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Romanze & Thriller: Susan Hoecke kann beides

Romanze & Thriller: Susan Hoecke kann beides

Mal markant, mal charmant

Unterschiedlicher könnten die Filme kaum sein, in denen wir Susan Hoecke in dieser Woche sehen: Zunächst gibt sie wie schon oft eine romantische Heldin, in der 82. “Inga Lindström”-Episode “Ausgerechnet Söderholm” (Sonntag, 20.10., 20:15 Uhr). Am Montag dann überrascht sie als Heldin eines düsteren Thrillers: Als Journalistin “Cora Stein” ermittelt sie in “Das vergesse Dorf” (21.10., 20:15 Uhr) auf den Spuren eines Voodoo-Priesters. Sehenswert, so viel sei gleich verraten, sind beide Werke – aber auch für jeden? 

Wer gegen die Sonntagsromantik im ZDF Vorbehalte hat, könnte sich diesmal eines Besseren belehren lassen. Denn die Geschichte um eine angehende Chirurgin aus Stockholm, die sich in der Provinz bewähren muss, ist kurzweilig erzählt, charmant gespielt und hat intensive Momente. Zumal das Thema Stadt-Land-Gefälle auch in Deutschland aktuell ist.

Voodoo in Brandenburg

Zumindest im Fernsehen aktuell ist auch das Thema Voodoo: Jüngst geriet Nina Kunzendorf im ARD- Thriller “Totenfieber” in den Strudel der sagenumwobenen Religion, der weltweit 60 Millionen Menschen angehören.

Nun also Susan Hoecke als Journalistin Cora Stein. Deren Nachbarin und Kollegin Tilde verübte aus unbekannten Gründen einen Suizidversuch. Cora will Licht ins Dunkel bringen und ermittelt in Brandenburg. Dort war Tilde offenbar einem schrecklichen Verbrechen auf der Spur. Tatort: ein Landgut, das zu einem Flüchtlingsheim umgewandelt wurde und in dem nun Voodoo-Gläubige leben.

Susan Hoecke, l. und Karen Changu Zimana) im Thriller "Das vergessene Dorf"
©SAT.1/Hannes Hubach

Vor lauter Arbeit bleibt Cora keine Zeit für Romantik, obwohl ihr der smarte Dozent Simon (Mike Hoffmann) schöne Augen macht. Aber die Journalistin ist ohnehin ein unabhängiger Geist, der sich nicht so schnell bindet, wie Susan Hoecke im Interview mit Sat.1 verriet. 

Ein Spagat auf Probe

Sehr zarte Gemüter könnten die angedeuteten Horrorelemente abschreckend finden, doch man kann Entwarnung geben: Allzu gruselig wird es nicht. Im Vordergrund steht bei diesem Thriller erfreulicher weise die Spannung, nicht billige Effekthascherei. Regisseurin Christiane Balthasar (“Kommissarin Heller”) inszenierte die mysteriöse Atmosphäre zudem sehr gekonnt.

 Wenn die Quoten stimmen, soll “Cora Stein” übrigens eine Reihe werden. Die Chancen stehen gut, zumal die Produzenten 2017 mit “Das Nebelhaus” den erfolgreichsten SAT.-1-Film der letzten Jahre vorgelegt haben. Könnte also sein, dass wir Susan Hoecke bald dauerhaft im Spagat zwischen Hochspannung und Romantik sehen.

| Oliver Kinser | 15. Oktober 2019