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Streaming & TV 2019: Die Tops und Flops der Redaktion

Streaming & TV 2019: Die Tops und Flops der Redaktion

Und wieder geht ein Streaming- und Fernsehjahr zu Ende. Wir haben in der Redaktion noch mal zurückgeschaut auf Tops und Flops des Jahres 2019. Aber auch nach vorne: Auf welche Serie oder welchen Film freuen wir uns 2020 am meisten? 

Die Flops 2019

The End of the f***ing world – Staffel 2 (Netflix)

"The End of the f***ing world"
©Netflix

Die Erwartungshaltung war hoch, die Fallhöhe deswegen umso tödlicher. Die erste Staffel – eine wunderschöne und skurrile Bonnie & Clyde-Story mit Jugendlichen – war für mich abgeschlossen. Das Ende soll hier nicht verraten werden, aber eins kann ich sagen: “The End of that f***ing story” wäre mir lieber gewesen. Die zweite Staffel führt eine weitere Hauptfigur mitsamt Background-Story ein: Bonnie.

Trotz neuer Figur kam die Serie jedoch nicht in Fahrt, der Höhepunkt ließ lange auf sich warten und die 20-minütigen Folgen kamen mir unendlich lange vor. Dann doch lieber auf das schlechte Gedächtnis setzen und in ein paar Jahren die erste Staffel nochmal sehen. Anh Phi

Dear White People – Staffel 3 (Netflix)

"Dear White People"
©Netflix

Bis zur dritten Staffel war Dear White People für mich ein Top. In Staffel 3 verliert die Dramedy-Serie aber in meinen Augen die Bissigkeit der ersten zwei Staffeln und driftet vom ursprünglichen Thema – Alltagsrassismus – zu sehr ab. Staffel 1 und 2 sind jedoch empfehlenswert: Die Episoden sind immer aus der Sichtweise einer der Charaktere gedreht – und dabei wird in alle Richtungen ordentlich ausgeteilt.

Nicht umsonst erhielt die Serie von Justin Simien auch viel Kritik (von verletzten Egos). Wie Staffel 4 wird, die Netflix im Oktober in Auftrag gegeben hat, bleibt abzuwarten. Sabine Storch

Die Höhle der Löwen – Staffel 6

DHDL” gibt es seit 2014 – Ich habe die Show aus der Welt des Multi-Investoren-Kapitalismus à la Maschmeyer und Co. dieses Jahr zum ersten Mal gesehen. Und ich war angewidert – vom Raubtiergeruch, der durch den Fernseher in mein Wohnzimmer zog und von der Sinnlosigkeit der Produkte. Bratfett-Ersatz zum Beispiel. Björn Sommersacher 

Der Start von Apple+

Gelockt wurde mit großen Stars und noch größeren Qualitätsansprüchen. Leider erwiesen sich die exklusiven Eigenproduktion wie Morningshow oder The Servant eher als mau und das Angebot trotz vergleichbar “geringer” Abo-Gebühr als ziemlich übersichtlich. Vor allem wenn man die Notwendigkeit des Abos trotz schmalem Inhalt erst durch die wöchentliche Freischaltung neuer Folgen künstlich aufrechterhält. Irgendwie hatte ich mir mehr erhofft. Kristin Lenk

Der Umgang mit Survivor" (VOX)

Enttäuschend, dass VOX seiner Abenteuershow Survivor keine längere Zeit in der Hauptsendezeit gönnte. Es war wie so oft: Schwache Quoten, Versetzung auf einen späteren Sendeplatz, noch schwächere Quoten. Immerhin sendete man bis zum Schluss. Trotzdem: Die aufwändige Entertainment-Show mit Psycho-Note hätte echte Prime-Time-Aufmerksamkeit verdient gehabt. Sebastian Zapf

"Survivor"
©TVNOW

"European Song Contest" (Das Erste)

Angesichts der Flauten, die Deutschland Jahr für Jahr beim Gesangswettbewerb Eurovision Song Contest einfährt, sollte sich das Erste wirklich überlegen, ob es die Übertragung der Show nicht vielleicht komplett in die Mediathek verlegt. Dieses Jahr der traurige Höhepunkt in vielen ESC-Jahren: Das Konserven-Duo “Sisters”, das mit einem komplett nichtssagenden und vorkomponierten Song für Deutschland in Israel antrat – dabei hatten so viele klasse individuelle Musiker mit eigenen Songs in der Vorauswahl gestanden – Am Ende: Platz 25 – schade Schokolade, das war mal wieder nix! Katharina Montada

Eurovision Song Contest 2019
©WDR/NDR

Die Tops 2019

"My Hit. Your Song!" (Pro Sieben)

Eine Show, die pure Freude an der Musik vermittelte. Musiker covern Musiker. Gecovert wurden u.a. Olly Murs, Sido und James Derulo. Auf der Bühne standen Musiker wie Anna Pape, Jamaram und Abay. Jeannine Michaelsen moderierte. Hier hat alles gepasst! Schade, dass es nur 3 Folgen gab. Sebastian Zapf

"My Hit. Your Song": Jamaram
©ProSieben/Benedikt Müller

"X-Factor: Das Unfassbare" (RTLZWEI)

