rtv sieht fern » “Immer der Nase nach” – Komödie mit Tiefgang im ZDF
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“Immer der Nase nach” – Komödie mit Tiefgang im ZDF

“Immer der Nase nach” – Komödie mit Tiefgang im ZDF

Wir überfordern uns gerne einmal, wenn wir versuchen mitzuhalten und den Erwartungen anderer zu entsprechen. Die Gefahr ist groß, sich dabei selbst zu verlieren. So oder so ähnlich empfindet Tanja (Claudia Michelsen) in der Komödie “Immer der Nase nach” (Donnerstag, 26.8., 20:15 im ZDF).

Wenn alles in Scherben liegt

Aber was bleibt ihr auch anderes übrig? Mit Anfang 50 hat sie das Gefühl, vom Leben ins Aus gestellt worden zu sein. Beruflich läuft es bei der Schaufensterdekorateurin richtig mies. Tochter Lisa (Lena Klenke) ist ausgezogen, ihre Mutter (Angela Winkler) scheint todkrank zu sein und ihre Ehe mit Robert (Stephan Szász) ist nach 20 Jahren gescheitert. Die Zeichen stehen also auf Komplettveränderung. Gut, dass ihr ihre beste Freundin Imke (Corinna Harfouch) zur Seite steht: “Wenn du ein Mann wärst, würdest du dir jetzt ein neues Auto kaufen und deine Sekretärin vögeln”.

Alles auf Neuanfang

Doch dann trifft Tanja zufällig auf den jüngeren Lebenskünstler Nick (Helgi Schmid) und kann mit ihm neue Kraft schöpfen. Mutig stellt sie sich ihren Herausforderungen. Tanja weiß, dass sie beruflich keine Chance hat, wenn sie nicht dringend Online-Nachhilfe bekommt und so wendet sie sich an die Digital-Expertin Alev (Banafshe Hourmazdi). Sie will Tanja fit machen für eine Welt, “in der die Arbeit nie schläft”. Doch im analogen Leben schlägt sich Alef alleinerziehend durch und hat Angst, es alleine nicht zu schaffen. Die beiden stellen fest, dass sie zusammen mehr erreichen können und ziehen sogar gemeinsam in eine WG des Grauens, mit ständig brainstormenden “Digital Natives“. Doch gerade durch die neuen Impulse stürzt sich Tanja nun völlig in die Arbeit. Leider übersieht sie, dass sie die Menschen, die ihr am wichtigsten sind, dabei aus den Augen verliert.

Autorin und Regisseurin Kerstin Polte versteht Ihren Film als “Plädoyer dafür, mal innezuhalten und im Moment anzukommen.” Im Interview mit dem ZDF sagt sie: “Aus Angst, abgehängt zu werden, überladen wir unser Leben mit Optimierungsmaßnahmen und Projekten, gehen auf die Suche nach unserem perfekten Zukunfts-Ich, Atem- und Zeitnot inklusive. Und rennen doch an uns vorbei”. Es kommt wohl auf ein gesundes Gleichgewicht an und darauf, aufeinander zu achten. Von Zeit zu Zeit sollten wir wohl alle einmal innehalten und uns fragen, wer wir sind und wer wir sein wollen.

Sendetermin zu “Immer der Nase nach”

  • Donnerstag, 26.8.2021, 20:15 Uhr im ZDF
  • Der Film steht bereits jetzt in der ZDF-Mediathek zur Verfügung
| rtv Redaktion | 20. August 2021