Weissensee

DDR, 1980. Julia und Martin sind schwer verliebt. Doch nicht nur ihre Familien wollen sie auseinanderbringen, auch der Stasi ist ihre Beziehung ein Dorn im Auge

Romeo und Julia in Ostberlin

Zwei junge Menschen lieben sich, dürfen aber nicht zusammen sein. Die Handlung der ARD-Serie „Weissensee“ klingt wie die einer Telenovela. In ihrer Vielschichtigkeit und Tiefe aber ist die Geschichte eher mit Shakespeares berühmter Liebestragödie zu vergleichen. Julia (Hannah Herzsprung) ist die Tochter der systemkritischen DDR-Liedermacherin Dunja Hausmann (Katrin Sass) und wie ihre Mutter voller Ideale. Julias Romeo heißt Martin Kupfer (Florian Lukas). Er ist ein unpolitischer Volkspolizist, sein Vater Hans (Uwe Kockisch) ein hohes Tier bei der Stasi. Hans ist gegen die Verbindung seines Lieblingssohnes – und das nicht nur wegen Dunjas politischer Haltung. Martin und Julia ahnen nicht, dass ihre Eltern eine gemeinsame Vergangenheit haben. Ist das Liebes- etwa auch ein Geschwisterpaar? Ein Geschwisterpaar wie Kain und Abel sind Martin und sein Bruder Falk (Jörg Hartmann). Der Ältere arbeitet skrupellos an seinem Aufstieg innerhalb der Stasi. Und das auf Kosten des Glücks seines Bruders und auf dem Rücken vieler anderer Ostberliner.

Großartige Familienchronik zur deutschen Einheit

Die erste Staffel strahlte die ARD im Herbst 2010 zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit aus. „Wir wollten zeigen, wie in der DDR gelebt, gearbeitet, aber auch gefeiert wurde“, erklärte Regisseur Friedemann Fromm die Motivation. „Weissensee“ setzt damit die Tradition großer Fernseh-Familienchroniken wie „Heimat“ von Edgar Reitz (1984) und „Löwengrube“ von Willy Purucker (1989–1992) fort. Auch in diesen Werken wurde deutsche Geschichte am Beispiel mehrerer Familien aus persönlichen und regionalen Blickwinkeln dargestellt – „Heimat“ ist im Hunsrück angesiedelt, „Löwengrube“ spielt in München.

Preisgekrönte Produktion mit vielversprechenden Aussichten

Die Idee und das Drehbuch für „Weissensee“ stammen von Annette Hess („Ku‘damm 56“), die verantwortliche Produzentin ist Regina Ziegler. Sie und Friedemann Fromm landeten bereits 2009 mit dem dreiteiligen Historiendrama „Die Wölfe“ einen preisgekrönten Erfolg (Emmy, Deutscher Fernsehpreis, Adolf-Grimme-Preis). Auch für „Weissensee“ hagelte es Auszeichnungen. Hannah Herzsprung erhielt für ihre Darstellung 2010 den Bambi, 2011 wurden die Serie und Jörg Hartmann mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Für Staffel 3 gab es 2016 den renommierten Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Spezial/Fiktion.

Liebe in Zeiten der Mauer – selten wurde die deutsch-deutsche Geschichte so berührend, spannend und historisch genau verfilmt.

 

Information

  • Produktionsjahr:
    seit 2008
  • Staffeln:
    4
  • Produktionsland:
    Deutschland

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