Die Tudors

„Divorced, beheaded, died / Divorced, beheaded, survived“: Die aufwendige Serie erzählt die Geschichte von Englands schillerndem König Henry VIII. und seinen sechs Frauen. Nicht immer historisch korrekt, aber dafür sehr sexy.

Henry – scharf wie nie

König Henry VIII. kennt man von Gemälden als fetten Kerl, und aus Geschichtsbüchern als den Mann, der sechs Ehefrauen und ein Land tyrannisierte. Doch in seiner Jugend war Henry sportlich, gutaussehend und beliebt – und genau darauf baut die Showtime-Serie von Michael Hirst auf. Jonathan Rhys Meyers verkörpert Henry von 1518, also kurz vor dessen schicksalshaften Begegnung mit Anne Boleyn, bis zu seinem Tod 1547.

Henry sehen – und sterben

Neben Ehen und Affären geht es natürlich auch um Politik und Intrigen. Schließlich kreisen bei Hofe Adelige, Kleriker, Emporkömmlinge und ausländische Politiker um den König. Nicht zuletzt führt Henrys Liebe zu Anne Boleyn (grandios: Natalie Dormer) zur Gründung der anglikanischen Kirche. Und wenn der König zwischen seinen Bettgeschichten noch Zeit findet, führt er ein bisschen Krieg. Wahlweise gegen seinen französischen Berufskollegen Francis oder gegen Kaiser Karl V., den Onkel seiner ersten Gattin, der frommen Katharina von Aragon.

Überhaupt werden am englischen Hof Konflikte bevorzugt blutig gelöst. Das bekommen nicht nur Ehefrau Nummer 2 (Anne Boleyn) und 5 (Catherine Howard) – beide geköpft – zu spüren, sondern auch die engsten Vertrauten des Königs. So lassen unter anderem Thomas More (Jeremy Northam), Kardinal Wolsey (Sam Neill) und Thomas Cromwell (James Frain) ihr Leben.

Im Schweinsgalopp durch die Geschichte

Ja, „Die Tudors“ bieten viel nackte Haut und brutale Szenen. Aber nein, im Zeitalter von Henry VIII. ging man eben nicht nett miteinander um. So zeichnet die Serie ein unterhaltsames und realistisches Bild jener Jahre. Auch wenn historische Abläufe dramaturgisch verdichtet werden, und Figuren wie Henrys Schwester Margaret aus mehreren historischen Personen zusammengefügt sind. Vor allem gelingt es – auch dank der herausragenden Besetzung –, psychologisch stimmige Porträts zu schaffen. Endlich ist Anne Boleyn einmal nicht nur die intrigante Zicke, Thomas More der Gutmensch oder Cromwell der Teufel in Person. Schon das macht „Die Tudors“ sehenswert. Der US-Sender Showtime strahlte die erste Folge am 1. April 2007 aus, in Deutschland feierte die Serie ein Jahr später bei ProSieben Premiere.

 

Lieben und Intrigen auf höchstem Niveau – wer‘s historisch genauer mag, kann ja zu einem Buch greifen

 

 

Information

  • Originaltitel:
    • The Tudors

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