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Heino Ferch

Heino Ferch

Mit gleich vier laufenden Krimireihen gilt Heino Ferch als Rekordhalter unter den TV-Kommissaren …

Wenn Heino Ferch eines nicht mag, dann ist es, auf sein früheres Image als „Der deutsche Bruce Willis“ angesprochen zu werden. Ausgelöst 1999 durch seine Rolle als Ex-Fremdenlegionär im Actionfilm „Straight Shooter“, klebte dieses Etikett auch nach vielen Jahren und Auszeichnungen hartnäckig an ihm. Vielleicht auch, weil er mit seinen 58 Jahren immer noch in Form für Action-Rollen wäre: „Ich mache jeden Tag Sport, auch wenn ich am Set oder im Hotel bin. Ich mache Bauch- Schulter- und Rückenübungen“, erklärte er in einem Interview. „Und damit ich in Form bleibe, mache ich seit 20 Jahren Trennkost.“

Sein Privatleben ist ihm heilig

Geboren 1963 als Kapitänssohn in Bremerhaven, war Ferch zunächst Kunstturner erfolgreich, bevor er mit Akrobatik- und Tanzrollen beim Theater landete und schließlich am Salzburger Mozarteum sein Schauspielstudium absolvierte. Ein erstes Engagement erhielt er an der Freien Volksbühne Berlin und feierte fast zeitgleich 1988 sein Spielfilmdebüt in der Komödie „Schloss Königswald“. 

1997 gelang Ferch mit „Comedian Harmonists“ der Durchbruch, wobei ihm zugutekam, dass er im Schauspielstudium Zusatzkurse in Stepptanz und Gesang belegt hatte. Seither ist er vor allem im Fernsehen dauerpräsent – und preisgekrönt: Ferch erhielt für das Drama „Ein Kind wird gesucht“ 2018 den Deutschen Fernsehkrimipreis, er besitzt unter anderem eine Goldene Kamera und einen Bambi. 

Wird ein historischer TV-Film gedreht, ist der Schauspieler ebenfalls meist nicht weit. So war er u.a. in „Der Tunnel“, „Das Adlon. Eine Familiensaga“ sowie den „Ku’damm“-Mehrteilern zu sehen. Mit gleich vier laufenden Krimireihen gilt Heino Ferch als Rekordhalter unter den TV-Kommissaren. Seit 2010 verkörpert er in der ORF/ZDF-Reihe „Spuren des Bösen“ den Wiener Kriminalpsychologen Richard Brock. In den „Allmen“-Romanverfilmungen spielt er seit 2017 die Titelfigur. Außerdem ermittelt er in diversen ZDF-Krimis als Kommissar Simon Kessler (u.a. “Tod eines Mädchens”; 2015) sowie als SOKO-Chef Ingo Thieö (u.a. “Ein Kind wird gesucht”; 2017)

Eher ungewöhnlich für den Star ist sein Auftritt in der TV-Komödie „Nie zu spät“ am 26.2. um 20.15 Uhr im Ersten. Privat ist Ferch die Rolle des späten Vaters aber ganz nah: Im September 2021 begrüßte er mit seiner Frau, der Vielseitigkeitsreiterin Marie-Jeanette Steinle, offiziell „unser Lockdown-Baby“. Der Schauspieler genießt das Leben mit seiner Familie am Ammersee mehr denn je.

„Mit 35 Jahren bin ich zum 1. Mal Vater geworden und 20 Jahre später zum vierten Mal. Jetzt, etwas älter, bin ich viel entspannter und nehme mir sehr viel mehr Zeit. Es ist einfach herrlich“, schwärmt er. „Die Familie ist durch unseren Kleinsten wieder neu zentriert, das ist ein großes Geschenk.“

| Stefanie Moissl | 1. März 2022