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Heimkino-Tipp: “Nomadland”

Heimkino-Tipp: “Nomadland”

Mit ihrem ungewöhnlichen Roadmovie “Nomadland” zeigt Chloé Zhao das Leben von Menschen auf der Straße. Immer unterwegs, nirgends daheim.

Houseless, not homeless ...

2011, Nevada. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch ihrer Heimatstadt und dem Tod ihres Mannes hält Fern (Frances McDormand) nichts mehr zu Hause. Ihr Van ist jetzt ihr Heim. In ihm ist alles, was sie besitzt. Eine Toilette gehört nicht dazu. Doch Fern ordnet das beschwichtigend ein: Sie sei “houseless”, nicht “homeless”. Sie sei nicht obdachlos, sie besitzt nur kein Haus. Für ihre Familie und Freunde ist das schwer zu verstehen. Aber Fern reist, um zu überleben.

Die stoische Eigenbrötlerin ist auf der Suche. Nach Arbeit, nach einem Stellplatz, nach einem Sinn. Das “normale” Leben ist ihr fremd geworden. Sie hält es nicht aus. Schon nach kurzer Zeit muss sie weiterreisen. Kameramann Joshua James Richards fing diese Rastlosigkeit in ruhigen, beeindruckenden Landschaftsaufnahmen des mittleren Westens ein. Der Film erzählt seine Geschichte fast ausschließlich in Momentaufnahmen. Fern und die modernen Nomaden haben sich für die Freiheit entschieden. Und lernen, dass man auch trotz bescheidener Umstände glücklich sein kann.

Eine Erfolgsgeschichte

Auf dem Regiestuhl saß Chloé Zhao (“The Rider”). Sie gewann mit “Nomadland” 2021 den Oscar für den “Besten Film” und die “Beste Regie”. Zuletzt inszenierte sie den Marvelfilm “Eternals”, der am 4. November in den deutschen Kinos startet. Die 39-jährige Chinesin wandelt mit “Nomadland” erfolgreich auf einem schmalen Grat. Es gelingt ihr, einen ausschließlich liebevollen Blick auf eine andere Welt zu werfen.

Nomadland DVD Cover

Vor der Kamera brilliert Frances McDormand, die dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam. Sie ist eine von nur zwei echten Schauspielern im Film. Auch ein Grund, weshalb sich das auf einem Sachbuch basierende Drama sehr dokumentarisch anfühlt.

“Nomadland” ist am 30. September auf DVD, Blu-ray und als Download erschienen.

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| Sebastian Zapf | 12. Oktober 2021