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Der neue “Tatort” aus der Schweiz

Der neue “Tatort” aus der Schweiz

Frischer Wind aus der Schweiz: Carol Schuler und Anna Pieri Zuercher tauchen im “Tatort: Züri brännt” (Sonntag, 18.10., 20:15 Uhr im Ersten tief in die Geschichte der Stadt an der Limmat ein.

Zurück in die Achtzigerjahre

Keinen leichten Stand hat die junge Profilerin Tessa Ott (Carol Schuler, r.) bei ihrer erfahrenen Partnerin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher). Die welsche Polizistin mit dem umwerfenden französischen Akzent hält ihre neue Kollegin für eine versnobte Göre vom “Züriberg”, die die Stelle bei der “Fachgruppe Delikte Leib und Leben” (Mordkommission) der Zürcher Kantonspolizei nur aufgrund ihrer Beziehungen zur besseren Gesellschaft der Stadt bekommen hat. 

Die impulsive Ott wiederum verzweifelt an Grandjeans Eisschrankmentalität. Es gibt also reichlich Konfliktpotenzial beim neuen “Tatort”-Team aus der Schweiz. Die beiden Damen lösen Stefan Gubser und Delia Mayer ab, die sich im Oktober letzten Jahres mit dem 27. Fall aus Luzern (“Der Elefant im Raum”) von der Bildfläche verabschiedet haben.

Schatten der Vergangenheit 

In ihrem ersten Einsatz müssen Grandjean und Ott einen Mord aufklären, bei dem es zunächst keinerlei Anhaltspunkte auf die Identität der Leiche gibt. Schnell finden sie jedoch heraus, dass das Verbrechen mit dem Verschwinden einer verdeckten Ermittlerin während der Zeit der Opernhauskrawalle im Zürich der frühen Achtzigerjahre zusammenhängt. 

In harten und teils offen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei demonstrierten Jugendliche und Studenten damals für mehr kulturelle Selbstbestimmung. Auch der Vorgesetzte der beiden, Peter Herzog (Roland Koch), war damals in die Straßenkämpfe verwickelt. Als bei seiner Pensionsfeier der Schädel der verschwundenen Ermittlerin per Kurierdienst abgegeben wird, überschlagen sich die Ereignisse. 

Der starke erste Fall über ein Stück Schweizer Zeitgeschichte, dessen Brisanz bis in die Gegenwart schwelt, lebt von seinen großartigen Hauptfiguren. Carol Schuler (“Skylines”) bringt die explosive Dynamik zwischen Grandjean und Ott auf den Punkt: “Tessa ist der Bauch, Isabelle ist der Kopf. Das birgt Konfliktpotenzial, macht die beiden aber auch zu einem perfekten Team.” 

Inszeniert hat den ersten Fall aus Zürich Viviane Ander eggen (“Kein Herz für Inder”), die Idee zur Reihe und den Figuren sowie die Drehbücher zu den ersten beiden Filmen wurden von Stefan Brunner (Netflix-Serie “Freud”) und dem Schriftsteller Lorenz Langenegger (“Hier im Regen”) entwickelt. Der zweite Fall aus Zürich ist bereits abgedreht und soll im Frühjahr 2021 gesendet werden. Er trägt den Arbeitstitel “Schoggiläbe”, was so viel wie “Schokoladenseite des Lebens” bedeutet. Man darf gespannt sein.

| Björn Sommersacher | 13. Oktober 2020