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Der “Tatort: Lakritz” aus Münster

Der “Tatort: Lakritz” aus Münster

Vom Pummelchen zum Ekelpaket

“Am Anfang stand für mich die Frage: Wie wurde Boerne zu Boerne? Gab es ein Ereignis, das ihn zu diesem liebenswert-narzisstischen Ekelpaket werden ließ?” So schildert Autor Thorsten Wettcke seine Inspiration für den neuen Fall aus Münster.

Die Geschichte: Der Chef des Wochenmarktes wurde ermordet, mit vergifteter Lakritze. Gerichtsmediziner Boerne und Kommissar Thiel ermitteln in einer Lakritzmanufaktur, an die Boerne intensive Erinnerungen hat. Die heutige Inhaberin Monika war seine erste große Liebe – leider eine unglückliche.

In Rückblenden erfahren wir, dass Boerne ein pummeliger 13-Jähriger war, Monika nannte ihn nur “Schlumpf”. Er konnte sie nicht erobern – und auch nicht den Tod ihrer Mutter aufklären. Dieser Stachel sitzt bis heute tief …

Ein eigenes Universum

Professor Boerne als Jugendlicher (Vincent Hahnen, r.)
©WDR/Willi Weber

Boerne-Darsteller Jan Josef Liefers war sofort angetan von der Grundidee: “Ich war sehr gespannt, wie der Professor wohl als 13-Jähriger aussah und wie er sich benahm. Nachwuchsdarsteller Vincent Hahnen macht das mit großer Spielfreude sehr gut sichtbar.” Stimmt. Auch die erwachsenen Beteiligten haben spürbar Freude an der meist angenehm albernen, nur gelegentlich sentimentalen Geschichte.

Regisseurin Randa Chahoud kennt sich mit Albernheiten aus, sie war verantwortlich für die kleine Kultserie “Ijon Tichy, Raumpilot”. Hier legt sie ihren ersten “Tatort” vor und fühlt sich als langjähriger Fan geehrt, diese spezielle Episode präsentieren zu dürfen. “Das Besondere am ‘Münster’-Tatort ist, dass er einem ganz eigenen Universum entspringt”, sagt sie. Schön, etwas Neues über die Geschichte dieses Universums zu erfahren.

| Oliver Kinser | 30. Oktober 2019