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Colin Farrell

Colin Farrell

Er passe eigentlich nicht nach Hollywood, findet Colin Farrell. Nichtsdestotrotz ist der 44-Jährige wohl einer der erfolgreichsten Iren in der Traumfabrik.

Eigentlich wollte Hollywood-Star Colin Farrell Sänger werden. Der attraktive Ire, der 1976 in der Nähe von Dublin geboren wurde, bewarb sich sogar als Mitglied der Gruppe “Boyzone”. Allerdings bescheinigte man ihm beim Vorsingen völlige Unmusikalität. Nach diesem Misserfolg wandte er sich der Schauspielbranche zu – und erwies sich dort bald als tonangebend.

Zunächst spielte er zwar nur die zweite Geige in Serien wie “Ballykissangel”. Doch dann entdeckte Kevin Spacey das Talent des Raubeins mit den markanten Augenbrauen und verpflichtete ihn für seinen Film “Ein ganz gewöhnlicher Dieb”. 2000 ergatterte Colin Farrell die Hauptrolle im Low-Budget-Film “Tigerland” und heimste dafür erste Preise ein. In “Das Tribunal” (2002) spielte er neben Bruce Willis, im selben Jahr war er der Gegenspieler von Tom Cruise in “Minority Report”. Cool gab er sich 2005 als Drogenfahnder Crockett in “Miami Vice”. Im Privatleben wurde der Schauspieler, der lange mit Alkohol- und Drogen-Exzessen für Schlagzeilen sorgte, dieser Rolle nicht gerecht: Nach dem Dreh landete er in einer Entzugsklinik. “Ich war komplett kaputt”, bekannte Farrell später freimütig in Interviews.

Die Sucht nach Erfolg

Aus Liebe zu seiner Familie änderte der zweifache Vater sein Leben von Grund auf und entdeckte Entspannungstechniken wie Dampfbäder und Yoga für sich. Auch beruflich ging es wieder steil bergauf. 2009 erhielt er für seine Rolle in “Brügge sehen… und sterben?” einen Golden Globe. Seither wechselt er munter zwischen Blockbustern wie “Total Recall” oder “Fantastische Tierwesen …” sowie Arthouse-Kino-Produktionen wie “The Lobster” und “Die Verführten” hin und her. 2016 spielte er obendrein die Hauptrolle in Staffel 2 des Serienhits “True Detective”.

Zeitweise arbeitete der Schauspieler so viel, dass er 2018 völlig erschöpft erneut “an einer gefährlichen Grenze” zur Sucht landete. Wieder zog er die Notbremse. Heute lässt es der 44-Jährige nicht nur privat, sondern auch beruflich deutlich ruhiger angehen. Er dreht weniger. Aktuell steht er als Bösewicht Pinguin in “The Batman” vor der Kamera.

Auch wenn er nach wie vor dankbar für seinen Beruf sei, passe er streng genommen nicht nach Hollywood, sagt Farrell über sich selbst. Zumal er ein eher unsicherer Mensch sei. Das wichtigste in seinem Leben sind seine beiden halbwüchsigen Söhne: “Kinder zu haben ist viel schwieriger als Schauspiel – aber auch viel erfüllender.”

| Stefanie Moissl | 4. März 2021