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Robert De Niro

Robert De Niro

“Ich könnte sogar ein Schnitzel spielen”, sagt Robert De Niro über sich. In der Tat gibt es kaum eine Rolle, die man dem Jahrhundert-Schauspieler nicht zutraut.

Wenn sein Name fällt, hagelt es Superlative: Robert De Niro gilt als Verwandlungskünstler, Genie und radikaler Perfektionist. Auch mit 77 Jahren hat sich das nicht geändert. Sein aktuelles Projekt: Der Dreh als mordlüsterner Rancher im Psychothriller “Killers oft the Flower Moon”, einmal mehr unter der Regie von Altmeister Martin Scorsese. Ein kongeniales Duo: In Scorseses Filmen (u.a. “Taxi Driver”, “Kap der Angst”, “GoodFellas”) setzte De Niro Maßstäbe, spielte “Psychopathen, Soziopathen und alle anderen Arten von Paten”, wie der Regisseur einmal sagte.

Eine Freundschaft, die das Leben des 1943 in New York geborenen Sohns des Malers Robert De Niro Sr. (1922-1993) früh prägte: “Wir sind im selben Viertel aufgewachsen, in Little Italy, und lernten uns mit 15 oder 16 kennen. Wir hatten schon damals denselben Appetit auf gute Storys.” Dass er Schauspieler werden wollte, wusste Robert, dem man wegen seiner Blässe den Spitznamen “Bobby Milk” verpasste hatte, da längst. Mit 16 verließ er die Schule, um “Method Acting” zu studieren. Nach einigen Jahren Bühnenerfahrung gab er 1969 sein Kinodebüt in Brian de Palmas “Wedding Party”. Schon sechs Jahre später gab es den ersten Oscar: als Bester Nebendarsteller in “Der Pate 2”. Den zweiten bekam er für seinen Auftritt als Boxer Jake LaMotta in “Wie ein wilder Stier” (1980). Regie: Martin Scorsese, wer sonst?!

Keine Angst vor Albernheiten

Bis heute prägte De Niro zahlreiche Klassiker wie “Zeit des Erwachens”, “Es war einmal in Amerika” sowie “In den Straßen der Bronx”, bei dem er auch Regie führte. Und er hat keine Angst vor Albernheiten: In “Meine Braut, ihr Vater und ich” samt Fortsetzungen jagte er Ben Stiller Angst ein, in der Boxer-Komödie “Zwei vom alten Schlag” prügelte er sich mit Sylvester Stallone.

Für seine berührende Darstellung als alternder Vater in “Everybody’s Fine” wurde er auf dem Hollywood Film Festival 2009 als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Insgesamt dürften seine Preise einen dreitürigen Kleiderschrank füllen. Umso erstaunlicher, dass er bis 2019 warten musste, um endlich seinen Stern auf dem Walk of Fame zu bekommen.

Zweimal war der Superstar verheiratet, inzwischen ist er 4-facher Großvater. Er gilt als medienscheu. Nichtsdestotrotz sorgt De Niro zuweilen mit politischen Statements für Schlagzeilen. So bezeichnete er Donald Trump als “die Pest für unser Land”. Überraschend offen verriet er unlängst auch sein persönliches “Wundermittel”, um mit 77 noch produktiv zu sein: “Kamillentee und guter Espresso. Das eine pusht mich, das andere bringt wieder runter!”

| Stefanie Moissl | 10. Juni 2021