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Heimkino-Tipp: “Wir können nicht anders”

Heimkino-Tipp: “Wir können nicht anders”

Komödien-Spezialist Detlev Buck lässt in der unterhaltsamen Gangster-Groteske “Wir können nicht anders” Liebe und Hass aufeinandertreffen.

Fiese Weihnachten in der Provinz

Mit seiner 1993 erschienenen Roadtrip-Komödie “Wir können auch anders” wurde Regisseur Detlev Buck einem größeren Publikum bekannt. Seine skurrile Komödie räumte beim Deutschen Filmpreis 1993 ordentlich ab. Es folgte eine beispiellose Regiekarriere, der Filme wie “Männerpension” (1996), “Herr Lehmann” (2003) und “Die Vermessung der Welt” (2012) entsprangen. Mit seinem aktuellen Film “Wir können nicht anders” kehrt Buck knapp 30 Jahre später wieder in die ostdeutsche Provinz zurück. Eigentlich hätte der Film 2020 im Kino starten sollen, feierte dann aber pandemiebedingt seine Premiere auf dem Streaming-Dienst Netflix. In der schwarzen Komödie sucht Buck den Ursprung der Frustration, die sich nicht nur in der Provinz viel zu oft in Gewalt entlädt.

Besuch in der alten Heimat

Alles beginnt mit einer Liebschaft zwischen dem Berliner Samuel (Kostja Ullmann) und dem blonden Freigeist Edda (Musikerin Alli Neumann). Edda kommt aus der ostdeutschen Provinz und möchte ihren Vater zum Weihnachts- und Geburtstagsfest besuchen. Samuel ist nur wegen eines Seminars vor Ort. Weil er sich aber in fremde Angelegenheiten einmischt, gerät er auf die Abschussliste. Und auch Edda macht sich in Rekordgeschwindigkeit unbeliebt. Dabei wollte Gangsterboss Herrmann doch eigentlich nur den Liebhaber (Merlin Rose) seiner Frau (Sophia Thomalla) zur Rechenschaft ziehen. Da kann er Zeugen nicht gebrauchen. Und so sollen auch Samuel und Edda dran glauben.

Detlev Buck kreiert in “Wir können nicht anders” eine überzeichnete Gangsterfarce in bester Coen-Brüder-Manier (“Fargo”), in der sich der ganze Frust der Abgehängten widerspiegelt. Die Männer regeln ihre Geschäfte mit eiserner Faust. Handlungen erfordern Konsequenzen. Für den Ausbruch aus dem trostlosen Dorfleben muss der liebeskranke Rudi büßen. Er bleibt nicht der einzige. Am Ende gibt es kaum jemanden, der nicht die Zeche zahlen muss.

DVD-Cover
©DCM

Die schwarzhumorige Gangsterkomödie, die auch an die Unna-Trilogie von Peter Thorwarth (“Bang Boom Bang”) erinnert, ist auf Netflix verfügbar. Seit 10.9. ist der Film auch auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

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| Sebastian Zapf | 14. September 2021