Die US-amerikanische Horror-Trash-Serie X-Factor: Das Unfassbare gehört zu meinen ganz persönlichen Lieblingsformaten der 90er Jahre. Kurze Gruselgeschichten, präsentiert von Jonathan Frakes. Am Ende gibt’s die Auflösung: Ist das alles wirklich so passiert oder ist die Story frei erfunden. Bereits seit Jahren laufen einige Folgen in regelmäßigen Abständen sonntagsmorgens bei RTLZWEI. Dieses Jahr gab’s am Sonntag nach Halloween einen ganzen X-Factor-Marathon, zehn Stunden lang sendete RTLZWEI die Serie – schön, nostalgisch, gruselig. Ein absolutes TV-Highlight für einen kalten Sonntag – 2020 bitte wieder! Katharina Montada

"How to sell Drugs online (fast)" (Netflix)

Für mich war How to sell Drugs online (fast) die positivste Überraschung des Jahres. Mit Ende des Tatortreinigers starb in mir ein wenig die Hoffnung jemals wieder eine kreative deutsche Comedy-Serie zu finden. Auch wenn deutsche Formate wie Dark und Skylines gerade von allen Seiten mit Lorbeeren überhäuft werden, finde ich,

"How to sell drugs online (fast)"
©Netflix

dass vor allem humoristische Formate mit Tiefgang in Deutschland zu kurz kommen. Die Story, die auf einer wahren Geschichte beruht, ist ziemlich simpel: Zwei Nerds ziehen von ihrem Jugendzimmer ein Online-Drogengeschäft auf, das ihnen schnell über den Kopf wächst. Mit seinem bitterbösen Unterton hat deswegen diese Dramedy es in mein Herz und auf meinen Bildschirm geschafft! Anh Phi

Dark – Staffel 2

Menschen, die durch Wurmlöcher reisen, und sich selbst begegnen, ein havariertes Atomkraftwerk und ein Figurenreigen mit beinahe biblischen Ausmaßen. Und dann auch noch das Nietzsche-Zitat vom Abgrund, der in einen zurückblickt, wenn man zu lange hineinblickt, als Motto. Einfach genial! Die bestechende Optik und die famosen Schauspieler besorgen den Rest. Björn Sommersacher Worauf ich mich 2020 am meisten freue, ist damit klar: Dark – Staffel 3.

"Marriage Story" (Netflix)

"Marriage Story"
©Netflix

Das einfühlsame Scheidungsdrama Marriage Story überzeugt mit der Realitätsnähe, mit der die Liebes- und Trennungsgeschichte von Nicole (Scarlett Johansson) und Charlie (Adam Driver) erzählt wird. Regisseur Noah Baumbach ließ sich dabei wohl von seiner eigenen Scheidung inspirieren.

Der Film ist zum Lachen und Weinen: Intim, ja fast zärtlich wird in Rückblenden an die gemeinsamen glücklichen Jahre erinnert – umso härter ist der Kontrast zum Rosenkrieg während Scheidung und Sorgerechtsstreit. Sabine Storch

"Unbelievable" (Netflix)

"Unbelievable"
©Netflix

Die Miniserie Unbelievable war das wohl aufwühlendste Krimiformat des Jahres. Produzentin Susannah Grant stellt die Suche der Polizistinnen Grace (tough: Toni Collette) und Karen (wundervoll: Merrit Wever) nach einem Serienvergewaltiger der erschreckenden Erfahrung seines ersten Opfers gegenüber. Grants eindrucksvolle Serien-Aufarbeitung eines wahren Kriminalfalls nach dem Pulitzerpreis-gekrönten Artikel “An Unbelievable Story Of Rape” ist preisverdächtig und Wever völlig verdient für den Golden Globe nominiert. Kristin Lenk

Darauf freuen wir uns in 2020 ...

"The Deuce" (Sky) und "Babylon Berlin" (Sky/ARD)

… auf die 3. Staffeln der Serien The Deuce und Babylon Berlin. David Simons HBO-Serie über die US-Pornobranche hat starke Auftritte von James Franco und Maggie Gyllenhaal zu bieten. In Tom Tykwers Krimiserie Babylon Berlin freu ich mich auf ein Wiedersehen mit Volker Bruch und Liv Liesa Fries. Sebastian Zapf

"The Deuce": Vincent Bobby and Frankie
©Paul Schiraldi

Start von Disney+

Ein wenig ärgerlich ist es ja schon, dass man auf den Deutschland-Start noch bis 31.3. warten muss. Aber als Star Wars/Disney/Marvel-Fan führt an einem Abo einfach kein weg vorbei. Nicht nur wegen Exklusiv-Produktionen “Falcon & The Wintersoldier” oder der Baby-Yoda-Show alias The Mandelorian …. Shut up, Disney and take my money! Kristin Lenk

Baby Yoda
©Disney

"Dead to me" – Staffel 2 (Netflix)

"Dead to me"
©Netflix

Ich freue mich auf die 2. Staffel von Dead to me, weil ich den schwarzen Humor der Serie und das Zusammenspiel von Linda Cardellini und Christina Applegate schon in Staffel 1 grandios fand. Startet: Noch ohne genauen Starttermin. Sabine Storch

"Hilda" – Staffel 2 (Netflix)

"Hilda"
©Netflix

Der genaue Starttermin steht zwar noch nicht, aber laut Machern soll die charmante Animationsserie Hilda 2020 eine weitere Staffel bekommen. Die Handlung über ein kleines mutiges Mädchen, Hilda, das aus der Wildnis in eine scheinbar unspektakuläre Stadt ziehen muss, ist überraschend facettenreich, mitreißend und zeitweise düster. Die Seitenhiebe auf Stranger Things sind für Fans der Serie ein wahrer Genuss – und wer Adventure Time und Gravity Falls liebt, der wird sich auch in Hilda verlieben. Anh Phi

| rtv Redaktion | 24. Dezember 2019