Gotham

Gotham ist die Heimat des Superhelden Batman. Doch wer sorgte in der Metropole für Gerechtigkeit, als der Fledermausmann noch als Bruce Wayne die Schulbank drückte? Die Antwort gibt „Gotham“ – und zwar so, dass auch Nicht-Comic-Kenner ihren Spaß haben.

Auch Batman hat mal klein angefangen

Das Millionärspaar Wayne wird vor den Augen seines kleinen Sohnes Bruce (David Mazouz) erschossen. Detektive Jim Gordon (Ben McKenzie), gerade neu im Gotham City Police Department, kümmert sich um den traumatisierten Jungen und verspricht ihm, die Mörder zu fangen. Was ziemlich unüberlegt ist. Denn in der Polizeibehörde sind vom Streifenpolizisten bis zum Präsidenten fast alle korrupt und haben nicht das geringste Interesse daran, den Fall Wayne aufzuklären. Doch Jim ist ein Sturkopf, der Prinzipien hat. Damit geht er zwar seinem zwielichtigen Partner Harvey Bullock (Donal Logue) gewaltig auf die Nerven. Er bringt aber auch mit Beharrlichkeit und mancher nur halblegalen Methode einen Verbrecher nach dem anderen zur Strecke.

Bruce greift inzwischen zur Selbsthilfe und versucht zusammen mit seinem treuen Butler Alfred (Sean Pertwee), dem Geheimnis seines Vaters auf die Spur zu kommen. Prompt geraten sie ins Visier einiger mächtiger und sehr gewissenloser Figuren. Unterdessen beschließt das ebenso seltsame wie verschlagene Muttersöhnchen Oswald Cobblepot (Robin Lord Taylor), in Mafiakreisen Karriere zu machen. Damit tritt er einen Bandenkrieg los, der Gotham ins Chaos stürzen wird.

Superschurken in der Pubertät

Der Joker, Catwoman, der Riddler, Poison Ivy, Scarecrow – in „Gotham“ geben sich die bekannten Superschurken des Batman-Universums die Klinke in die Hand. Nur: Sie stehen alle noch am Anfang ihrer „Karriere“. Kenner der Comic-Vorlage werden ihren Spaß daran haben, zu erraten, welcher Teenager zu welchem Bösewicht mutiert. Nicht-Fans können sich an der brillanten Charakterzeichnung und den großartigen Schauspielern erfreuen. Herausragend: Robin Lord Taylor als Cobblepot, besser bekannt als Pinguin. Der ist zu Beginn allenfalls Schirmhalter der Mächtigen, etwa der Mafiabraut Fish Mooney (Jada Pinkett Smith). Und wird durch beharrliches, kaltblütiges Intrigieren zu Gothams gefährlichstem Strippenzieher. Robin Lord Taylor spielt den Pinguin als gewissenlosen Speichellecker, dessen Winkelzüge immer riskanter, und damit faszinierender werden. Schon allein seinetwegen lohnt sich das Einschalten.

„Gotham“ ist eher „The Untouchables“ als „Batman“, eine Superhelden-Serie ohne Superhelden – und trotzdem super!

 

 

 

 

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