Stars & Fernsehen » So sehen Sie die Miniserie “Loving her”
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So sehen Sie die Miniserie “Loving her”

So sehen Sie die Miniserie “Loving her”

Die ZDF-Serie “Loving Her” zeigt ab Donnerstag, dem 1.7. in 6 kurzen Episoden das nicht immer stolperfreie Liebesleben der Studentin Hanna.

Kein Job, keine Liebe?

Basierend auf der niederländischen Serie “Anne+” hat das ZDF mit “Loving Her” eine kurzweilige Serie entwickelt, die das Beziehungsleben der charmanten Hanna (Banafshe Hourmazdi) zeigt. Die junge, lesbische Frau muss nach ihrem Studium Berlin verlassen, weil sie keinen Job findet. Als sie auf der Straße auf ihre Ex-Freundin Franzi trifft, beginnt sie über ihre vergangenen Beziehungen nachzudenken. 

Das ist mal witzig, mal melancholisch. Die Serie zeigt dabei das queere Dating-Leben in Berlin während einer Pandemie. ZDFneo strahlt die 6 Folgen der Serie am 3. Juli ab 21:40 Uhr in einem Stück aus. Bereits ab 1. Juli sind die 15 Minuten langen Folgen für ein Jahr lang in der ZDF-Mediathek zu sehen. 

Zwischen Liebe und Leiden

Eigentlich steckt Hanna mitten im Umzugschaos. Doch die Begegnung mit Franzi wirft sie aus der Bahn. Also beginnt sie – ein bisschen wie in Nick Hornbys “High Fidelity” ihre bisherigen Beziehungen zu reflektieren. Jede Folge steht eine andere Frau im Mittelpunkt. Jede Beziehung verläuft anders. 

Hauptdarstellerin Banafshe Hourmazdi, die ihre Sache wirklich richtig macht, steht seit 2015 regelmäßig vor der Kamera, und war auch schon in der gefeierten rbb-Serie “Mapa” zu sehen. An ihrer Seite sind in Episodenrollen u.a. Lena Klenke (“Fack Ju Göthe”), Emma Drogunova (“Vielmachglas”) und Bineta Hansen (“In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte”) zu sehen. Die Drehbücher stammen von Marlene Melchior und Leonie Krippendorff (“Kokon”). Letztere führte bei den 6 Episoden auch Regie. 

“Loving her” ist eine leichtfüßige Geschichte über queere Liebe. Übers Erwachsen-werden, über das WG-Leben und die Anatomie von Beziehungen. Dank der kompakten Länge von 15 Minuten pro Folge sind die 6 Folgen schnell zu Ende. Und so hinterlässt die bisweilen doch erotische Miniserie den Zuschauer mit dem Wunsch nach mehr. Der unverkrampfte Umgang mit einem Thema wie der Menstruation darf gerne Nachahmer im deutschen Fernsehen finden. 

Autorin Marlene Melchior sagt zur Serie: “Als ich mich selbst als Teenager das erste Mal in ein Mädchen verliebte, habe ich Serien, Geschichten und Erzählungen über queere Frauen und ihre Lebenswelt vermisst. Jenseits von Romanen fiel es mir aber oft schwer, mich mit der Darstellung von Charakteren und ihren Beziehungen in Mainstream-Medien zu identifizieren. Umso mehr habe ich mich gefreut, mit “Loving Her” über eine lesbische junge Frau erzählen zu können, deren Liebesleben authentisch, facettenreich und manchmal auch absurd komisch ist. Wir erleben das Ende einer großen Liebe, das Erfahren von oberflächlichem Sex, die Fallstricke des Verknalltseins und den Reiz einer verbotenen Affäre. Wir erzählen auch von inneren Konflikten, zum Beispiel wenn man realisiert, dass eine Trennung unausweichlich ist.”

"Queere Liebe ist kein Nischenthema"

Das sagt Leonie Krippendorff: “Loving her” ist so besonders, weil in unserer Serie alles ganz normal ist. Hannas gescheiterte Beziehungen sind ganz normale Geschichten, mit denen sich viele Menschen identifizieren können, an die sie sich erinnert fühlen, mit denen sie mitfühlen können. 

Was Hannas Liebesleben im deutschen Fernsehen weitestgehend unerzählt macht, sind nicht die Beziehungsstrukturen oder die Gründe, warum Hanna sich verliebt, weshalb sie Herzen bricht und ihr eigenes gebrochen wird – es ist einzig und allein der Fakt, dass eine Frau Frauen liebt. Während Übergriffe gegen Menschen aus der LGBTQI-Community zuletzt selbst in Berlin stark zugenommen haben, wächst eine neue Generation heran, die ganz selbstverständlich queere Identitäten lebt. 

Diese Lebenswirklichkeit muss prominent erzählt werden, sie gehört ins Herz unserer Gesellschaft. Dieses Anliegen ist mir ein persönliches. Ich habe bereits an der Filmuniversität queere Geschichten erzählt. Es hat mich wütend gemacht, wenn diese Filme in eine Nische geschoben und somit marginalisiert worden sind. Queere Liebe ist kein Nischenthema. Sie war es nie! Und darum ist mir “Loving her” so wichtig.”

Sendetermine “Loving her”

Am Samstag, 3. Juli 2021, alle sechs Folgen am Stück in ZDFneo:

  • 3. Juli 2021, 21:40 Uhr: Folge 1: “Loving Franzi”
  • 3. Juli 2021, 21:55 Uhr: Folge 2: “Loving Lara”
  • 3. Juli 2021, 22:10 Uhr: Folge 3: “Loving Anouk”
  • 3. Juli 2021, 22:25 Uhr: Folge 4: “Loving Josephine”
  • 3. Juli 2021, 22:40 Uhr: Folge 5: “Loving Sarah”
  • 3. Juli 2021, 22:55 Uhr: Folge 6: “Loving Hanna”

  • Ab Donnerstag, 1. Juli 2021, 10 Uhr, sind alle Folgen für ein Jahr in der ZDF-Mediathek abrufbar.
| Sebastian Zapf | 28. Juni 2021