rtv sieht fern » “München Mord: Ausnahmezustand”
rtv sieht fern » “München Mord: Ausnahmezustand”

“München Mord: Ausnahmezustand”

“München Mord: Ausnahmezustand”

“Ausnahmezustand” an der Grünwalder Straße: Der neue Fall der Krimireihe “München Mord” (Samstag, 17.10., 20:15 Uhr, ZDF) ist eine wundervolle Ode an die Fankultur

Für immer blau

Freundschaft, Aufrichtigkeit, Zusammenhalt. Das sind die Werte der “Blauen”, wenn man Kommissar Neuhauser glauben darf. Der Hallodri hält 1860 München die Treue – er ist halt ein Giesinger. Einmal Blauer, immer Blauer, heißt es im früheren Arbeiterviertel. Oder trügt die Harmonie? 

Nach einem Heimspiel findet Neuhauser einen ermordeten 60er-Fan, und alle Verdächtigen sind ebenfalls Mitglieder der blauen Familie. rtv-Titelstar Marcus Mittermeier spielt den 60er-Anhänger Neuhauser sehr glaubwürdig. Was an Verrat grenzt, denn der Schauspieler bekennt: “Mein Herz gehört dem FC Bayern.” Ein Roter also, liebstes Feindbild der Blauen. Allerdings: “Für mich als Darsteller war meine Fußballaffinität eher ein Vorteil. Die Leidenschaft, das Hoffen und Bangen, die Zusammengehörigkeit, das alles ist immer irgendwo gleich.” 

Wir sehen uns im Stadion. Bald.

Neu und spannend sei für ihn aber der “Mythos Giesing” gewesen, der weit über einen Vereinsmythos hinausgehe.  Der neue Fall für das tolle Verlierertrio von “München Mord” spielt somit in einem besonderen Milieu, in dem viele bierselige Sonderlinge pausenlos fachsimpeln.

Eine sehenswerte Episode, prima besetzt und gespielt. Und aus einem zufälligen Grund speziell. Marcus Mittermeier: “Jetzt wirkt der Film, der vor Corona gedreht wurde, wie eine Hommage an etwas Verlorenes. Aber natürlich ist die Fankultur nicht ausgestorben. Im Gegenteil! Sobald die Pandemie zu Ende ist – und das wird kommen –, sind alle Fans wieder im Stadion! Ich auch!”

| Oliver Kinser | 13. Oktober 2020