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Barbara Auer

Barbara Auer

Ihr Vater glaubte zunächst nicht daran, dass aus Barbara Auer mal eine Schauspielerin wird. Heute ist sie eine der gefragtesten Darstellerinnen des Landes.

Barbara Auer war eine stille, unauffällige Schülerin. Ein Lehrer soll ihr geraten haben, Bibliothekarin zu werden. Nach dem Abi beschloss die 1959 geborene, in einem streng katholischen Elternhaus in Konstanz aufgewachsene Auer, Schauspielerin zu werden.

“Die kann doch bloß a Mauerblümle spiele”, lautete der Kommen-tar ihres Vaters. Von wegen: Auch wenn Auer oft attestiert wurde, dass sie besonders überzeugend Frauenfiguren verkörpert, die zurückhaltend und bodenständig sind – die Mimin mit den rehbraunen Augen ist heute eine der vielseitigsten und gefragtesten deutschen Schauspielerinnen.

Die Familie geht vor

Auers Aufstieg begann Anfang der 80er-Jahre mit ihrem Kinodebüt in Alexander Kluges Episodenfilm “Die Macht der Gefühle”. Bekannt machte sie die Rolle als gewitzte DDR-Kranführerin in Vivian Naefes TV-Film “Der Boss aus dem Westen” (1988). Der endgültige Durchbruch gelang ihr in den 90ern als Ärztin, die aus Mutterliebe in “Meine Tochter gehört mir” alles auf eine Karte setzt. Genauso überzeugend war Auer als systemkritische DDR-Architektin der Romanverfilmung “Nikolaikirche”.

Nachdem sie vier Mal die Frau von Commissario Brunetti spielte, besetzte sie Regisseur Lars Becker 2005 als Kriminalpsychologin Lisa Brenner in seiner Krimireihe “Nachtschicht”, die sie noch immer spielt. Auch kann man Auer im dreiteiligen Drama “Der Preis der Freiheit”  sehen: Darin spielt sie eine von drei Schwestern, die sich in den Wirren der Wendezeit behaupten müssen. Weit über 100 Filme hat Auer mittlerweile gedreht – und da ist kein Ende in Sicht. Trotzdem hat “Familie immer Priorität” für die zweifache Mutter, die mit dem Kameramann Martin Langer in Hamburg lebt.

| rtv Redaktion | 4. November 2019