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“Eine Klasse für sich” im Ersten

“Eine Klasse für sich” im Ersten

Fürs Leben – und gemeinsam lernen

“Wozu soll das gut sein – Lernen?” Diese Frage stellt wohl jeder Schüler mal, und auch im Film “Eine Klasse für sich” taucht sie schnell auf. “Damit du etwas aus dir machst!”, ist die lapidare Antwort des Lehrers Fabian (Hans Löw). Nicht sehr überzeugend, aber ansonsten ist Fabian ein guter Lehrer mit viel Empathie. Leider aber ohne Abitur – dass er einst sein Reifezeugnis gefälscht hat, kommt kurz vor seiner Verbeamtung raus. 

Fabians Direktorin macht ihm ein Angebot: Wenn er binnen eines Jahres das Abi nachholt, darf er zurückkehren. Also geht es auf ein Privatkolleg, wo Fabian Mitschüler trifft, die aus ganz anderen Motiven lernen – die Kurdin Bingül (Yeliz Simsek) etwa, die sich von ihrer konservativen Familie emanzipieren will, die toughe Cora (Alwara Höfels), die aus lauter Trotz die Schule geschmissen hatte, den ehemaligen Profifußballer Yusuf (Sami Nasser), der wegen kaputter Knie nicht mehr kicken kann, und die Klofrau Hellen (Johanna Gastdorf), die endlich einen anderen Job will. 

Die Konkurrenz unter den Schülern weicht bald der Solidarität – vor allem, als Coras Vater, ein Immobilienhai, das Kolleg schließen will. Mit viel Improvisationstalent schafft es die “Klasse für sich”, den Unterricht weiterzuführen. Denn jeder der Abi-Anwärter zeigt schließlich seine ganz eigenen Talente.

Nie zu spät ...

Wie viel Bildung brauchen wir wozu, und was hindert Jung und Alt am Lernen – diese Fragen will die ARD-Themenwoche “Zukunft Bildung” aus diversen Perspektiven angehen. Die Höhepunkte der Themenwoche haben wir für Sie zusammengestellt. 

Im Mittwochsfilm steht die Botschaft im Mittelpunkt, dass man gemeinsam am besten lernt – und dass es nie zu spät ist für einen neuen Anlauf in Sachen Bildung. Klingt nach Wohlfühlmärchen, ist es auch, aber ohne Zuversicht und Optimismus wäre Bildung auch eine traurige Angelegenheit.

“Alles was interessiert und eine Leidenschaft entfacht, lernt und versteht sich schnell. Alles andere braucht länger”, sagt die Schauspielerin Alwara Höfels. Sie verbindet mit dem Zugang zu Wissen auch eine politische Dimension: “Bildung meint Freiheit, sie eröffnet die Möglichkeit, persönliche Interessen und Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und zu leben. Jeder Mensch muss die Chance erhalten, sich zu orientieren und sich kritisch mit politischen Fragen auseinandersetzen zu können. Bildung ist Grundstein einer demokratischen Gesellschaft.”

| Oliver Kinser | 6. November 2019