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Heike Makatsch

Heike Makatsch

Ihre Karriere startete Heike Makatsch in den Neunzigern als Moderatorin des noch jungen Musikfernsehens – heute ist sie eine gefragte Charakterdarstellerin.

Es ist alles noch da: ihre Mädchenhaftigkeit, das Sympathisch-Hibbelige und ihre Schlagfertigkeit. An Heike Makatsch scheint die Zeit spurlos vorüberzugehen. Kein Wunder, dass sie in Interviews immernoch auf ihre Zeit als Deutschlands „Girlie der Nation“ angesprochen wird.  Und das, obwohl sie in diesem Jahr 50 wurde, Mutter dreier Töchter und gestandene Charakterschauspielerin ist. Kein Problem für Makatsch, die gern in Erinnerungen an jene „coole Zeit“ schwelgt. Die frühen 90er-Jahre, in denen sie mit wahlweise pink oder rot gefärbtem Haar beim Musiksender VIVA und bei „Bravo TVs“ ihre Karriere begann, waren einfach zu prägend. 

Ursprünglich wollte die in Düsseldorf geborene Tochter einer Lehrerin und eines ehemaligen Eishockey-Nationaltorwarts einmal Journalistin werden. Doch ihr Studium brach sie ebenso ab wie eine Schneiderlehre. Nachdem die Düsseldorferin beim Fernsehen gelandet war, wusste sie: Sie wollte auch inZukunft vor der Kamera stehen. 

Raus aus der Schublade

Ihren Einstieg in den Film verdankt Heike Makatsch Detlev Buck, der sie 1995 für seine Erfolgskomödie „Männerpension“ engagierte. Immernoch Kult: Die Szene, in der Makatsch ihre inbrünstig-schräge Version von Tammy Wynettes Country Song „Stand by Your Man“ zum besten gibt. Nach den Dreharbeiten zu „Männerpension“ wusste sie, die Schauspielerei ist ihr Ding. Zurück zur Moderation wollte sie nicht mehr. 

Es folgten Rollen in Filmen wie „Gripsholm“ und „Keine Lieder über die Liebe“. Internationale Aufmerksamkeit erspielte sich Makatsch vor allem in der Kinoromanze „Tatsächlich … Liebe“ (2003). Große Stärke bewies sie auch in Frauen-Biografen, u.a. als Margarete Steiff und Hildegard Knef. . In der Kinoadaption des schrillen Musicals „Ich war noch niemals in New York“ war Makatsch 2019 zu sehen. Und hoffentlich künftig auch wieder öfter als „Tatort“: 2016 ursprünglich als einmaliges „Tatort“-Event geplant, ermittelt Heike Makatsch im „Tatort: Blind Date“ zum dritten Mal als Kommissarin Ellen Berlinger.

Was Heike Makatsch privat am Herzen liegt: Die Hoffnung, dass die „me too“-Bewegung was verändert, nicht nur in der Filmbranche. Wobei sie selbst immer ein privilegiertes, selbstbestimmtes Leben geführt habe, so die 50-Jährige im ZDF-„Filmfrauen“-Interview. Etwas, das für ihre 3 selbstbewussten Töchter selbstverständlich sei. Dass sie selbst ebenfalls selbstbewusst, aber entgegen manchem Gerücht und eine ganz und gar nicht „sperrige“ Interviewpartnerin ist, unterstrich Heike Makatsch im Gespräch mit Gala. „Es ist mir kein vordergründiges Anliegen, immer nur nett zu sein. Und doch denke ich, ich bin ein sehr netter Mensch.“

| Stefanie Moissl | 15. Oktober 2021