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Die Fernseh-Woche in den Dritten

Die Fernseh-Woche in den Dritten

Keine Lust auf Privatsender? Und im Ersten und Zweiten ist nicht das richtige für Sie dabei? Die Dritten Programme haben so manchen Fernsehschatz im Programm, der sich lohnt. Hier finden Sie unsere TV-Tipps der Woche in den Dritten – von Spielfilmen über Dokus bis hin zu Sendungen mit Regionalbezug. 

Montag, 30. März

BR, 22:00 Uhr: Lebenslinien

Dokumentarfilm Als Sohn türkischer Gastarbeiter in München wächst Erkan bei einer bayerischen Pflegemutter in Reichertshofen in der Hallertau auf. Erkan spricht perfekt Bayerisch, Türkisch kann er kaum. Seine Eltern sieht er nur am Wochenende, wenn sie gerade nicht Schicht arbeiten. Eines Tages aber stehen sie vor der Tür und wollen mit ihm in die Türkei zurück.

Als Erkan mit sechs Jahren aus seiner bayerischen Pflegefamilie gerissen wird, spürt er am eigenen Leib, was es bedeutet, sich in keiner Kultur dazugehörig zu fühlen. Seine Eltern schreiben ihn auf einer türkischen Schule ein, doch weil er die Sprache nicht kann, wird er auf eine Sonderschule geschickt. Er sei “lernbehindert”, heißt es. Nur mit viel Willenskraft und einer guten Lehrerin schafft er es, sich von diesem negativen Stempel des dummen und noch dazu ausländischen Förderkinds zu befreien.

Heute lebt Erkan mit seiner Frau und seinen drei Kindern in München und arbeitet in einem Eisenbahn-Transportunternehmen. Er setzt sich für Toleranz und die Begegnung der Kulturen und Religionen ein.

Die Sendung thematisiert Integration hautnah – Klasse!

©BR

Dienstag, 31. März

HR, 22:30 Uhr: Johannes Scherer live – “Keinangsthasen”

Show Darf man einen Veganer als “Angsthasen” bezeichnen, obwohl in dem Wort ein Tier drin ist? “Keinangsthasen”, das Programm von Johannes Scherer, gibt schlaue und witzige Antworten auf Fragen, die bisher noch keiner zu stellen gewagt hat.

Johannes Scherer, der auch mit neun Jahren noch Stützräder an seinem Fahrrad hatte, sucht nach Antworten und unternimmt eine Sightseeingtour durch unsere schräge Gegenwart, die voller Angsthasen ist. Erwachsene haben Angst vor ihren Kindern, Superreiche vor Steuern, und alle fürchten sich davor, ein Schnitzel in einem Restaurant zu essen, das nicht von Trip Advisor empfohlen wurde.

Scherer nimmt die scheinbaren Ängste der Menschen auf’s Korn und schafft es, uns damit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

©HR/Ben Knabe

Was läuft auf den großen Sendern zur besten Sendezeit? Hier geht’s zu unseren Prime-Time-Highlights der Woche.

Mittwoch, 1. April

WDR, 22:55 Uhr: Harvey Weinstein – Chronik eines Skandals

Dokumentarfilm Jahrzehntelang galt er als der Hollywood-Produzent schlechthin: Harvey Weinstein. Zusammen mit seinem Bruder Bob produzierte er Kultfilme wie „Good Will Hunting“, „Pulp Fiction“ oder „Shakespeare In Love“. Die Filme seiner Firma Miramax (später The Weinstein Company) galten lange als Oscar-Garanten.

Die gesamte Hollywood-Prominenz riss sich förmlich um ein Treffen mit “Onkel Harvey”, wie Schauspielerin Gwyneth Paltrow ihn einmal nannte. Doch diese Treffen endeten oft mit sexuellem Missbrauch. Lange gab es innerhalb der Szene Gerüchte zu Harveys Übergriffigkeit, aber öffentlich gemacht wurde nichts davon.

Erst im Oktober 2017 veröffentlichte die New York Times schließlich einen Artikel mit persönlichen Aussagen von Frauen, die von Weinstein belästigt, missbraucht und sogar vergewaltigt worden waren.

Damit begann der tiefe Fall des Hollywood-Produzenten. Doch nicht nur das: eine Bewegung entstand, die das Geschlechterverhältnis – nicht nur in der internationalen Filmbranche – nachhaltig verändern sollte: #MeToo.

Im Film “Harvey Weinstein: Chronik eines Skandals” kommen neben Society-Reportern und Psychologen auch zahlreiche prominente Schauspieler zu Wort, darunter Meryl Streep und ihr Kollege Tom Hanks.

©WDR/Looking Glass International/Getty Images

Donnerstag, 2. April

RBB, 0:00 Uhr: Tiger Girl

Drama Nach dem großen Erfolg von “Love Steaks” (Gewinner Max-Ophüls-Preis, Gewinner Förderpreis Neues Deutsches Kino in allen vier Kategorien und Nominierung für den Deutschen Filmpreis) ist “Tiger Girl” das Nachfolgeprojekt von Regisseur und Autor Jakob Lass, Produzentin und Autorin Ines Schiller sowie Produzent und Komponist Golo Schultz. Es ist auch der Abschlussfilm von Jakob Lass an der Filmuniversität Babelsberg “Konrad Wolf”.

