Durch mehrere nicht bestandene Aufnahmeprüfungen an Schauspielschulen ließ sich Juliane Köhler nicht beirren. Heute zählt sie zu den rennomiertesten Darstellerinnen.

“Die Professoren haben mir geraten, Kindergärtnerin zu werden.” Dass sie stattdessen eine erfolgreiche Schauspielerin wurde, hat Juliane Köhler nicht zuletzt ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken. An nicht weniger als neun Schauspielschulen rasselte sie durch die Aufnahmeprüfung. Doch die Göttingerin ließ sich nicht unterkriegen – und stattdessen in New York ausbilden.

Danach machte sie sich unter anderem am Residenztheater in München einen Namen als Bühnendarstellerin. Ihren Durchbruch beim Film feierte sie schließlich mit “Aimée & Jaguar”. Das Drama über die tragische, wahre Liebesgeschichte zweier Frauen in Nazi-Deutschland war nicht nur beim Publikum ein Erfolg, sondern brachte Juliane Köhler 1999 zudem den Silbernen Bären, den Bayerischen Filmpreis und den Bundesfilmpreis ein.

Zweimal im Rennen um den Oscar

Vielschichtige, häufig historische Frauenfiguren in Grenzsituationen sind Paraderollen der Charakterdarstellerin. 2001 machte sie in Caroline Links oscarprämiertem Drama “Nirgendwo in Afrika” als jüdische Emigrantin weltweit von sich reden, 2005 spielte sie in Bernd Eichingers und Oliver Hirschbiegels Werk “Der Untergang” Hitlers Geliebte Eva Braun – und ging damit erneut ins Rennen um einen Oscar.

Von einer anderen Seite zeigte sie sich als Therapeutin in der Adaption von Charlotte Roches Skandalroman “Schoßgebete” sowie in Doris Dörries witzig-kluger Miniserie “Klimawechsel”. Im Kölner “Tatort” gehörte Juliane Köhler als Dr. Rosenberg bis 2017 zum Team um die Kommissare Schenk und Ballauf. Auch ist sie im Zweiteiler “Eden” zu sehen. Köhler spielt darin eine Lehrerin, die mit ihrem Mann einen jungen Flüchtling bei sich aufnimmt.

| rtv Redaktion | 22. Juli 2019