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Das streamt die Redaktion (Vol. 3) an Halloween

Das streamt die Redaktion (Vol. 3) an Halloween

In der dritten Ausgabe unserer Serie “Das streamt die Redaktion” geht es um die besten Empfehlungen für Halloween. Unsere Redakteure verraten, was sie rund um den 31. Oktober streamen: von waschechten Genre-Klassikern über Serien mit Gruselfaktor bis hin zu Geheimtipps wie “You’re Next”. 

Sebastian H. streamt: "Wenn die Gondeln Trauer tragen" auf Amazon Prime

Szene aus "Wenn die Gondeln Trauer tragen"
©Amazon

Klar, Halloween (1978) oder eine der zahlreichen Fortsetzungen geht immer an Halloween. Aber warum nicht mal ein wenig Abwechslung ins Halloween-Streaming-Programm bringen – und zwar mit einem anderen 70er-Gruselklassiker? “Wenn die Gondeln Trauer tragen” von Nicolas Roeg stammt aus dem Jahr 1973 und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren.

Der Film erzählt die Geschichte des Ehepaars John (Donald Sutherland) und Laura (Julie Christie), die nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter nach Venedig reisen, um dort auf andere Gedanken zu kommen. In der italienischen Stadt häufen sich jedoch mysteriöse Ereignisse, auf die John und Laura sehr unterschiedlich reagieren – mit dramatischen Folgen. “Wenn die Gondeln Trauer tragen” lässt am Ende einige Fragen offen, ist aber dennoch ein zwar forderndes, jedoch ungemein stimulierendes filmisches Erlebnis.

Fazit: Selten hat Venedig so wunderschön morbide gewirkt wie in Roegs visuell berauschendem Meisterwerk, und die herausragenden Hauptdarsteller sorgen dafür, dass wir auch emotional berührt werden. “Don’t Look Now” heißt der Film im Original – meine Empfehlung lautet jedoch ganz klar: “Watch this!”

Florian streamt: "Rings" auf Netflix

Bonnie Morgan als Samara in "Rings"
©Paramount Pictures

Warnung! Wer ein Fernsehgerät im Schlafzimmer stehen hat, dem könnte eine unruhige Nacht bevorstehen. Denn der tropfnasse Terror kriecht in diesem Psychoschocker aus dem TV – und das ist ganz wörtlich zu nehmen. 

Jeder, der sich ein bestimmtes Video angesehen hat, stirbt innerhalb von sieben Tagen nach einem mysteriösen Telefonanruf. Eine Gruppe Studenten forscht nach und findet heraus, dass das Videoband nach dem Abspielen offenbar ein monströses Eigenleben entwickelt. Mehr wird nicht verraten, nur so viel: den Stecker zu ziehen, hält den Fluch nicht auf.

Fazit: Die furchteinflößende Adaption eines japanischen Blockbusters fesselt mit verstörenden Bildern, vielen Gänsehaut-Momenten und einem Hauch von Mystery. Das Grauen brennt sich geradezu in die Netzhaut ein. Also: lieber ein Stück vom Fernseher wegrücken. Und das Telefon am besten ausstellen …

Kristin streamt: "Cabin in the Woods" auf Netflix

Szene aus "Cabin in the Woods"
©Alan Markfield

Genau genommen ist das von Popkultur-Anspielung nur so strotzende Werk zwei Filme in einem: Einerseits wird eine doch recht gruselige Slasher-Monsterstory erzählt, andererseits ist es eine schwarzhumorige Arbeitsplatzkomödie in deren Mittelpunkt zwei desillusionierte Bürohengste und ihre übereifrigen Kollegen versuchen, das wichtige Jahresprojekt erfolgreich abzuschließen – weil sonst die Welt untergeht. 

Die Studentin Dana (Kristen Connolly) fährt mit ihrer besten Freundin Jules, deren Liebsten Curt (Chris Hemsworth), Kifferkumpel Marty (Fran Kranz) und dem attraktiven Holden (Jessie Williams) in eine abgelegene Waldhütte, um auszuspannen. Was sie nicht ahnen: Ihr gesamter Trip ist von vorne bis hinten von einer Geheimorganisation durchgeplant, die die Studenten auf ganz besondere Weise den alten Göttern opfern wollen, um die ein weiteres Jahr schlummern zu lassen. 