Und darum geht’s: Die schüchterne Vanilla ist durch die Polizeiprüfung gefallen und beginnt eine Ausbildung bei einem Sicherheitsdienst. Eines Nachts lernt sie die eigensinnige Tiger kennen. Diese wiederum ist fasziniert von dem Mädchen, das so krampfhaft versucht, dazuzugehören und bringt ihm die Kunst des Straßenkampfs bei. Vanilla wird immer selbstbewusster und Tiger muss erkennen, dass sich der Spieß gedreht hat.

Improbasiertes Gegenwartskino trifft hier auf Martial Arts: Ziemlich hart, aber trotzdem absolut sehenswert. “Tiger Girl” feierte im Februar 2017 seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm im “Panorama Special” der Internationalen Filmfestspiele Berlin, war u.a. in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2017 und erhielt die Auszeichnung “Beste Nachwuchsschauspielerin” beim New Faces Award 2017 für Ella Rumpf.

Im Wochenabstand folgen im April noch die Filme “Schwester Weiß” von Dennis Todorović (09.04.20), “Rakete Perelman” von Oliver Alexander Alaluukas (16.04.20) und “Die beste aller Welten” von Adrian Goiginger (23.04.20).

©2017 Constantin Film Verleih GmbH/Fogma

Freitag, 3. April

HR, 20:15 Uhr: Irlands wilder Westen

Dokumentation Vierzig Schattierungen von Grün soll Irlands Landschaft bereithalten. Und tatsächlich – die Insel hat wirklich viel zu bieten. Unterwegs auf dem Wild Atlantic Way führt der Weg direkt ins Herz der Insel: saftige Täler, mit Wollgras überzogene Flachmoore, kahle Hochebenen, schroffe Felswände, dunkle Bergseen und kilometerlange Sandstrände, dazu immer wieder märchenhafte Burg- und Klosterruinen, die das idyllische Landschaftsbild abrunden.

Irlands Ruf eilt der Insel so weit voraus, dass Erstbesucher meinen, sie wüssten schon genau, was sie erwartet. Dabei zeigt sich insbesondere der Westen Irlands von ganz unterschiedlichen Seiten: der Nationalpark Connemara, traditionell geprägt und ursprünglich, die kreative Stadt Galway, Kulturhauptstadt 2020, die legendären Cliffs of Moher als bekannteste Attraktion Irlands und die Halbinsel Dingle, eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch.

Kulinarisch ist das Motto “Taste the Atlantic”, die Auster spielt dabei eine wichtige Rolle, serviert natürlich mit einem kühlen Guinness.

Weil Reisen aktuell schwierig ist, kann man mit dieser Dokumentation zumindest geistig die Schönheit Irlands erkunden.

©HR/Nathaly Janho

Samstag, 4. April

NDR, 22:15 Uhr: Die Queen und ihre Lieblingstiere

Dokumentation Queen Elizabeth II. zeigt schon ihr Leben lang ihre Leidenschaft für ihre Tiere. Sie interessiert sich vor allem für Pferde und den Pferdesport, besucht Pferderennen in Ascot und Epsom und sie züchtet Rennpferde. Aber nicht nur Pferde haben es ihr angetan, seit frühester Kindheit liebt die Queen Hunde, vor allem ihre Corgis.

Ihren ersten Corgi erhielt sie im Alter von sieben Jahren, inzwischen sind die englischen Hütehunde aus dem Buckingham Palast nicht mehr wegzudenken. Einer ihrer Corgis ist sogar auf einer Münze verewigt. Aber auch viele andere Tiere haben es der Monarchin angetan. Der Film erzählt von den Lieblingstieren der Queen und welche Geschichten sich dahinter verbergen.

Für alle Royal- und Tierliebhaber ein absolutes Muss!

©NDR

Sonntag, 5. April

MDR, 20:15 Uhr: MDR Zeitreise

Magazin zur Reihe “75 Jahre Befreiung KZ Buchenwald” Im April 2020 jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Es liegt auf dem Ettersberg, doch auch nah genug an der Stadt – was sich dort abspielte, konnte nicht völlig verborgen bleiben. Doch wer wusste tatsächlich davon? Handwerker, die Gasleitungen dahin verlegten? Ärzte, die im Krankenhaus Weimar Häftlinge versorgten?

Firmen, die Krematorien dafür bauten? Die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass mitten in Deutschland Tausende Menschen interniert, misshandelt und ermordet wurden, treibt bis heute viele um. Die Moderatorin Janett Eger geht in der MDR Zeitreise der Frage nach, wann und wo sich erste Anfänge dieser Verfolgungen festmachen lassen. Wie stark waren Judenhass und Ausländerhass in der Weimarer Republik verbreitet?

Im Anschluss zur Reihe “75 Jahre Befreiung KZ Buchenwald” folgen “Josef Ritter von Gadolla – Der Retter von Gotha” (22:55 Uhr), “Ja, Andrei Iwanowitsch” (23:40 Uhr) und “Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit” (0:50 Uhr).

©MDR/Andraj Sonnenkalb

Was läuft auf den großen Sendern zur besten Sendezeit? Hier geht’s zu unseren Prime-Time-Highlights der Woche. Spannende Themen aus Film & Fernsehen finden Sie hier.

| rtv Redaktion | 30. März 2020