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Bad Banks: So sehen Sie die 2. Staffel

Bad Banks: So sehen Sie die 2. Staffel

Die Serie zur Finanzkrise

Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum der Finanzkrise sorgte die ZDF-Serie “Bad Banks” 2018 für Aufsehen. Die sechs Folgen lange 1. Staffel machte wenig Kompromisse. Sehenswert, dank guter Story, imposanter Bilder und toller Schauspieler.

Die Dynamik zwischen Bankerin Jana (Paula Beer), ihrer eiskalten Mentorin Christelle (Désirée Nosbusch) und ihrem charismatischen Chef Gabriël (Barry Atsma) beeindruckte nicht nur uns. Die Kritiken waren nahezu ausschließlich positiv.

Als Lohn gab es u.a. verdiente Auszeichnungen mit dem Deutschen Schauspielpreis (für Paula Beer und Barry Atsma), dem Bambi (Beer), dem Deutschen Fernsehpreis (Beste Drama-Serie, Beste Regie) und dem Grimme-Preis in der Kategorie Serie! Hut ab!

"Investmentbanking ist tot"

Die Bücher von Oliver Kienle wurden in der ersten Staffel noch von Christian Schwochow (“Paula”, “Die Unsichtbare”) verfilmt. Schwochow legte ein extrem hohes Tempo an den Tag und schuf damit eine moderne Version des klassischen Banken-Thrillers. In Staffel 2 übernimmt Christian Zübert (“Lammbock”, “Hin und weg”) die Zügel, vertraut dabei aber weitgehend auf die Stärken der Bücher und legt eine gelungene Fortsetzung hin.

Auf die Suche nach Inspiration musste er sich nicht begeben: “Um Geld geht es den Bankern meiner Meinung nach nur peripher. Für die ist Geld nur Mittel zum Zweck. Die arbeiten keine 18 Stunden am Tag, um reich zu werden. Die arbeiten 18 Stunden am Tag, um sich zu spüren, um der Beste zu sein und Respekt zu bekommen. Um das zu verstehen, musste ich gar nicht lange suchen. Die Filmbranche funktioniert genauso. Auch dort arbeiten die Leute bis zur Selbstaufgabe und das auch nicht nur für Geld. Sondern um Teil von etwas Besonderem zu sein, um Anerkennung und Respekt zu bekommen.”

Was bisher geschah: Achtung Spoiler der 1. Staffel!

Die junge Investmentbankerin Jana (Paula Beer) arbeitet bei einer internationalen Großbank in Luxemburg. Als sie für den Fehler eines anderen gefeuert wird, kommt sie über ihre Ex-Chefin bei der “Deutschen Global Invest”-Bank in Frankfurt unter. Schnell macht sie sich dort einen Namen. Und steckt genauso schnell mitten im Schlamassel. Denn Jana findet heraus, dass die DGI ihre Bilanz manipuliert hat, indem sie ein gescheitertes Finanzprodukt an eine geheime Tochtergesellschaft verkauft hat.

Als Jana erkennt, wer hinter den Machenschaften steckt, nützt sie das Wissen zu ihrem Vorteil. Die strauchelnde DGI wird durch eine staatliche Rettungsaktion gesichert. Jana verdient durch Insiderhandel mehrere Millionen. Der Chef Gabriël Fenger landet im Knast. Am Ende beschließt sie gemeinsam mit zwei ihrer Kollegen weiter für die Bank zu arbeiten, und ihr Wissen über die Führungskräfte für ihre Karrieren zu nutzen.

Darum geht's in Staffel 2

Die Bankenbranche steht vor einem Umbruch. Die sogenannten FinTechs sorgen für Wirbel. Neue wendige StartUps, die mit Gewalt auf den Markt drängen. Sechs Monate nach dem Crash der “Deutschen Global Invest” werden die Karten neu gemischt: Gabriel sitzt in U-Haft, Christelle steht auf dem Abstellgleis.

Verschärfte Auflagen erschweren den Banken das Geschäft. Jana bringt sich und ihr Team in Stellung. Sie soll in Berlin in einem Inkubator die Leitung eines FinTechs übernehmen, das auf nachhaltige Finanzprodukte setzt. Zunächst gilt es die störrigen Antikapitalisten zu überzeugen. Und natürlich verfolgt sie auch ihre eigene Agenda, schließlich hat sie noch diverse Rechnungen offen.

