem Humor und viel französischem Esprit. Ein echter Feel-good-Film eben. 

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| rtv Redaktion | 12. November 2020