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Edgar Selge

Edgar Selge

Edgar Selge ist einer der besten Bühnenschauspieler seiner Generation – trotzdem erfreut er seine Fans auch immer wieder mit herausragenden Auftritten im TV.

Als Theaterschauspieler hat Edgar Selge an vielen großen Häusern brilliert, erinnern wird man sich vor allem an seine grandiose Ein-Mann-Performance in der Michel-Houellebecq-Adaption “Unterwerfung” am Hamburger Schauspielhaus 2016, aus der 2018 auch ein ARD-Film entstand.

Selge, der 1948 in Brilon im Sauerland zur Welt kam, ist der Sohn eines Gefängnisdirektors. Zunächst studierte er Philosophie und Germanistik in München und Dublin, ein Studium in klassischem Klavier schloss sich in Wien an. Das Schauspielhandwerk erlernte er an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach seinem Abschluss 1975 debütierte er an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin.

Der einarmige Kommissar

In Film und Fernsehen fasste er in den 80er-Jahren Fuß, etwa mit kleineren Rollen in “Derrick” und “Der Alte”. Der große Erfolg kam dann 1998 als einarmi-ger Kommissar Tauber im Münchner “Polizeiruf”. Bis 2009 ermittelte Selge in München, aber auch danach war er immer wieder auf der Leinwand und im TV zu sehen. Für seinen Auftritt als nerviger Nachbar in “3 Chinesen mit dem Kontrabass” gab’s 2000 den Deutschen Filmpreis – die erste Auszeichnung von vielen.

Weiter spielte er in dem mehrfach preisgekrönten Vorkriegsdrama “Poll” eine Hauptrolle, gab in der Biografie “Ludwig II.” den Richard Wagner und in der Ferdinand-von-Schirach-Verfilmung “Verbrechen” spielte er einen Axtmörder. Auch kann man Selge im Drama “Das Geheimnis der Freiheit” sehen, in dem er als Historiker Golo Mann an einer Alfried-Krupp-Biografie arbeitet. Privat liebt Selge die Beständigkeit, seit 1985 ist er mit der Schauspielerin Franziska Walser – einer Tochter des Schriftstellers Martin – verheiratet, die beiden haben zwei Kinder.

| rtv Redaktion | 15. Januar 2020