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Chiara Schoras

Chiara Schoras

Sie drehte mit Bogdanovich und lebt gelegentlich in einer “Bozen-Krimi-WG”: Schauspielerin Chiara Schoras wandelt wortwörtlich zwischen zwei Welten.

Mehrere Monate im Jahr arbeitet Chiara Schoras dort, wo andere Urlaub machen: in den Weinbergen von Südtirol, beim Dreh zur ARD-Reihe “Der Bozen-Krimi”. Der 13. Fall der Reihe “Mord am Penser Joch” hat am Donnerstag, 21.10. um 20.15 Uhr im Ersten Premiere. Seit 2015 spielt Schoras “Frau Commisario”, seit Folge 12 ist sie der “Capo” ihres Reviers.

Im Laufe der Zeit ist Bozen ist so etwas wie die zweite Heimat der Wahl-Berlinerin geworden: “Ich bin jemand, der sich schnell überall zu Hause fühlen kann, und das ist eben auch in Südtirol passiert.” Zwischen Italien und Deutschland ist die Schauspielerin aber schon viel länger gependelt, sozusagen von Geburt an: 1975 kam Chiara Schoras im schleswig-holsteinischen Elmshorn als Tochter eines Deutschen und einer Italienerin zur Welt. Ihre mittlerweile verstorbene Mutter kehrte in den 80er-Jahren nach Umbrien zurück, zu ihrer Familie hat Chiara Schoras engen Kontakt.

"Die Berge geben mir Energie zurück"

Ihre Ausbildung absolvierte Schoras in Rom, wo sie am Centro di Danza Balletto di Roma Tanz, Gesang und Schauspiel studierte. Gleich nach dem Abschluss folgten die ersten Film- und Fernsehrollen, u.a. hatte sie von 1996 bis 1998 eine durchgehende Rolle in der Serie “Alphateam”. 2001 drehte sie mit dem Kultregisseur Peter Bogdanovich “The Cat‘s Meow” und bewies darin auch gleich ihr Talent als Jazzsängerin. Der Durchbruch glückte schließlich mit Zoltan Spirandellis Film “Vaya con Dios”, für den sie auch im Abspann das Lied “Freaks” sang. Als Nachwuchsdarstellerin erhielt sie dafür 2002 den Bayerischen Filmpreis.

Seitdem freut sich Schoras, die mit dem ehemaligen VIVA-Moderator Nilz Bokelberg eine inzwischen 20-jährige Tochter hat, über “Vollbeschäftigung”: Der Episodenfilm “Nichts als Gespenster”, die Krimiserie “Countdown – Die Jagd beginnt”, die Fantasy-Verfilmungen “Rubinrot” und “Saphirblau” und die Comedyserie “Das Pubertier” sind nur ein paar Titel ihrer langen Filmografie. Am bekanntesten ist aber natürlich ihre Rolle der Kommissarin Sonja Schwarz im “Bozen-Krimi”. Zwei weitere Filme sind bereits im Kasten. Ein Part, der ihr auch persönlich viel gibt: “Ich fahre nach jedem Drehtag beglückt in meine Wohnung in einem Haus, das ich in einem bezaubernden Ort mit Kollegen teile. Wir haben da so eine Art “Bozen-Krimi”-WG und feiern auch zusammen. Der Hausherr wartet abends mit Käse, Schinken, Wein und Brot auf uns. Ich genieße den Blick von meinem Balkon in seinen Garten, wo auch Wein wächst, und auf die Berge. Die Berge geben mir Energie zurück. Das spüre ich wirklich jedes Mal aufs Neue.”

| Martina Borgschulze | 7. Oktober 2021