Startseite » rtv sieht fern » “Blutige Anfänger” und “WaPo Berlin” im Check
Startseite » rtv sieht fern » “Blutige Anfänger” und “WaPo Berlin” im Check

“Blutige Anfänger” und “WaPo Berlin” im Check

“Blutige Anfänger” und “WaPo Berlin” im Check

Vorabendkrimiserien gibt es zu Hauf. Trotzdem bringen ZDF und ARD mit “Blutige Anfänger” und “WaPo Berlin” Ende Januar noch zwei neue an den Start. Überflüssig? Oder taugen die doch was? Wir haben die ersten Episoden beider Serien vorab gesehen.

"Blutige Anfänger" im ZDF

Ausgewachsene Ermittler-Schwergewichte gibt es im deutschen Fernsehen jede Menge. Doch wie wird man eigentlich Kommissar bei der Mordkommission? Genau darum dreht sich die neue Vorabendkrimiserie “Blutige Anfänger”. Start: Mittwoch, 29. Januar 2020, 19:25 Uhr, 12 Folgen

Darum geht’s: Inka (Luise von Finckh), Ann-Christin (Jane Chirwa), Marc (Timmi Trinks), Kilian (François Goeske) und Leonie (Larissa Marolt) sind Studenten an der Polizeihochschule in Halle, Sachsen-Anhalt. Schnell merken sie, dass es in der echten Welt viel härter zugeht, als es ein Lehrbuch es schildern kann.

Die Anfänger müssen dazulernen, Rückschläge verarbeiten und ihren eigenen Instinkt ausbilden. Wie erklärt man hilflosen Angehörigen das Unfassbare? Wie befragt man Zeugen hartnäckig, ohne übers Ziel hinaus zu schießen? Wieviel Mitgefühl darf sein, ohne sich in Emotionen zu verlieren? 

Das Team der ZDF-Serie "Blutige Anfänger"
©ZDF/Conny Klein

Die Ermittler: So richtige Grünschnäbel, die neben dem Erlernen ihres Jobs natürlich auch noch mit dem einen oder anderen privaten Problem zu kämpfen haben, ihr grenzenloser Ehrgeiz lässt die Kommissars-Anwärter manchmal auch etwas unsympathisch wirken. Gut, dass sie von ihren erfahrenen Lehrern (u.a. Gedeon Burkhard (Folge 1), Esther Schweins und Steffen Groth) dann schnell wieder den Boden der Tatsachen geholt werden.

Die erste Folge: Wer darf zur Mordkommission? Alle wollen, nur vier kriegen einen Platz. Was für ein Glück, dass Inka, Ann-Christin, Marc und Kilian ganz zufällig zu Mordzeugen werden: Während die Freunde im Kino waren, wurde während der Vorstellung ein junger Mann ermordet. Klar, dass die vier für die Ermittlungen unverzichtbar werden … Leonie kann sich unterdessen nicht auf die Uni konzentrieren, sie bekommt die Affäre mit Professor (Gedeon Burkhard) aus dem letzten Halbjahr einfach nicht aus dem Kopf …

Fazit: Gelungener Versuch, die Ermittlerarbeit mal aus der Perspektive von Anfängern zu zeigen. Die erste Folge überzeugt zudem mit einem ziemlich überraschenden Cliffhanger!

"WaPo Berlin" im Ersten

Eine “WaPo” hat das Erste bereits, Floriane Daniel ermittelt seit 2017 am Bodensee. Die Berliner-Version ist – ganz dem Image der Hauptstadt entsprechend – ein wenig frecher und actionreicher. Start: Dienstag, 28. Januar 2020, 18:50 Uhr, 8 Folgen

Darum geht’s: Kriminalhauptkommissarin Jasmin Sayed (Sesede Terziyan, M.) übernimmt das gerade ins Leben gerufene Pilotprojekt “Wasserkriminaldezernat Eins der Wasserschutzpolizei Berlin”, kurz WaPo Berlin. Dafür hat sie sich ihr ideales Team zusammengestellt.

Allen voran Paula Sprenger (Sarina Radomski, 2.v.r.), eine echte “Berliner Göre”, mit der sie seit Kindheitstagen eine Freundschaft verbindet. Wolf Malletzke (Christoph Grunert, r.), Kapitän der “Silbermöwe”, ist der ruhende Pol und Dienstälteste im Team. Außerdem dabei: “Küken” Fahri Celik (Hassan Akkouch, 2.v.l.) und IT-Expertin Marlene Weber (Melina Borcherding, l.).

Das Team der ARD-Serie "WaPo Berlin"
©ARD/Markus Nass

Die Ermittler: Ein bunt zusammengewürfeltes Team, jeder mit eigenen Stärken und Schwächen – der klassische Teamkrimi. Aber alle sympathisch.

Die erste Folge: Ein Leichenfund am Wannsee. Fast gleichzeitig wird aus dem an der Spree liegenden Berliner Dom ein bedeutendes Exponat gestohlen. Besteht zwischen beiden Fällen ein Zusammenhang? Und was hat Wolfs alter Kollege Rainer Kosack (Torsten Michaelis) vom Einbruchs-Dezernat mit der Sache zu tun?

Fazit: Nette Truppe, die sich aber erst noch beweisen muss. In der ersten Folge überzeugt vor allem die emotionale Geschichte um Torsten Michaelis’ Figur Rainer Kosack. Geht gar nicht: die pseudo-hippe Untermalung mit Kaufhausmusik.

| Björn Sommersacher | 24. Januar 2020