Das Unheil nimmt seinen Lauf als die Gruppe im Keller der Hütte auf ein Sammelsurium seltsamer Antiquitäten stößt und damit das Grauen heraufbeschwört. Doch womit ihre Manipulatoren nicht gerechnet haben: Dana und Marty kommen ihnen unerwartet auf die Schliche …

Fazit: So ganz Ernst kann man Drew Goddards Gruselmär, die genüsslich zahlreiche Horrorklischees auf der Meta-Ebene durch den Kakao zieht – und sich gleichzeitig vor ihnen verneigt – eigentlich nicht. Trotzdem ein absoluter Tipp an Halloween!

Martina streamt: "Buffy – Im Bann der Dämonen" auf Amazon Prime

"Buffy": James Marsters, Sarah Michelle Gellar, Iyari Limon
©FOX

Was auch sonst? Denn die Geschichte von der Jägerin, der einen Auserwählten, die sich Vampiren, Dämonen und den Mächten des Bösen entgegenstellt, ist absolut zeitlos – auch wenn es Flanellhemden, Hochwasserhosen und Choker nicht mehr sind. 

Die Serie von Joss Whedon ist Horror, Mystery, Action und Coming-of-Age-Geschichte in einem. Und viel mehr. Denn bis Buffy (Sarah Michelle Gellar) die Szenerie betrat, waren kleine, blonde Frauen ja vor allem dafür da, schreiend vor Filmmonstern wegzurennen. Buffy braucht keinen Kerl, der sie rettet. Markige Sprüche hat sie selbst drauf: “Du bist ein Vampir. Oh, Verzeihung. Sollte ich sagen: untoter Amerikaner?” 

Sie jagt den Monstern einfach einen Pflock ins Herz. Und Ruhe ist. Dazu bietet “Buffy” mehr als nur das “Monster der Woche”. Es gibt Sex (alle Folgen in denen David Boreanaz als Angel und vor allem James Marsters als Spike das Hemd ausziehen …), eine herzzerreißende Folge über den “Tod einer Mutter” (5.16) und eine umwerfende Musical-Episode (“Once More With Feeling, 7.6.), in der vor allem Anthony Head als Buffys Wächter/Vaterersatz Giles groß auftrumpft. 

Fazit: Zu Halloween bieten sich natürlich die Halloween-Folgen an (vor allem “Nacht der Verwandlung”, 2.6. und “Der Dämon der Angst”, 4.4.). Und wer sich richtig weggruseln will, dem sei die 10. Folge der 4. Staffel empfohlen: “Das große Schweigen”. Nicht umsonst wurde die Geschichte um die blutrünstigen “Gentlemen” als einzige Folge der Serie für den Emmy Award in der Kategorie Bestes Drehbuch nominiert. 

Gerade in einer Zeit, in der sich alte weiße Männer (und leider auch weiße Frauen) dazu berufen fühlen, sogenannte alte (patriarchalische) Ordnungen wiederherzustellen, können wir alle ein bisschen Buffy gebrauchen.

Sebastian Z. streamt: "You're Next" auf Netflix

Szene aus "You’re Next"
©Netflix

Für mich ist “You’re Next” ein nahezu perfekter Mix aus Horror und Comedy. Hat mich 2013 auf dem Fantasy Film Fest umgeblasen. Und hält dem Eindruck seitdem bei jeder Sichtung stand. Darum geht’s: Eine Familie trifft sich übers Wochenende auf dem ländlichen Anwesen der Eltern, um deren Hochzeitstag zu feiern. Doch statt Feierlaune herrscht schnell Todesangst. Denn eine Gruppe eiskalter Killer mit grotesken Tiermasken hat es auf die Familie abgesehen. Ein Pfeil durch eine Fensterscheibe eröffnet den blutigen Reigen. Und nicht alle Familienmitglieder geben sich kampflos geschlagen … 

“You’re Next” von “The Guest”-Regisseur Adam Wingard ist ein temporeicher Ritt durch die Genres. Wingard liefert in einem eng geschnürten Setting jede Menge frische Ideen. Was als Home-Invasion-Thriller beginnt, und schließlich mit zahlreichen Slasher-Elementen unterfüttert wird, gerät im weiteren Verlauf zu einer herrlich schwarzen Komödie, die zudem mit einer garstigen Schlusspointe aufwartet. In der Hauptrolle überzeugt die spielfreudige Australierin Sharni Vinson. 

Fazit: Wingard liefert mit “You’re Next” einen echten Crowd Pleaser ab. Clever, blutig, spannend und mit jeder Menge Genreverweise. Der schönste Meta-Slasher seit Wes Cravens “Scream”. Den in diesem Kontext schaurig-schönen Ohrwurm “Looking for the Magic” von der Dwight Twilley Band gibt es aufs Haus.

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| rtv Redaktion | 16. Oktober 2020