rtv sieht fern » Das streamt die Redaktion
rtv sieht fern » Das streamt die Redaktion

Das streamt die Redaktion

Das streamt die Redaktion

Das Angebot bei den großen Streaming Anbietern wie Netflix, Amazon & Co. wächst jeden Monat weiter. Da ist es nicht ganz leicht den Überblick zu behalten. Zur Inspiration verrät die rtv-Redaktion ihre ganz persönlichen Streaming-Highlights: vom goldenen Kult-Klassiker über Doku und Animation ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

Sebastian H. streamt ...

Frühstück bei Tiffany, Netflix

Selbst Leute, die den Film nicht gesehen haben, kennen das Bild von Audrey Hepburn, die im schwarzen Abendkleid im Morgengrauen vor dem Schaufenster des Juwelierladens Tiffany “frühstückt”. Der Look von Hepburn als New Yorker Partygirl Holly Golightly wurde zur popkulturellen Ikone. 

Die Verfilmung eines Kurzromans von Truman Capote ist aber nicht nur deswegen auch heute noch sehenswert: Holly, die auf der Feuerleiter “Moon River” singt, überhaupt die Musik von Henry Mancini, zauberhafte New-York-Bilder und eine erstaunlich vielschichtige Geschichte zwischen Komödie, Liebesdrama und märchenhafter Charakterstudie – wunderbar kitschiges Ende inklusive.

Fazit: Ein intelligent-eleganter Klassiker mit Herz und Humor!

©Paramount

Finale in Berlin, Netflix

In den 60er-Jahren wurden drei Spionageromane von Len Deighton mit Michael Caine in der Hauptrolle verfilmt. Caines bebrillter Geheimagent Harry Palmer ist gewissermaßen der realistischere Gegenentwurf zu James Bond. “Finale in Berlin” ist der zweite Film der Trilogie und wurde von Guy Hamilton inszeniert, der zwei Jahre zuvor mit “Goldfinger” einen der besten Bonds überhaupt gedreht hatte.

 Reizvoll ist die im geteilten Berlin angesiedelte Geschichte um einen potenziellen KGB-Überläufer auch wegen der vielen deutschsprachigen Schauspieler wie Eva Renzi, Paul Hubschmid und Wolfgang Völz.

Fazit: Unterkühlt-spannende Spionagegeschichte mit viel Kalter-Krieg-Flair!

Martina streamt ...

Hilda, Netflix

Rosarote Prinzessinnenträume? Zuckerwattewolken? Einhörner? Sucht man bei “Hilda” vergeblich. Dafür gibt es in der Netflix-Trickserie Trolle, Steinriesen und Hirschfüchse. Und mittendrin ein kleines blauhaariges Mädchen, das für ihre Geschlechtsgenossinnen die beste Identifikationsfigur seid Pippi Langstrumpf ist. 

Hilda, erschaffen von Comic-Autor Luke Pearson, lebt mit ihrer Mutter in einem Fantasieland irgendwo bei Norwegen. Sie ist neugierig, unerschrocken und hat ein Problem mit Autoritäten. Und Hilda besitzt eine besondere Fähigkeit: Sie kann mit so gut wie allen Wesen Freundschaft schließen.

In Folge 1 mit dem winzigen Elfling Alfur. Den sie allerdings erst sehen darf, nachdem sie eine ganze Menge “Papierkram” unterzeichnet hat (Elflinge lieben Bürokratie). Alfurs Premierminister will derweil Hilda und ihre Mum aus dem Zauberwald vertreiben – sein Wahlversprechen ans Elfenvolk, das sich von den Außenseitern belästigt fühlt. Da erkennt man die ein oder andere derzeit grassierende Parole wieder.

Fazit: “Hilda” ist ein Plädoyer für Toleranz, Freundschaft und Unangepasstheit. Und deshalb in Zeiten wie diesen ein Muss!

©Netflix

Kristin streamt ...

Free Solo, Disney +

Am 3. Juni 2017 erklomm der Extremkletterer Alex Honnold die als “Freerider” bekannte Route am Felsmassiv El Capitan im US-Nationalpark Yosemite – völlig allein und ohne Sicherungsseile. Als erster Mensch bezwang Honnold die rund 1000 Meter hohe Felswand ohne jegliche Art von technischen Hilfsmitteln und das in weniger als vier Stunden. Ein Abenteuer bei dem ein falscher Griff, eine Fehlkalkulation, ein Ausrutscher den sicheren Tod bedeutet hätte.

Die Filmemacher Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi haben den Ausnahme-Kletterer bei den Vorbereitungen zu dem riskanten Unternehmen begleitet. Ihre Oscar prämierte Dokumentation “Free Solo” zeigt Alex Honnolds Alltag, seine Beziehung zu Freundin Sanni und gibt einen unerwartet privaten Einblick in sein Leben, bevor sie in atemberaubenden, schwindelerregenden Bildern seinen den unglaublichen Aufstieg dokumentiert.

Fazit: Raubt einem auch beim wiederholten Ansehen den Atem!

©National Geographic

My Country – The New Age, Netflix

Mit untertitelten Formaten, tun sich viele Zuschauer immer noch schwer. Die koreanische Historienserie “My Country” ist – neben dem mit Preisen überhäuften Superhit “Parasite” – einer der besten Gründe sich auch mal auf unbekanntes Terrain zu wagen. Durch die Augen der Jungendfreunde Seo und Nam folgt die opulent ausgestatte Serie der als “Zwist der Prinzen” bekannten Zeitperiode der Joseon-Dynasty.

