Startseite » rtv sieht fern » “Wendezeit” im Ersten
Startseite » rtv sieht fern » “Wendezeit” im Ersten

“Wendezeit” im Ersten

“Wendezeit” im Ersten

Zwei Leben

Es ist ein historischer Moment am 9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt. Freude, Hoffnung und Zuversicht vereinen die Menschen aus Ost- und Westdeutschland in dieser Nacht. So jedenfalls lautet das übliche Narrativ.

Doch nicht alle teilten diese Gefühle. Das Politdrama “Wendezeit” erzählt die fiktive Geschichte der Agentin Tatjana Leschke / Saskia Starke, die bis zum Mauerfall als Ost-Agentin in Westberlin agiert. Petra Schmidt-Schaller spielt eine Frau, die zwischen zwei Systemen steht – und bald auch zwischen Privatem und Politischem. Als Tochter eines Stasi-Offiziers wächst sie mit kommunistischen Idealen auf, lebt unter falscher Identität im Westen, gründet dort eine Familie, die sie liebt.

Sie arbeitet für die CIA, spioniert dort für den DDR-Nachrichtendienst. Als die Mauer fällt, droht “Saskia” aufzufliegen: Die Agentendatei des Auslands-nachrichtendienstes der DDR mit den Klarnamen aller Agenten könnte in die Hände der CIA fallen.

Frust und Freude nach der Wende

Ein Grund zum Feiern? “Wendezeit” erzählt die Geschichte der Wende aus einer Perspektive, die nicht eben mit Freude über die nahende Demokratie verbunden ist, sondern vor allem mit Angst.

Regisseur Sven Bohse: “Mir blieb der Mauerfall als kollektives Glücksgefühl im Gedächtnis. Umso interessanter fand ich es, dass bei ,Wendezeit‘ weniger die Freude und die Hoffnung auf Freiheit und Demokratie im Mittelpunkt stehen, sondern die Angst, alles zu verlieren.” 

Der Film läuft am Mittwoch, 2. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten. Über Frust und Freude nach der Wende wird nach den “Tagesthemen” um 22:45 Uhr auch bei “Maischberger” diskutiert.

| Ann-Kathrin Schaub | 24. September 2019