Club der roten Bänder

Todkrank sein und trotzdem Spaß am Leben haben: „Club der roten Bänder“ erzählt vom Alltag auf einer Kinderstation – Freundschaften, Verlust und erste Liebe inklusive.

 

Freundschaften sind im Krankenhaus lebenswichtig

„Man kann hier drin an Krebs sterben – oder an Langeweile“: Der 16-jährige Leo (Tim Oliver Schultz), krebskrank, beinamputiert und Dauerpatient auf der Kinderstation, erklärt seinem neuen Bettnachbarn Jonas (Damian Hardung) gleich mal, wie man den Krankenhausalltag übersteht. Und eine drohende Beinamputation. Nämlich, indem man eine Party feiert. Dazu laden die beiden die magersüchtige Emma (Luise Befort) aus der Psychiatrie ein, was zu wild wallenden Hormonen führt. Als hätten die Jungs nicht schon genug mit Phantomschmerzen und Kotzanfällen zu tun!

Stimme aus dem Off

Weil zu einer anständigen Clique immer sechs Leute gehören, gesellen sich zu Leo (Anführer), Jonas (zweiter Anführer, der in die Bresche springt, wenn der erste mal ausfällt) und Emma (das Mädchen) noch der Autist Toni (Ivo Kortlang) als „der Schlaue“. Außerdem der verzogene, herzkranke Alex (Timur Bartels), der in Ermangelung herausragender intellektueller Fähigkeiten oder einer Spur von Einfühlungsvermögen „der Hübsche“ ist. Komplettiert wird ihr „Club der roten Bänder“ (benannt nach ihren OP-Bändern) vom „guten Geist“ Hugo (Nick Julius Schuck). Der liegt seit einem Badeunfall im Koma. Was ihn nicht daran hindert, die Geschehnisse aus dem Off zu kommentieren.

Gemeinsam überstehen sie Chemotherapie und Amputation, überfürsorgliche Mütter und überforderte Väter, erleben Rollstuhl-Rennen, Pokerrunden und erste Küsse. Und müssen erfahren, dass der Tod doch immer in ihrer Mitte lauert.

Taschentücher raus!

In jeder Folge fahren die Teenager auf einer Achterbahn der Gefühle. Von schreikomischen Momenten bis zur Todesangst. Das verlangt auch den Zuschauern alles ab. Ohne Großpackung Taschentücher sollte man „Club der roten Bänder“ gar nicht erst einschalten.

Nach einer wahren Geschichte

Vox‘ erste fiktionale Eigenproduktion ist eine Adaption der katalanischen Serie „Polseres vermelles“, die auf den Erlebnissen des Theater- und Drehbuchautors Albert Espinosa beruht. Espinosa selbst erkrankte als Teenager an Krebs, verlor ein Bein, einen Lungenflügel und einen Teil der Leber. Er zählt die Zeit im Krankenhaus zur „schönsten in seinem Leben“. Seine Erfahrungen verarbeitete er in dem Buch „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“.

Preisregen und neue Staffel

Beim Deutschen Fernsehpreis erhielt „Club der roten Bänder“ 2016 die Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie. Auch für den Adolf-Grimme-Preis ist die Serie nominiert – allerdings in der Kategorie Jugend- und Kinderprogramm. Unverständlich, denn obwohl „Club der roten Bänder“ konsequent aus Sicht der jungen Patienten erzählt wird, begeistert das Format auch Erwachsene. Marktanteile von bis zu 14 Prozent beweisen das. Zur Freude aller Fans jeden Alters hat Vox eine dritte Staffel bestellt.

 

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