Während Seo durch eine Intrige an der Front landet, ist Nam gezwungen die rechte Hand seines intriganten Vaters zu spielen, um Seos Schwester zu schützen. Der steigt zu einem der besten Schwertkämpfer des Landes und zum geschätzten Kämpfer des Prinzen Yi Bang-Won auf – gespielt vom immer sehenswerten Star Jang Hyuk, über den man gar nicht in genug Superlativen schreiben kann.

Bang-Won, der als König Taejong in die Geschichte einging, ist fest entschlossen, den Thron zu besteigen, und dringend nötige Reformen durchzuführen – auch wenn er dafür praktisch seine gesamte Familie aus dem Weg räumen muss.

Fazit: Ein packender, actionreich in Szene gesetzter Kampf um den Thron mit Intrigen, Liebe und Verrat, wie es sich Shakespeare nicht besser hätte ausmalen können

©JTBC

Björn streamt ...

Im Angesicht des Verbrechens, Netflix

Dominik Grafs Miniserie gehört zum Besten, was der Serienboom hervorgebracht hat. Und das obwohl sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. 2010 lief der Milieukrimi bei Arte, hat aber seitdem nichts von seiner erzählerischen Sogkraft verloren.

Darum geht’s: Der Berliner Polizist Marek Gorsky (Max Riemelt, l.), Sohn lettisch-jüdischer Einwanderer, und sein aus Ost-Berlin stammender Partner Sven Lottner (Ronald Zehrfeld) ermitteln im Milieu der Russenmafia. Gorsky kann nicht vergessen, dass sein Bruder vor zehn Jahren ermordet und der Täter nie gefasst wurde. Hat der Mann seiner Schwester Stella (Marie Bäumer, r.), der Gangsterboss Mischa (Mišel Matičević), etwas damit zu tun?

Fazit: extrem spannende Geschichte, echte Charaktere, grandiose Darsteller und Dialoge, die wirklich sitzen. “Im Angesicht des Verbrechens” ist die Serie, an der sich aktuelle Gangster-Milieu-Produktion wie “4 Blocks” oder “Skylines” messen müssen!

© NDR/ARD/Julia von Vietinghoff

Sebastian Z. streamt ...

Riverdale, Netflix

Die CW-Produktion “Riverdale” ist mein wöchentliches Netflix-“Guilty Pleasure”. Die Verfilmung der Archie-Comics ist in der 4. Staffel angekommen. Und hat auf dem Weg dahin so ziemlich jede denkbare Entwicklung mitgenommen. Ich erfreue mich dabei an bescheuerter campy Unterhaltung, die (sofern man sich drauf einlässt) richtig Spaß macht.

Extreme Charakterentwicklungen, soapy Teenie-Charaktere, teilweise echte Exploitation, absurde Musik-Szenen, Gang Fights, Mobster-Morde, Serienkiller, Sekten, mordende Nonnen, High-School-Dramen, Probleme, Probleme, Probleme. Und mit Mädchen Amick (“Twin Peaks”), Skeet Ulrich (“Scream”) und bis zur 3. Staffel Luke Perry (“Beverly Hills 90210”) sind auch für die Ü30-Fraktion die passenden Identifikationsfiguren geboten.

Fazit: Das ist exzellenter Bingewatching-Trash, der jede Folge etliche gelungene Film- und Serien-Hommagen unterbringt!

© CW

Anh streamt:

The Circle, Netflix 

Netflix kann auch Reality-TV à la “Big Brother”! Wie soll das gehen? – so ohne Zuschauer-Einbindung und Voting. In den zwölf Folgen, die knapp eine Stunde lang gehen, treffen acht Kandidaten aufeinander, oder auch nicht. Das Besondere ist nämlich, dass diese zwar alle in einem Haus leben, sich jedoch niemals zu Gesicht bekommen. Kommuniziert wird über ein soziales Netzwerk, das sich “The Circle” nennt.

Via Nachrichten-Chats tauschen sich die Bewohner untereinander aus. Jeder Teilnehmer darf sich zu Beginn der Teilnahme ein eigenes “Social-Media-Profil” erstellen, mit Foto, Motto und den Infos, die sie mit den anderen teilen wollen. Wie im Internet oft üblich, kann es dann schon mal vorkommen, dass sich hinter der Maske gar nicht die beschriebene Person verbirgt. Während die Kandidaten die von the Circle gestellte Challenges bewältigen müssen, entbrennt auch eine Jagd nach den “Fakes”. Das Ziel der Sendung ist es zwar der Beliebteste zu werden und dann mit 100.000 Dollar wieder auszuziehen, der Fokus scheint jedoch auf die Aufdeckung der wahren Identitäten zu liegen.

Man könnte meinen The Circle sei eine fiktive, gesellschaftskritische Serie über ein “Reality-Format”, so wie man das von “Black Mirror” kennt. Nach der ersten, spätestens nach der zweiten Folge leuchtet es einem dann doch ein, “das ist nicht erfunden, das ist zumindest in Grundzügen real.” Trotzdem hat das Format seinen Reiz: Wie weit hat uns Social Media gebracht? Wie gut sind wir in unserer Selbstdarstellung und wann sind Menschen eigentlich “echt”? Wie sehr manipulieren wir andere und uns selbst? – All diese Fragen ploppen dabei schon mal auf.

Fazit: Ganz schön clever!

©Netflix
| rtv Redaktion | 16. März 2020