Produzentin Lisa Blumenberg über den großen Handlungsbogen der 2. Staffel: “Die digitale Revolution wirbelt die althergebrachten Großbanken mit derselben unerbittlichen Konsequenz durcheinander, wie sie dies in der Vergangenheit mit anderen Branchen wie zum Beispiel der Musikbranche getan hat.”

Aus diesem Konflikt zieht die zweite Staffel einen Großteil seiner Spannung. Hat das Bankensystem in seiner alten Form überhaupt noch eine Zukunft? Es geht um einen Kampf der Generationen. Das glatt gebügelte Bankenwesen sucht die Konfrontation mit den idealistischen FinTechs.

Grenzüberschreitungen

Headautor Oliver Kienle ist die große Konstante hinter der Kamera. Der Autor über seine Arbeit: “In meiner jahrelangen Recherche bin ich immer auf dasselbe Muster kriminellen Handelns gestoßen, von der ersten Ausnahmetat bis hin zur Selbstverständlichkeit des Betrügens, Stehlens oder Diffamierens. Die Grenzen, die man heute überschreitet, werden morgen zum Status quo. So geht es auch den Figuren von ‘Bad Banks’. Alle werden von ihren bisherigen Taten heimgesucht, und alle müssen bereit sein, die nächste Grenze zu überschreiten, um im Spiel zu bleiben.”

Wo kann ich "Bad Banks" sehen?

Im Fernsehen:

  • im ZDF: am Samstag, 8. Februar 2020, ab 21:45 Uhr, Folgen 1-2
  • im ZDF: am Sonntag, 9. Februar 2020, ab 22:15 Uhr, Folgen 3-4
  • im ZDF: am Montag 10. Februar 2020, ab 22:15 Uhr, Folgen 5-6
  • auf Arte, am Donnerstag, 6. Februar 2020, ab 20:15 Uhr Folgen 1-3
  • auf Arte, am Freitag, 7. Februar 2020, ab 20:15 Uhr Folgen 4-6

in der Mediathek:

in der ZDF-Mediathek ab dem 31. Januar 2020

in der Arte-Mediathek ab dem 30. Januar 2020 bis 07. März 2020

Sendetermin der Begleit-Doku im ZDF:

  • Montag, 10. Februar 2020, 23:55 Uhr

Die 1. Staffel “Bad Banks” ist zurzeit bei Netflix zu sehen. Oder für 11,99 Euro bei Amazon zu erwerben. Hier gibt es Staffel 1*. Hier gibt es Staffel 2* von “Bad Banks”. Beide Staffeln sind ab 6. Februar auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

(*) Wir erhalten für einen Kauf über diesen Link eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Webseite www.rtv.de teilweise finanzieren können. Für den User entstehen dabei keinerlei Kosten.

Unser Fazit:

Morddrohungen, Machtansprüche, Konkurrenzkampf, Karriere, Loyalität, Lust und Leidenschaft. Auch die zweite Staffel “Bad Banks” liefert eine spannende Reise in die grelle Welt des Finanzwesens. Eine Reise in ein System, das krank macht. Die Serie erzählt von der Sucht nach Anerkennung und liefert auch im zweiten Anlauf richtig spannende und temporeiche Genrekost.

Neben der TNT-Produktion “4 Blocks” und der ARD/Sky-Co-Produktion “Babylon Berlin” darf man “Bad Banks” damit zurecht als Highlight der hiesigen Serienlandschaft bezeichnen. Die Macher verstehen es, die Klischees des Investment-Banking-Bereichs zu überzeichnen und zu brechen. Die Schauspieler um Paula Beer (“Transit”), Désirée Nosbusch (“Der Irland-Krimi”), Tobias Moretti (“Das finstere Tal”) und Barry Atsma (“The Split” / “Loft”) halten geschickt die darstellerische Balance und verkommen nie zum Abziehbild.

Auch der Look bleibt gewohnt stark. Stylishe kühle Bilder aus der Bankenmetropole Frankfurt treffen auf die hektische, leicht heruntergekommene Berliner StartUp-Welt. Der Adrenalinpegel steigt, die Allianzen bröckeln. Doch am Ende denkt jeder nur an sich selbst, oder …

Sechs Folgen beste Unterhaltung. Im TV, im Stream und auf DVD und Blu-ray im Handel.

| Sebastian Zapf | 29. Januar 2020