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Iris Berben

Iris Berben

Iris Berben ist eine lebende Legende. Am 12. August 2020 feiert die Schauspielerin, die immer wieder auch durch ihr gesellschaftliches Engagement von sich reden macht, ihren 70. Geburtstag. Alles Gute!

Iris Berben bekam als Schauspielerin so ziemlich alles an Preisen, was man bekommen kann: mehrmals die Goldene Kamera, den Bambi, die Romy, den Grimme-Preis. 

Doch mehr als die Auszeichnungen für ihre schauspielerischen Leistungen sagen andere Ehrungen etwas über sie aus: Sie erhielt u.a. den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland (für ihr “Lebenswerk der Toleranz und des Miteinanders”), den Titel “Europäische Heldin” des US-Magazins “Time”, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, zuletzt in diesem Juli den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Ein Star mit Haltung

Iris Berben zeigt seit jeher Haltung. Vorlaut und aufmüpfig schmiss sie die Schule. Dafür stürzte sich die in Detmold geborene Schönheit ins Hamburger Künstlerleben – und wurde für den Film entdeckt. Einige Ausschnitte aus ihren frühen Werken, etwa Klaus Lemkes “Brandstifter” von 1969, sind in der Krimikomödie “Nicht tot zu kriegen” (Montag, 10. August, 20:15 Uhr, ZDF) zu bewundern. In dem ZDF-Film, der ihr zu ihrem 70. Geburtstag auf den Leib geschrieben wurde, spielt die Berben eine Diva, die die Vergangenheit nicht loslassen kann. Eine Geisteshaltung, die der Schauspielerin selbst fremd ist. 

Wobei sie durchaus gerne an ihre Anfangszeit zurückdenkt: “Die 68er haben mich gelehrt, Dinge zu hinterfragen, nicht vor jedem einzuknicken”, sagt sie im rtv-Interview. “Es war eine wilde Zeit, in der man vieles ausprobieren konnte, und ich habe vieles ausprobiert.”

Was für eine Entwicklung

In rund fünf Jahrzehnten im Filmgeschäft gelang es Iris Berben, sich von der Ulknudel (“Zwei himmlische Töchter”, “Sketchup”) über “Deutschlands erotischste Frau” und erfolgreiche TV-Kommissarin (die Ermittlerin “Rosa Roth” spielte sie fast 20 Jahre) zur Grande Dame des Fernsehens (“Krupp – Eine deutsche Familie”, “Der Wagner-Clan”, “Die Protokollantin”) zu entwickeln. 

Ans Aufhören denkt sie nicht. Der Wunsch, immer etwas Neues zu erleben, treibt sie an. Deshalb kann sie auch das Verhalten ihrer Filmfigur Ebba nachvollziehen, die sie im zweiten filmischen Geburtstagsgeschenk “Mein Altweibersommer” spielt (Mittwoch,  12. August, 20:15 Uhr, Das Erste): “Diese Sehnsucht hat, glaube ich, sehr viel mit dem Alter zu tun, mit dem Wissen, dass man nur noch bedingt Zeit hat.”

| Martina Borgschulze | 7. August 2020