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Charlize Theron

Charlize Theron

Charlize Theron teilt in ihren Filmen gerne aus. Auch privat ist sie kämpferisch – nicht zuletzt, weil sie einige Schicksalsschläge erlebt hat.

Sie fühle sich immer von Charakteren angezogen, sagt Charlize Theron, die nicht leicht zu lieben seien. Folglich stehen u.a. Rollen wie Schneewittchens böse Stiefmutter, eine Cyberterroristin und eine alkoholkranke Autorin in ihrer Filmografie. 

Dabei hatte es lange so ausgesehen, als würde die gebürtige Südafrikanerin, die mit 15 anfing zu modeln, nur das attraktive Beiwerk an der Seite männlicher Figuren bleiben, wie Keanu Reeves Ehefrau in „Im Auftrag des Teufels“ oder Tobey Maguires Angebetete in „Gottes Werk & Teufels Beitrag“. Den Film, der ihr endlich Anerkennung als Charakterdarstellerin verschaffte, produzierte sie selbst: Für die Hauptrolle in „Monster“, der wahren Geschichte einer Serienkillerin, bekam sie u.a. den Golden Globe und den Oscar.

Die Schauspielerei hatte lange Zeit auch eine therapeutische Wirkung: Als Teenagerin sah Charlize Theron mit an, wie ihre Mutter ihren Vater in Notwehr erschoss. „Ich kann alles herauslassen in meiner Arbeit, alles sagen und fühlen. Deswegen denke ich, gehe ich durch mein Leben, ohne von dieser Sache begleitet zu werden und zu leiden.“ 

Diese Erfahrung habe sie aber gelehrt, dass das Leben endlich sei. Weshalb sie es auskostet und Rollen übernimmt, die sie an ihre Grenzen führen. Auch körperlich. Beim Dreh zu „Æon Flux“ etwa verletzte sie sich den Nackenwirbel. Hart zu ging es auch bei den Arbeiten zu „The Old Guard“. Ernsthaften Schaden nahm sie allerdings bei einer anderen Gelegenheit. Bei einer Kinovorstellung der Komödie „Borat“ musste sie derart lachen, dass sie sich den Hals verrenkte und vom Notarzt behandelt werden mussten.

Kein stiller Star

Überhaupt gehört Charlize Theron, die entdeckt wurde, als sie in einer Bank einen Wutanfall bekam, nicht zu den stillen Stars. Die Mutter zweier Adoptivkinder ist u.a. UN-Friedensbotschafterin und unterstützt mit ihrem Charlize Theron Africa Outreach Project den Kampf gegen HIV in Afrika. 

Auch für Frauenrechte kämpft sie – dazu passt ihre Rolle als Amazone in „Mad Max: Fury Road“ ebenso wie die der Fox-News-Moderatorin, die mit ihren Kolleginnen die sexuellen Übergriffe des Senderchefs anprangerte, in dem „#MeToo“-Drama „Bombshell“. Für ihre Leistung wurde sie erneut für den Oscar nominiert. 

Dass viele Männer die #MeToo-Bewegung übertrieben finden, ärgert die heute 46-Jährige maßlos: „Wenn wir durch eine kurze Anpassungsphase gehen, in der wir alles übermäßig genau nehmen, spielt das eine Rolle, wenn wir uns überlegen, dass Frauen sich über ewige Jahre damit auseinandersetzen mussten?“

| Martina Borgschulze | 22. Oktober 2021