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Top oder Flop?: “Last Christmas”

Top oder Flop?: “Last Christmas”

Zum Weihnachtsfest laufen auf Sky zahlreiche Weihnachtsfilme. Darunter auch der erfolgreiche “Last Christmas” mit Emilia Clarke. Ein Film, den man so oder so finden kann. Wie unser Pro und Contra beweist. 

Sky kündigt “Last Christmas” übrigens mit folgenden Worten an: “Romantikkomödie mit Herz, Emilia Clarke und den unsterblichen Songs von George Michael”

Das sagen unsere Redakteure Saskia Neumeier (Top) und Kristin Lenk (Flop) dazu:

Top: "Last Christmas"

 “Last Christmas” – Bei diesen zwei Worten fangen die Ohren sofort an zu klingeln. George Michaels Lied wird geliebt oder gehasst. Der gleichnamige Film greift den Songinhalt anders auf, als gedacht. Wer eine romantische Liebeskomödie erwartet, der könnte enttäuscht werden. Ich hingegen habe mich bestens amüsiert.

Für die Weihnachtsstimmung sorgt ein wunderbar kitschiger Weihnachtsladen, in dem Hauptfigur Kate als “Elfe” arbeitet. Festtagsmuffel erfreuen sich am Spiel der selbstironischen Emilia Clark, die als Kate nach einer schweren Krankheit mit dem Alltag kämpft. Sie hat keine Wohnung, nimmt ihren Job nicht ernst, und kommt überall zu spät. Mit ihrer chaotischen Art vergrault sie viele Freunde. Und auch ihr Job steht auf der Kippe.

Genau dieses Chaos ist es, das den Film zu etwas Besonderem macht. “Last Christmas” ist eben kein Film, bei dem alles in rosa Zuckerwatte gepackt wird und der Ritter in glänzender Rüstung die Prinzessin rettet. Es ist ein auf seine Art und Weise bezaubernder Weihnachtsfilm.

Trotzdem gibt es natürlich einen neuen Mann an Kates Seite: Der offene und freundliche Tom. Er rettet Kate tatsächlich das Leben, sogar zweimal. Aber nicht durch seine Liebe. Denn in “Last Christmas” geht es gar nicht um die Liebe zwischen zwei Menschen. Sondern um die Liebe zu sich selbst, um Freundschaft und Familie. Diese drei Aspekte der Liebe werden am Ende ganz groß gefeiert. Mir wurde es da ganz warm ums Herz.

Fazit: Ich persönlich wechsle schnell den Sender, wenn „Last Christmas“ aus dem Radio tönt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, finde ich diesen ironischen, weihnachtlich kitschigen Selbstfindungsfilm gelungen. Er greift den Songklassiker von George Michael auf besondere Weise auf und zeigt, worum es an Weihnachten eigentlich geht.

Eine Meinung von Saskia Neumeier

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Flop: "Last Christmas"

Die süße Kate wird von einer schlimmen Erkrankung, die sie fast das Leben gekostet hätte, aus der Bahn geworfen. Obwohl sie als Elfe in einem Weihnachtsladen arbeitet, ist sie vom Kitsch rund um das Fest der Liebe eher genervt. Sie hat Ärger mit der Familie, ihre Gesangskarriere ist nicht existent und ihr Leben außer Kontrolle. 

Doch dann trifft sie den geheimnisvollen Tom, der immer dann auftaucht, wenn Kate vor einem weiteren Tiefpunkt steht. Mit seiner charmanten, positiven Art erobert er Kates Herz – und hilft ihr ganz nebenbei wieder neuen Lebensmut zu finden. Seufz, schmacht … Soweit so kitschig. 

Kommt Ihnen die Story irgendwie bekannt vor? 

Das ist der Film, den der Trailer zu „Last Christmas“ dem Zuschauer anpreist. Dumm nur, dass der Trailer und die gesamte Vermarktung des Films eine Mogelpackung ist, die dieses Versprechen nicht hält – und das mit gutem Grund. Es spiegelt nämlich nicht die Handlung des tatsächlichen Films nach einer Idee von Emma Thompson und ihrem Gatten Gregg Wise wieder. 

ACHTUNG SPOILER: 

Wer sich von dem clever zusammengeschnittenen, zuckersüßen Trailer und dem Versprechen einer Feel-Good-Weihnachtsromanze – inspiriert und untermalt von George Michaels Songs – ins Kino oder vor den Fernseher locken ließ, den erwartete leider ein ziemlich deprimierendes Erwachen. 

Denn die Textzeile „Last Christmas, I gave you my heart” nimmt der Film wörtlich: Tom, attraktiver Retter in der Not ist nämlich bereits tot, bevor die Handlung überhaupt loslegen kann. Kate wurde sein Herz transplantiert. Davon ahnt Kate und der Zuschauer aber nichts. Bis der Film dieses „Missverständnis“ im letzten Viertel mit der Subtilität eines Schlags in die Magengrube aufklärt – in einer Enthüllung bei der selbst M. Night Shyamalan den Kopf schütteln würde. Uuupsi!

Der Zuschauer fragt sich nun: Ist Tom ein Geist? Oder ist Kate, die über die Hälfte des Films in aller Öffentlichkeit mit jemandem flirtet, den nur sie sehen kann, und in dessen seit fast einem Jahr leerstehende Wohnung sie demnach eingebrochen ist, schlicht und ergreifend verrückt?  

Na klar, EIGENTLICH ist das Happy End des Films, dass Kate lernt, sich wieder selbst zu lieben und so auch wieder die Welt und die Menschen um sich herum. BlaBla. TipTop. Gute Message. Damit hätte ich ja auch kein Problem. 

Das Problem ist: DAS ist nicht der Film, den der Trailer und die zahlreichen süßen Poster mit den Stars Emilie Clarke und Henry Golding, beworben haben. DAS ist nicht der Film, den das Marketing-Department verkauft hat. DAS ist trotz wichtiger Message leider auch nicht der Film, für den man an der Kinokasse bezahlt hat. 

Klar, nicht immer trifft ein Film die Erwartungen der Zuschauer. Aber in diesem Fall wurde eine vollkommen falsche Erwartungshaltung aufgebaut – vorsätzlich. Weil sich eine romantische Weihnachtskomödie mit Happy End einfach besser verkaufen lässt, als die bittersüße Selbstfindungsgeschichte einer jungen Frau, die eine Herztransplantation brauchte. 

Eine Meinung von Kristin Lenk

| rtv Redaktion | 21. Dezember 2020