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Starke ZDF-Serie: “Die verlorene Tochter”

Starke ZDF-Serie: “Die verlorene Tochter”

Keine gute Nacht

“Ich habe so ein Gefühl, dass heute Nacht eine gute Nacht wird”. So könnte man den fröhlichen Pophit der “Black Eyed Peas” übersetzen, der alle sechs Teile dieses Krimidramas einläutet. Er läuft auf einer Schulparty, die wir zum Auftakt jeder Folge aus neuer Perspektive sehen. 

Eine Party, die für die Hauptfigur ungut endet: Die lebenslustige Unternehmertochter Isa (Henriette Confurius) verschwindet spurlos. Ihre Familie, Freunde und Lehrer müssen den Verlust verarbeiten. Nach zehn Jahren scheint das einigermaßen gelungen – doch da taucht Isa wieder auf. Ohne Erinnerungen an die ersten Jahre ihres Lebens und die fragliche Nacht. So beginnt Isas Spurensuche, die in ihrer Heimat keinen Stein auf dem anderen lässt. 

Charakterköpfe im Nebel

Sechsmal 45 Minuten lassen Autor Christian Jeltsch und Regisseur Kai Wessel ihrer Heldin Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen. Die beiden zeichnen in dieser kurzen Spanne ein höchst komplexes Porträt einer meist nebelverhangenen Kleinstadt in der hessischen Provinz, mit sehr vielen zumeist unglücklichen Protagonisten. 

Als Zuschauer behält man dennoch den Überblick, auch dank sehr prägnant gespielter Figuren. Unter den tollen Darstellern sind Stars wie Christian Berkel, Claudia Michelsen, Götz Schubert und Rick Okon. Doch vor allem Henriette Confurius alias Isa trägt zum Gelingen bei: Sie spielt den überschwänglichen Teenager ebenso glaubwürdig wie die traurige, psychisch labile Erwachsene, die um ihre Identität kämpft. 

Zu sehen ist dieser Kampf am Montag, Mittwoch und Donnerstag (27., 29. und 30. Januar 2020) im ZDF, je zwei Folgen um 20:15 Uhr.

| Oliver Kinser | 21. Januar 2020