rtv sieht fern » “Im Netz der Camorra” – Packender Zweiteiler im ZDF
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“Im Netz der Camorra” – Packender Zweiteiler im ZDF

“Im Netz der Camorra” – Packender Zweiteiler im ZDF

Subtile Spannung in zwei Teilen (6. und 7. September, ZDF): Tobias Moretti (M.) steckt als Südtiroler Winzer mit Mafia-Vergangenheit “Im Netz der Camorra” und bangt um seine Familie. Was haben seine alten “Kollegen” Fabricia Bianchi (Tea Falco, 2.v.l.), Rivaldo Fernadi (Max Malatesta, r.) und Enzo Alto (Nicolas Orzella, l.) mit ihm vor?

Tödliche Familienbande

Der Winzer Matteo DeCanin (Tobias Moretti) führt mit seiner Familie ein zufriedenes Leben in den Weinbergen Südtirols. Er hatte schon einmal eine Familie: die Camorra in Neapel. Damals hieß er noch Lorenzo und beging zahlreiche Morde für die Mafia. Seine Frau Stefania und seine Tochter Laura ahnen davon nichts. Doch nun bricht Matteos blutige Vergangenheit über das friedvolle Leben der DeCanins herein – in Gestalt seines alten Weggefährten Nino.

Dass Matteo vor 25 Jahren aus Neapel floh, gilt als unverzeihlicher Verrat an der Camorra, man will Wiedergutmachung. Geht Matteo nicht auf Ninos Forderung ein, exklusiven Wein zu fälschen, werden Stefania und Laura sterben. Die wundern sich zunehmend über das immer seltsamer werdende Verhalten ihres Familienoberhaupts. “Matteo hat seine Vergangenheit ausgeklammert”, sagt Tobias Moretti über seine Rolle. Doch “in dem Moment, wo seine beiden Welten aufeinandertreffen, fliegt sein Leben auseinander”. Und während Matteo sich immer tiefer im Netz der Camorra verstrickt, gerät er durch einen Zufall auch noch ins Visier der Polizei.

Atmosphärische Spannung

Lange Kameraeinstellungen, die imposant in Szene gesetzte Landschaft Südtirols und eine düster gehaltene Bildsprache: Die atmosphärischen Stilmittel, die Regisseur und Drehbuchautor Andreas Prochaska bei “Im Netz der Camorra” verwendet, unterstreichen und befördern die subtile Spannung. Sie steigert sich im Lauf der beiden Teile langsam und doch stetig, bis hin zum unausweichlich blutigen Finale. Mit diesen Stilmitteln beeindruckte Prochaska bereits in seinem preisgekrönten Rache-Alpenwestern “Das finstere Tal”, in dem Tobias Moretti den Bösewicht verkörperte.

Es bleibt in der Familie

Für Moretti war der Dreh ein ganz besonderer. 2019 hatte er mit Sohn Lenz in “Baumbacher Syndrome” gespielt, nun drehte der 62-Jährige erstmals mit Tochter Antonia Moretti: “Vor der Kamera muss man jede private Beziehung ausblenden, anders kann man nicht miteinander spielen. Bei der Arbeit war Antonia vor allem eine Kollegin. Es hat mich gefreut und auch beeindruckt mitzuerleben, was sie schon kann.” Ein stolzer Vater, im Leben wie im Film.

Antonia und Tobias Moretti im Film

3 Fragen an Antonia Moretti

Die 23-Jährige ist das älteste der drei Kinder von Tobias Moretti und seiner Frau, der Oboistin Julia. Sie war u.a. in Wolfgang Murnbergers ORF-Stadtkomödie “Kebab extra scharf!” und der Sky-Serie “Der Pass” zu sehen. “Im Netz der Camorra” ist der erste gemeinsame Film von Vater und Tochter, die darin sowohl deutsch als auch italienisch sprechen.

Wie war die erste Zusammenarbeit mit Ihrem Vater in einem Film für Sie?

Antonia Moretti: Ich konnte sehr viel lernen, war aber bei der Arbeit an der Figur trotzdem immer in meiner eigenen Welt. Unsere familiäre Beziehung habe ich automatisch ausgeblendet, was auch gar nicht anders gehen würde, weil man sonst während des Spielens nicht in den Moment der Szene eintauchen könnte. Es kann einem als junge Schauspielerin nichts Besseres passieren, als mit so großartigen Menschen wie Andreas Prochaska, Kameramann Thomas Kiennast, Ursina Lardi und so weiter arbeiten zu dürfen.

Das Schauspielensemble ist österreichisch, deutsch und italienisch – wie war das Zusammenspiel?

Antonia Moretti: Das Zusammenspiel war sehr bunt, was es für mich noch besonderer gemacht hat, mal deutsch, mal italienisch. Es war die beste Kombination, die ich mir hätte ausmalen und wünschen können.

Die wunderschöne Südtiroler Landschaft ist Ihnen gut bekannt …

Antonia Moretti: Ich lebe zwar in Tirol, und Südtirol ist mir bekannt, dennoch habe ich dann noch mal ganz neue Facetten entdecken dürfen, sei es in der Stadt oder in den Weinbergen. Es war auch faszinierend, die Weinlese so hautnah mitzuerleben.

Alle Sendetermine zu “Im Netz der Camorra”

  • Montag, 6. September 2021, 20:15 Uhr, ZDF: Folge 1
  • Dienstag, 7. September 2021, 20:15 Uhr, ZDF: Folge 2

Die Filme stehen in vier Teilen bereits vorab in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.

| Susanne Bald | 2. September 2021